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Die 5 wichtigsten Kaderlücken der Champions-League-Favoriten vor dem Achtelfinale

5 Min. Lesezeit

Das Achtelfinale der Champions League steht vor der Tür, und während die großen Favoriten ihre Aufstellungen optimieren, zeichnen sich bei mehreren Top-Teams kritische Schwachstellen ab. Wir haben die Kader der aussichtsreichsten Titelkandidaten analysiert und präsentieren die fünf gravierendsten Lücken, die in den entscheidenden K.o.-Spielen zum Problem werden könnten.

Arsenal fehlt die defensive Absicherung im Mittelfeld

Die Gunners gehen als einer der Topfavoriten ins Achtelfinale, doch ausgerechnet im defensiven Mittelfeld klafft eine bedenkliche Lücke. Thomas Partey hat in dieser Saison bereits mehrfach mit muskulären Problemen zu kämpfen gehabt, und seine Einsatzfähigkeit bleibt fraglich. Jorginho ist mittlerweile 34 Jahre alt und kann die physischen Anforderungen der K.o.-Phase über 90 Minuten kaum noch erfüllen.

Die Statistik offenbart das Dilemma: In Spielen ohne Partey gewann Arsenal nur 64 Prozent der Zweikämpfe im defensiven Mittelfeld – ein deutlicher Rückgang gegenüber 78 Prozent mit dem Ghanaer auf dem Platz. Gegen Mannschaften wie Bayern München oder Real Madrid, die mit schnellen Kontern operieren, könnte genau diese Schwäche zum entscheidenden Faktor werden.

Mikel Arteta hat zwar Declan Rice, der diese Position notfalls übernehmen kann, doch das würde die offensive Durchschlagskraft deutlich reduzieren. Rice ist im Box-to-Box-Spiel deutlich effektiver und erzielte in dieser Saison bereits sieben Tore aus dem Mittelfeld – ein Wert, den Arsenal in den engen Spielen der K.o.-Phase dringend benötigt.

Leeres defensives Mittelfeld im Arsenal-Stadion symbolisiert Kaderlücke vor Champions-League-Achtelfinale

Manchester City ohne echte Linksverteidiger-Alternative

Pep Guardiolas Team hat ein strukturelles Problem auf der linken Abwehrseite. Nathan Aké ist nach einer Oberschenkelverletzung noch nicht wieder bei 100 Prozent, und Josko Gvardiol wurde vermehrt ins zentrale Mittelfeld beordert. Das lässt City mit Rico Lewis oder Kyle Walker als Notlösungen zurück – beide sind von Haus aus keine klassischen Linksverteidiger.

Die taktische Flexibilität, die City normalerweise auszeichnet, wird dadurch eingeschränkt. Guardiola nutzt die linke Abwehrposition häufig als zusätzlichen Spielgestalter im Aufbau, was weder Lewis noch Walker in dieser Form leisten können. Gegen Teams, die über starke rechte Flügelspieler verfügen, könnte sich diese Schwäche als fatal erweisen.

Besonders problematisch: In den letzten fünf Champions-League-Spielen ließ City 62 Prozent der gegnerischen Torchancen über die eigene linke Seite zu. Eine Statistik, die aufmerksamen Gegnern nicht entgangen sein dürfte.

Bayern München vermisst den kreativen Kopf im Angriff

Der deutsche Rekordmeister hat nach dem überraschenden Wechsel von Jamal Musiala zu Real Madrid im vergangenen Sommer eine kreative Lücke, die bislang nicht komplett geschlossen werden konnte. Thomas Müller ist mit 36 Jahren weiterhin wertvoll, kann aber nicht mehr 90 Minuten auf diesem Niveau agieren. Leroy Sané zeigt zwar Momente von Brillanz, ihm fehlt jedoch die Konstanz für die ganz großen Spiele.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Bayerns Expected Goals (xG) pro Spiel sind in der Champions League von 2,4 in der Vorsaison auf 1,8 gesunken. Die Kreation von hochkarätigen Chancen gegen tief stehende Gegner bereitet zunehmend Probleme. Vincent Kompany hat verschiedene Systeme ausprobiert, von 4-2-3-1 bis 3-4-3, doch die endgültige Lösung steht noch aus.

Der Belgier setzt vermehrt auf Serge Gnabry in zentraler Position, doch der 30-Jährige ist nach seiner langen Verletzungspause noch nicht in Topform. In den entscheidenden Momenten gegen die europäische Elite könnte genau diese fehlende kreative Durchschlagskraft den Unterschied machen.

