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Markt- & Quotenanalyse

Wie gut Schlussquoten zu den Auswärtssiegen passten

Inhaltlich überarbeitet: 25.10.2026

Ein Fußballstadion bei Dämmerung mit Zuschauern im Vordergrund und beleuchtetem Spielfeld.

Wie gut trifft die Schlussquote bei Spielen zu, in denen das Auswärtsteam Favorit ist? In dieser Stichprobe war das Auswärtsteam in 2.399 von 7.388 Spielen der Schlussfavorit. In den unteren Wahrscheinlichkeitsbändern lag die beobachtete Auswärtssiegrate über der implizierten Wahrscheinlichkeit. In zwei dichter besetzten mittleren Bändern lagen beide Werte dagegen fast gleichauf. Das beschreibt vergangene Spiele, nicht die Aussichten kommender Partien.

Wie viele Spiele hatten einen Auswärtsfavoriten?

Als Auswärtsfavorit zählt hier das Ergebnis „Auswärtssieg“, wenn dessen Schlussquote niedriger war als die Quoten für Heimsieg und Remis. Die daraus abgeleitete Wahrscheinlichkeit lag in den ausgewerteten Spielen zwischen 0,344 und 0,852. Von den 7.388 Spielen erfüllten 2.399 diese Bedingung – rund 32,5 Prozent.

Wie in der Auswertung vom 24. Oktober wurden Spiele ausgeschlossen, wenn die niedrigste Quote bereits bei der früheren oder der Schlussquote geteilt war. Die Definition knüpft an den dort untersuchten Favoritenbegriff an, wertet hier aber gezielt die tatsächlichen Auswärtssiege aus. Eine kurze Einordnung dazu, was Eröffnungs- und Schlussquoten jeweils abbilden, findest du im verlinkten Beitrag.

Wie gut ordnet die Schlussquote die Auswärtssiege ein?

Die Tabelle fasst die Spiele nach der implizierten Wahrscheinlichkeit des Auswärtssiegs zusammen. „Beobachtet“ nennt tatsächliche Auswärtssiege und deren Anteil. Die Markteinschätzung ist der Durchschnitt der proportional normalisierten Schlussquoten innerhalb des jeweiligen Wahrscheinlichkeitsbands. Die Untergrenze gehört jeweils zum Band, die Obergrenze zum nächsten.

Kalibrierung von 2.399 Auswärtsfavoriten aus 7.388 Spielen (2021/22–2025/26)
Bande Spiele Beobachtet: Siege; Rate Impliziert; Abstand
0,33–0,40 678 279; 41,15 % 37,59 %; +3,56 Prozentpunkte
0,40–0,50 1.041 465; 44,67 % 44,26 %; +0,41 Prozentpunkte
0,50–0,70 610 348; 57,05 % 57,07 %; −0,02 Prozentpunkte
ab 0,70 70 57; 81,43 % 74,73 %; +6,70 Prozentpunkte

Der Abstand ist die beobachtete Rate minus die implizierte Wahrscheinlichkeit. In den Bändern 0,40–0,50 und 0,50–0,70 beträgt er nur +0,41 beziehungsweise −0,02 Prozentpunkte. In der höchsten Bande fällt er größer aus. Dort liegen jedoch nur 70 Spiele vor; das 95-Prozent-Wilson-Intervall für die beobachtete Rate reicht von 70,8 bis 88,8 Prozent.

Wo liegt die beobachtete Rate über der implizierten Wahrscheinlichkeit?

Ein genauerer Blick auf den unteren Bereich zeigt, woher der Abstand in der Sammelbande stammt:

Feine Wahrscheinlichkeitsbänder im unteren Bereich des Auswärtsfavoriten
Bande Spiele Beobachtet: Siege; Rate Impliziert; Abstand
0,34–0,36 103 44; 42,72 % 35,47 %; +7,25 Prozentpunkte
0,36–0,38 298 125; 41,95 % 37,01 %; +4,93 Prozentpunkte
0,38–0,40 277 110; 39,71 % 38,99 %; +0,72 Prozentpunkte

Für das erste Band liegt das Wilson-Intervall bei 33,6–52,4 Prozent, für das zweite bei 36,5–47,6 Prozent und für das dritte bei rund 34,1–45,6 Prozent. Das erste Band ist mit 103 Spielen klein; sein Intervall ist entsprechend breit. Diese Intervalle sind eine beschreibende Näherung unter Binomial- und Unabhängigkeitsannahmen; reale Spiele haben heterogene Wahrscheinlichkeiten, und Vergleiche über mehrere Bänder behindern einen Signifikanznachweis. Auch die beiden größeren Abstände sind keine Garantie für einen belastbaren Unterschied: Die jeweiligen implizierten Werte liegen innerhalb der Intervalle.

Ist das in allen drei Ligen gleich?

Nein. In der Sammelbande 0,33–0,40 betrug die beobachtete Auswärtssiegrate in der Premier League (E0) bei 128 Spielen 46,88 Prozent. In der Championship (E1) waren es bei 274 Spielen 39,05 Prozent, in League One (E2) bei 276 Spielen 40,58 Prozent. Der beobachtete Wert ist also nicht gleichmäßig über die drei Ligen verteilt. Diese Raten allein zeigen aber nicht, warum sie sich unterscheiden.

Was bedeuten die Grenzen?

Die implizierte Wahrscheinlichkeit entsteht, indem die Kehrwerte der drei Schlussquoten – Heimsieg, Remis und Auswärtssieg – proportional auf 100 Prozent normiert werden. So wird die im Markt enthaltene Marge rechnerisch herausgerechnet. Das Ergebnis ist trotzdem kein „wahrer“ Wahrscheinlichkeitswert, sondern eine normalisierte Markteinschätzung. Die Stichprobe und Kennzahlen richtig einzuordnen hilft dabei, beobachtete Abstände nicht mit sicheren Aussagen zu verwechseln.

Kleine Stichproben, Zufall und die Struktur der Marge können Unterschiede mitprägen. Die Auswertung belegt nicht, dass eine Marktineffizienz die Ursache ist. Sie ist weder eine Prognose noch eine Quotenempfehlung oder Ertragsaussage. Ohne Einsätze und tatsächliche Abrechnungsbeträge lässt sich aus Trefferquoten keine Gewinnbilanz ableiten. Weitere Begriffe findest du im Einstieg zu Zahlen und Sportwetten.

Quellen & Datenstand

Ausgewertet wurden dieselben 15 Saisondateien für E0, E1 und E2 von 2021/22 bis 2025/26 wie in der Analyse vom 24. Oktober; es wurde kein neuer Datensatz ergänzt. Die Datenbasis umfasst nach der dort verwendeten und hier identisch angewendeten Ausschlussregel 7.388 Spiele. Als Schlussquoten dienten die Markt-Durchschnittswerte AvgCH, AvgCD und AvgCA. Die Felddokumentation erläutert die Kennzeichnung der Schlussquoten; die Dateien sind über die Datenübersicht von Football-Data zugänglich. Datenstand: 24.10.2026.

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