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Kaderanalyse Champions League Achtelfinale – Die 7 größten taktischen Schwachstellen der Favoriten

5 Min. Lesezeit

Das Achtelfinale der Champions League trennt die echten Titelaspiranten von den Hoffnungsträgern. Während die Favoriten auf dem Papier überzeugen, offenbaren detaillierte Kaderanalysen strukturelle Schwachstellen, die in K.O.-Spielen den Unterschied ausmachen können. Wir haben die sieben größten taktischen Probleme der Topteams unter die Lupe genommen.

Manchester City und die Gefahr schneller Umschaltmomente

Pep Guardiolas Mannschaft dominiert den Ballbesitz wie keine zweite in Europa. Die durchschnittliche Ballbesitzquote von 68,4 Prozent in der Gruppenphase unterstreicht diese Überlegenheit. Doch genau hier liegt das Paradox: Je mehr Kontrolle City ausübt, desto verwundbarer wird das Team in Übergangssituationen.

Die Defensive steht bei Ballverlust extrem hoch, häufig innerhalb der gegnerischen Hälfte. Walker und Akanji schieben teilweise bis zur Mittellinie vor. Verliert City den Ball, entstehen enorme Räume hinter der Abwehrkette. Gegen Atlético Madrid in der Gruppenphase wurde dieses Muster deutlich: Drei der vier Großchancen der Spanier resultierten aus genau solchen Situationen.

Das Problem verstärkt sich, wenn Rodri fehlt oder einen schwachen Tag erwischt. Der Spanier fungiert als entscheidende Absicherung vor der Viererkette. Seine Abwesenheit führte in den vergangenen zwei Spielzeiten zu einer messbaren Verschlechterung der Expected Goals Against (xGA) um durchschnittlich 0,4 pro Spiel.

Champions League Konter-Situation mit defensiven Lücken im Achtelfinale

Real Madrid kämpft mit der Mittelfeld-Mobilität

Die Königlichen haben mit Modrić, Kroos und Valverde ein erfahrenes Mittelfeld. Erfahrung allein reicht in intensiven Achtelfinal-Partien aber nicht aus. Modrić wird im März 41 Jahre alt, Kroos ist 36. Beide zeigen nach wie vor Klasse am Ball, doch die Laufbereitschaft in der Rückwärtsbewegung lässt messbar nach.

Gegen Teams mit hoher Pressing-Intensität und schnellen Flügelspielern gerät Madrids Zentrum unter Druck. Die Passgenauigkeit im mittleren Drittel sank in der Gruppenphase gegen Liverpool und Dortmund auf unter 84 Prozent – für Real-Verhältnisse ungewöhnlich niedrig.

Bellingham kompensiert mit seiner Energie vieles, kann aber nicht überall sein. Wenn Gegner gezielt die Halbräume bespielen und schnelle Kombinationen über die Flügel suchen, fehlt es an Beweglichkeit im Zentrum. Die durchschnittliche Sprintdistanz der beiden Sechser liegt rund 18 Prozent unter dem Wert von 2022.

Bayern München und die Pressing-Resistenz unter Druck

Der deutsche Rekordmeister unter Thomas Tuchel setzt auf aktives Gegenpressing und hohes Anlaufen. Das funktioniert gegen Bundesliga-Gegner hervorragend, in der Champions League zeigen sich Risse. Bayern erobert den Ball im Schnitt 17,2 Mal pro Spiel im gegnerischen Drittel – Spitzenwert in der Gruppenphase.

Die Kehrseite: Wird dieses Pressing umspielt, stehen Upamecano und Kim Min-jae in eins-gegen-eins-Situationen. Beide Innenverteidiger besitzen zwar Tempo, zeigen aber Schwächen im Stellungsspiel bei langen Bällen hinter die Kette. Gegen Galatasaray führte genau diese Schwäche zu zwei hochkarätigen Chancen innerhalb von acht Minuten.

Problematisch wird es besonders gegen Mannschaften mit technisch starken Mittelfeldspielern, die unter Druck sauber passen können. Arsenals Rice oder Manchesters De Bruyne könnten Bayerns aggressive Spielanlage mit präzisen Steilpässen aushebeln.

Team Balleroberungen im letzten Drittel Gegentore nach Ballverlust im Aufbau Defensive Zweikampfquote
Bayern München 17,2 6 62,1%
Manchester City 14,8 4 65,8%
Real Madrid 11,3 5 64,2%
Arsenal 15,6 3 67,4%

Arsenal fehlt die K.O.-Erfahrung in entscheidenden Momenten

Mikel Artetas Mannschaft spielt eine beeindruckende Saison in der Premier League. In der Champions League sieht die Sache anders aus. Von den aktuellen Stammspielern haben lediglich Gabriel Jesus und Jorginho echte Erfahrung in K.O.-Runden auf diesem Niveau.

