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GGL beginnt Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags – Fokus auf Spielerschutz und Marktentwicklung

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Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat im April 2026 die gesetzlich vorgesehene Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 begonnen. Im Mittelpunkt der Überprüfung stehen der Spielerschutz, die Entwicklung des regulierten Marktes und die Eindämmung illegaler Online-Angebote.

Die Evaluierung basiert auf Daten aus Aufsicht, Lizenzverfahren, Werbebeobachtung sowie den technischen Schutzsystemen LUGAS und OASIS. Hinzu kommen Marktstudien und Erhebungen zur Nutzung legaler und illegaler Angebote. Der Abschlussbericht ist für Ende 2026 vorgesehen.

Gesetzlicher Auftrag und Prüfrahmen

Die Überprüfung des GlüStV 2021 ist im Staatsvertrag angelegt und dient der Frage, wie sich die Regelungen seit dem Start in der Praxis ausgewirkt haben. Erfasst werden unter anderem Daten zu Marktvolumen, Anbieterstruktur, Spielerschutzmaßnahmen, Werbeumfeld und zur Reichweite unerlaubter Angebote.

Nach Angaben aus dem bisherigen Evaluierungsprozess fließen sowohl quantitative Daten aus dem Vollzug als auch externe Untersuchungen zum Markt ein. Ein Zwischenbericht war bereits 2024 vorgelegt worden. Die nun laufende Phase soll die Entwicklung bis einschließlich 2025 und den Stand im Frühjahr 2026 zusammenführen.

1.000-Euro-Limit bleibt ein zentrales Thema

Zu den wichtigsten Regelungen des Staatsvertrags gehört das anbieterübergreifende Einzahlungslimit von 1.000 Euro pro Monat. Es gilt für erlaubnispflichtige Online-Angebote und wird technisch über die zentrale Limitdatei kontrolliert.

Das Limit zählt zu den zentralen Punkten der Evaluierung, weil es unmittelbar mit dem Spielerschutz verbunden ist. Gleichzeitig wird im Verfahren auch betrachtet, wie sich die Regelung auf die Nutzung legaler Angebote auswirkt. Die GGL erfasst in diesem Zusammenhang Daten zur Einhaltung der Limits und zur Anbindung der Anbieter an die Kontrollsysteme.

LUGAS-Daten im Fokus der Überprüfung

LUGAS ist das länderübergreifende Glücksspielaufsichtssystem zur Kontrolle von Einzahlungslimits und zur Verhinderung des parallelen Spiels bei mehreren Anbietern. Die dort anfallenden Daten gehören zur Grundlage der laufenden Evaluierung.

Geprüft wird unter anderem, wie die Systeme im Regelbetrieb arbeiten und welche Erkenntnisse sich daraus für den Spielerschutz ableiten lassen. Ergänzt werden diese Daten durch das Sperrsystem OASIS, das bundesweite Spielersperren verwaltet. Beide Systeme bilden einen festen Bestandteil der regulatorischen Überwachung im Online-Markt.

Analyse der Regulierung und Marktentwicklung im deutschen Glücksspielmarkt.

Marktdaten aus 2024 und 2025

Für die aktuelle Überprüfung spielen die jüngsten verfügbaren Marktdaten eine zentrale Rolle. Der legale Glücksspielmarkt in Deutschland erreichte 2024 ein Bruttospielertragsvolumen von rund 14,4 Milliarden Euro. Gegenüber 2023 entsprach das einem Anstieg von etwa 5 Prozent. Die staatlichen Steuern und Abgaben lagen bei rund 7 Milliarden Euro.

Für 2025 zeichneten veröffentlichte Teilberichte und Marktübersichten ein stabiles bis konsolidierendes Bild. Im Online-Bereich veröffentlichte die GGL zusätzlich Quartalsdaten, um die Transparenz des regulierten Marktes zu erhöhen. Größere strukturelle Verschiebungen wurden dabei bislang nicht ausgewiesen.

Bereich Datenstand Fakt
Einzahlungslimit laufend gültig 1.000 € pro Monat anbieterübergreifend.
LUGAS Teil der Evaluierung 2026 Kontrolle von Limits und parallelem Spiel.
Legaler Markt 2024 14,4 Mrd. € Bruttospielertrag.
Steuern/Abgaben 2024 rund 7 Mrd. €.
Schwarzmarkt online 2024 / Studie 2026 ca. 500–600 Mio. €; Kanalisierung 77,03 %.

Entwicklung des Schwarzmarktes bleibt Teil der Bewertung

Die Entwicklung unerlaubter Angebote ist ein weiterer Schwerpunkt der Überprüfung. Für 2024 wurde das illegale Online-Marktvolumen je nach Methode auf etwa 500 bis 600 Millionen Euro geschätzt. Eine von der GGL im März 2026 veröffentlichte Untersuchung zur Kanalisierung im Internetmarkt kam auf einen legalen Marktanteil von 77,03 Prozent und einen Anteil nicht regulierter Angebote von 22,97 Prozent.

Damit bleibt der Schwarzmarkt Teil des relevanten Marktgeschehens. Die GGL bezieht diese Daten in die Bewertung der Wirksamkeit des Staatsvertrags ein. Parallel dazu laufen Maßnahmen gegen unerlaubte Anbieter, darunter Sperr- und Durchsetzungsverfahren.

Weiterer Zeitplan

Die laufende Evaluierung soll bis Ende 2026 in einen zusammenfassenden Bericht münden. Auf dieser Grundlage wollen die Länder bewerten, ob einzelne Regelungen des GlüStV 2021 angepasst werden müssen. Im aktuellen Stadium handelt es sich um eine Bestandsaufnahme des Marktes und der bestehenden Schutzmechanismen.

Marktbeobachtung und Datenauswertung zur Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2026.

Bis zum Abschluss der Prüfung steht damit vor allem die Datenauswertung im Vordergrund. Im Fokus bleiben das 1.000-Euro-Limit, die Erkenntnisse aus LUGAS und OASIS sowie die Entwicklung des legalen und illegalen Online-Marktes.