7 unterschätzte Kader-Schwächen bei Top-Klubs der Champions League 2026
5 Min. LesezeitDie Champions-League-Saison 2025/26 zeigt uns ein faszinierendes Bild. Viele Topklubs glänzen in den Schlagzeilen, während ihre strukturellen Probleme im Hintergrund brodeln. Wir haben die Kader der europäischen Elite genauer unter die Lupe genommen und dabei Schwachstellen identifiziert, die in der öffentlichen Diskussion meist untergehen.
PSG und das Problem der fehlenden Torinstinkte
Paris Saint-Germain mag als Titelverteidiger in die Saison gegangen sein, doch die Offensivzahlen erzählen eine beunruhigende Geschichte. Kein einziger PSG-Spieler hat in dieser Saison die Marke von zehn Toren erreicht. Das ist für einen Klub mit solchen Ambitionen schlicht inakzeptabel.

Besonders der Transfer von Khvicha Kvaratskhelia entpuppt sich als Enttäuschung. Der Georgier wirkt wie ein Phantom auf dem Platz – kaum Torbeteiligungen, wenig Durchschlagskraft. Während die Pariser defensiv ebenfalls Schwächen zeigen, ist es die mangelnde Effizienz vor dem Tor, die zum echten Problem wird. Nur Vitinha und Nuno Mendes haben ihr Niveau gehalten oder verbessert. Der Rest? Stagnation oder Rückschritt.
Die taktische Flexibilität unter dem aktuellen Trainerteam kann diese individuelle Qualitätsflaute nicht kompensieren. Bei entscheidenden K.o.-Spielen fehlt schlicht der Unterschiedsspieler, der ein Spiel im Alleingang drehen kann.
Bayern München mit gefährlich dünner Defensive
Die Münchner haben in dieser Saison ein Problem, das man bei einem Klub dieser Größenordnung nicht erwartet: mangelnde Tiefe in der Abwehr. Fällt einer der Stamminnenverteidiger aus, wird es kritisch.
Die Bank bietet keine echten Alternativen auf Champions-League-Niveau. Genau diese fehlende Rotation führt zu Überlastung der Stammspieler und macht den FCB anfällig für verletzungsbedingte Ausfälle in der heißen Saisonphase. Gerade im März und April, wenn die Belastung durch Bundesliga und Europa maximal wird, rächt sich diese Kaderlücke.
Während offensive Positionen doppelt und dreifach besetzt sind, herrscht hinten Ebbe. Ein strategisches Versäumnis der Transferplanung.
Bayer Leverkusen nach dem großen Aderlass
Der Exodus bei Bayer 04 war brutal. Jonathan Tah, Jeremie Frimpong, Florian Wirtz – weg. Dazu verlor man mit Xabi Alonso den taktischen Kopf der Meistermannschaft. Das sind nicht einfach nur Spieler, sondern das Rückgrat eines Systems.

Die 7:2-Klatsche gegen PSG war symptomatisch. Der sechste Platz in der Bundesliga zeigt die Dimensionen der Krise. Die neuen Spieler brauchen Zeit, das neue System unter dem Nachfolger-Trainer greift nicht. Leverkusen fehlt momentan die Identität, die sie zur Meisterschaft geführt hat.
Man versucht zu ersetzen, was nicht ersetzbar ist. Taktische Automatismen, die über zwei Jahre gewachsen sind, lassen sich nicht in einem Sommer neu programmieren. Die Champions League wird zum Härtetest für eine Mannschaft im Umbruch.
Borussia Dortmund und die Kreativitätslücke
Der BVB hat auf dem Papier eine starke Mannschaft. Das Innenverteidiger-Duo ist erstklassig. Doch davor? Gähnende Leere in puncto Spielgestaltung.
Das zentrale Mittelfeld bietet zu wenig hochwertige Kreativität. Es fehlen die Spieler, die unter Druck Lösungen finden, die den entscheidenden Pass spielen. Im Angriff sieht es ähnlich düster aus – abgesehen von einzelnen Lichtblicken mangelt es an konstanter Qualität.
Die Gruppenphase zeigte diese Schwäche deutlich: Unentschieden gegen vermeintlich schwächere Gegner, unnötige Niederlagen. Wenn der Gegner tief steht und die Räume eng macht, fehlen Dortmund die Mittel. Keine Außergewöhnlichkeit im Kader, die den Unterschied macht. Das ist für Champions-League-Ambitionen zu wenig.
Liverpool mit löchrigem Defensivverbund
Liverpool gilt als Geheimfavorit auf den Titel. Die Offensive funktioniert prächtig, die Pressing-Mechanismen greifen. Doch die Abwehr zeigt bei näherem Hinsehen erhebliche Lücken.