Saka, Martinelli und Rice glänzen in der Gruppenphase, standen aber noch nie in einem Champions-League-Viertelfinale. Genau diese fehlende Erfahrung kann in engen Entscheidungen den Unterschied machen. Arsenals Passquote sank in den beiden entscheidenden Gruppenspielen gegen Sevilla und Lens um durchschnittlich 7,3 Prozent – ein Indikator für mentalen Druck.

Erschöpfter Mittelfeldspieler im Champions League Achtelfinale unter Druck

Die Gunners neigen zudem dazu, in der Schlussphase knapper Spiele ihre Spielkontrolle zu verlieren. Vier der sieben kassierten Gegentore in der Gruppenphase fielen nach der 75. Minute. Das deutet auf Konzentrationsprobleme oder fehlende Routine im Spielmanagement hin.

Inter Mailand ohne kreatives Zentrum

Die Nerazzurri bauen ihr Spiel massiv um Hakan Calhanoglu auf. Der türkische Nationalspieler ist der kreative Motor im Mittelfeld, verteilt die Bälle und initiiert Angriffe über die Halbräume. Seine durchschnittlichen 82 Pässe pro Spiel sind Höchstwert im Inter-Kader.

Fällt Calhanoglu aus oder wird er durch gezieltes Manndecken aus dem Spiel genommen, fehlt Inter ein Plan B. Mkhitaryan ist mittlerweile 35 und kann die Kreativlast nicht mehr über 90 Minuten tragen. Barella ist dynamisch, aber kein Spielgestalter im klassischen Sinne.

Gegen Atlético Madrid im Gruppenspiel wurde Calhanoglu von De Paul und Koke eng beschattet. Inters Chancenkreierung brach um 43 Prozent ein, die Expected Goals sanken von durchschnittlich 1,8 auf 0,9. Diese strukturelle Abhängigkeit von einer einzelnen Position kann im Achtelfinale zum Verhängnis werden.

Barcelona bleibt anfällig gegen schnelle Konter

Xavis Mannschaft spielt attraktiven, ballorientierten Fußball. Die Viererkette schiebt weit auf, oft bis zur Mittellinie. Ter Stegen agiert praktisch als elfter Feldspieler mit häufigen Ballaktionen außerhalb des Strafraums. Dieses System funktioniert gegen Teams, die tief stehen und auf Konter lauern – paradoxerweise macht es Barça aber genau gegen solche Gegner verwundbar.

Araújo und Christensen sind schnell, aber nicht schnell genug, um 40-Meter-Sprints gegen Mbappé oder Vinicius zu gewinnen. Die Statistik ist eindeutig: Barcelona kassierte in der Gruppenphase 62 Prozent der Gegentore nach Kontersituationen. Nur bei einem anderen Favoriten lag dieser Wert höher.

Das größere Problem: Barça findet keine Balance zwischen offensiver Dominanz und defensiver Sicherheit. Busquets' Abgang hinterließ eine Lücke in der Absicherung, die weder Romeu noch Gündogan vollständig schließen können.

PSG und das strukturelle Ungleichgewicht

Paris Saint-Germain hat mit Mbappé, Dembélé und Asensio enormes offensives Potenzial. Die drei Angreifer gehören zu den schnellsten und torgefährlichsten Europas. Doch genau hier entsteht das Problem: Alle drei sind keine Arbeiter gegen den Ball.

Luis Enriques System erfordert intensives Gegenpressing aller Offensivspieler. Mbappé läuft pro Spiel durchschnittlich 8,2 Kilometer – Spitzenstürmer wie Haaland kommen auf über 10. Diese fehlende Defensivarbeit belastet das Mittelfeld enorm. Vitinha und Zaïre-Emery müssen größere Räume abdecken, was wiederum zu Lücken zwischen Mittelfeld und Abwehr führt.

Taktiktafel zeigt Champions League Formation mit defensiven Schwachstellen

Gegen Manchester United in der Gruppenphase wurde dieses Ungleichgewicht offensichtlich. United kreierte 2,4 Expected Goals allein aus Situationen, in denen PSGs Offensivspieler nicht zurückarbeiteten. Bei ausgeglichenen Spielen auf höchstem Niveau kann diese strukturelle Schwäche entscheidend sein.

Taktische Anpassungen werden entscheidend

Die Achtelfinale der Champions League sind keine Gruppenspiele. Trainer, die ihre Mannschaften taktisch optimal einstellen und Schwachstellen kaschieren können, verschaffen sich entscheidende Vorteile. Jede der genannten Schwachstellen ist bekannt – die Frage ist, ob und wie die Verantwortlichen darauf reagieren.

Guardiola könnte mit einer defensiveren Mittelfeldbesetzung arbeiten, Ancelotti seine Formation anpassen, Tuchel das Pressing situativer gestalten. Die erfolgreichsten Teams werden diejenigen sein, die nicht nur ihre eigenen Stärken ausspielen, sondern auch die Schwächen des Gegners gezielt attackieren.

Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Mannschaften ihre strukturellen Probleme in den Griff bekommen. Eines ist sicher: Auf diesem Niveau entscheiden Details über Weiterkommen oder Ausscheiden. Und genau diese Details haben wir hier analysiert.