Linke Abwehrseite eines Fußballplatzes zeigt Manchester Citys defensive Schwachstelle im Achtelfinale

Real Madrid und die Torwart-Unsicherheit

Die Königlichen haben mit Thibaut Courtois einen Weltklasse-Torhüter, doch der Belgier kämpft erneut mit Knieproblemen. Die Situation erinnert an die vergangene Saison, als Courtois monatelang ausfiel. Andriy Lunin hat zwar ordentliche Leistungen gezeigt, erreicht aber nicht das Niveau seines Konkurrenten.

Carlo Ancelotti steht vor einem Dilemma: Soll er Courtois riskieren, auch wenn dieser möglicherweise nicht bei 100 Prozent ist? Oder vertraut er Lunin in den wichtigsten Spielen der Saison? Die Statistik zeigt einen deutlichen Unterschied: Courtois parierte in dieser Champions-League-Saison 82 Prozent der Schüsse auf sein Tor, Lunin kommt nur auf 71 Prozent.

In K.o.-Spielen, die oft durch Einzelmomente entschieden werden, kann ein Torwart zum Matchwinner werden. Real Madrid gewann drei der letzten vier Champions-League-Titel auch dank überragender Torhüter-Leistungen in kritischen Phasen. Diese Sicherheit fehlt aktuell.

Liverpool ohne defensive Stabilität in der Zentrale

Die Reds haben nach dem Abgang von Fabinho und der langfristigen Verletzung von Stefan Bajčetić ein Problem im defensiven Mittelfeld. Wataru Endō ist zwar ein solider Arbeiter, erreicht aber nicht das Niveau, das für Champions-League-Siege notwendig ist. Alexis Mac Allister wurde aus dem offensiven Mittelfeld zurückgezogen, um diese Lücke zu schließen, doch das schwächt Liverpools Offensivspiel erheblich.

Die Daten bestätigen den Eindruck: Liverpool kassierte in dieser Champions-League-Saison durchschnittlich 1,3 Gegentore pro Spiel – der höchste Wert seit fünf Jahren. Besonders anfällig ist das Team bei Standards und schnellen Kontern, wenn die Absicherung vor der Abwehr fehlt.

Ball im Angriffsdrittel mit Bayern-München-Farben verdeutlicht fehlende Kreativität im Offensivspiel

Jürgen Klopps Nachfolger Arne Slot hat verschiedene taktische Varianten getestet, um diese Schwäche zu kompensieren. Der Niederländer setzt vermehrt auf ein kompaktes 4-3-3 mit zwei holding Midfieldern, doch das reduziert die offensive Durchschlagskraft, die Liverpool unter Klopp auszeichnete. In engen Spielen gegen defensive Teams könnte genau diese fehlende Offensiv-Power zum Problem werden.

PSG und das Flügel-Dilemma

Paris Saint-Germain hat nach dem Abgang von Kylian Mbappé zwar eine neue Balance gefunden, doch auf den Flügelpositionen fehlt die absolute Weltklasse. Ousmane Dembélé ist verletzungsanfällig und fiel bereits mehrfach in entscheidenden Phasen aus. Bradley Barcola zeigt vielversprechende Ansätze, ist mit 22 Jahren aber noch nicht reif für die ganz großen Spiele.

Luis Enrique experimentiert mit verschiedenen Systemen, doch die Abhängigkeit von Einzelspielern bleibt bestehen. In den letzten vier Champions-League-Spielen erzielte PSG nur fünf Tore – ein deutlicher Rückgang gegenüber der Vorsaison mit Mbappé.

Übersicht der kritischen Kaderlücken

Team Position Problem Alternative Risikofaktor
Arsenal Defensives Mittelfeld Partey verletzungsanfällig Jorginho (34) Hoch
Manchester City Linksverteidiger Aké angeschlagen Lewis/Walker Mittel
Bayern München Offensives Mittelfeld Musiala-Abgang Gnabry/Müller Hoch
Real Madrid Torwart Courtois Knieprobleme Lunin Mittel-Hoch
Liverpool Defensives Mittelfeld Bajčetić verletzt Endō Hoch
PSG Flügel Dembélé verletzungsanfällig Barcola Mittel

Die K.o.-Phase der Champions League wird nicht nur von taktischer Klasse und individueller Brillanz entschieden, sondern auch von der Tiefe des Kaders. Teams, die ihre Schwachstellen bis zum Achtelfinale nicht kompensieren können, werden gegen die europäische Elite Schwierigkeiten bekommen. Die kommenden Wochen werden zeigen, welche Trainer kreative Lösungen für diese Probleme finden – und welche Teams an ihren Kaderlücken scheitern werden.