Gegen Mannschaften, die das Pressing geschickt umspielen, wird es gefährlich. Die Abstände zwischen den Linien stimmen nicht immer, die Absicherung bei Ballverlusten funktioniert inkonsistent. Clevere Trainer nutzen diese Momente gnadenlos aus.
Das Problem ist nicht die individuelle Qualität der Verteidiger, sondern die kollektive Abstimmung in Umschaltsituationen. Genau dort entstehen in der Champions League die entscheidenden Tore. Liverpool muss diese strukturellen Defizite beheben, sonst platzt der Titeltraum im Viertelfinale.
Arsenal und die Inkonstanz der Schlüsselspieler
Mikel Artetas Team hat Qualität, keine Frage. Doch drei Spieler halten die Gunners davon ab, den nächsten Schritt zu gehen: Martin Ødegaard braucht mehr Einfluss in wichtigen Spielen. Bukayo Saka fehlt der absolute Killerinstinkt vor dem Tor. Gabriel Martinelli schwankt zwischen Weltklasse und Durchschnitt.
Diese Inkonstanz ist Gift für Champions-League-Ambitionen. Gegen Titelkandidaten muss jeder Leistungsträger sein Maximum abrufen. Bei Arsenal passiert das zu selten gleichzeitig. Entweder brilliert Saka, während Martinelli verschwindet, oder Ødegaard dominiert das Mittelfeld, aber die Flügel bleiben blass.
Arteta hat taktisch hervorragende Arbeit geleistet. Doch er kann die mentale Komponente nicht vollständig kompensieren. Arsenal braucht diese drei Spieler auf absolutem Topniveau – und zwar verlässlich.
Newcastle United ohne Tiefenqualität
Die Magpies haben es in die Champions League geschafft und eine solide Startelf. Doch sobald Rotation nötig wird oder Verletzungen zuschlagen, bricht das Niveau dramatisch ein.
Gegen Barcelona oder Bayern München reicht die Bankqualität schlicht nicht aus. Newcastle kann in einem einzigen wichtigen Spiel bestehen, aber nicht über eine komplette K.o.-Runde mit Rückspielen, parallelem Ligabetrieb und möglichen Sperren.
Die Kaderplanung hinkt den sportlichen Ambitionen hinterher. Man hat es versäumt, echte Alternativen für jeden Mannschaftsteil zu verpflichten. Das wird sich rächen, sobald der Spielplan dichter wird.
Fazit für die Analyse von Champions-League-Kadern
Diese sieben Schwachstellen zeigen, dass auch vermeintliche Topfavoriten verwundbar sind. Wer im Titelrennen bleiben will, muss diese strukturellen Probleme bis zum Saisonfinale in den Griff bekommen.
Für alle, die sich intensiv mit europäischem Spitzenfußball beschäftigen, bieten diese Kaderlücken wertvolle Einblicke. Sie zeigen, wo taktische Anpassungen nötig sind und welche Mannschaften unter Druck anfällig werden könnten.
Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Manche Klubs werden ihre Schwächen kompensieren können, andere werden daran scheitern. Wir bleiben dran und analysieren die weiteren Entwicklungen.
