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Markt- & Quotenanalyse

In 334 von 7.388 Spielen wechselte der Favorit

Inhaltlich überarbeitet: 24.10.2026

Ein erwachsener Mann betrachtet zwei nebeneinanderliegende Quotenspalten auf einem großen Bildschirm; davor liegen ein Notizbuch und eine Tasse.

Der Favorit einer Drei-Wege-Wette – Heimsieg, Remis oder Auswärtssieg – kann sich zwischen einer frühen und einer Schlussquote ändern. In einer Auswertung von 7.420 Spielen aus drei englischen Ligen traf der Schlussfavorit in 3.772 von 7.388 Spielen zu, in denen beide Auswertungsstände einen eindeutigen Favoriten haben: 51,06 Prozent. Der frühe Favorit traf in 3.748 Fällen zu, also in 50,73 Prozent. In beiden Rechnungen sind 32 Spiele ohne eindeutigen Favoriten ausgeschlossen; die Bewegungsanalyse weiter unten umfasst dagegen alle 7.420 Partien.

Die Daten stammen aus den Durchschnittsquoten von football-data.co.uk. Die Seite unterscheidet Vor-Schluss- und Schlussquoten; ihre Dokumentation kennzeichnet Schlussquoten mit einem zusätzlichen „C“ in den Feldnamen. Sie nennt sie „pre-closing averages“, also Marktmittel vor dem Schlussstand, und macht keine Angabe dazu, ob in jedem Spiel dieselben Anbieter eingeflossen sind.

Trefferquoten nach Quotenband des Schlussfavoriten
Schlussfavoriten-Quote Spiele Favorit traf zu Anteil
1,00–1,49 832 609 73,20 %
1,50–1,99 2.702 1.528 56,55 %
2,00–2,99 3.854 1.635 42,42 %

Wie oft gewann der Favorit?

Über alle 7.388 Spiele mit eindeutigem Favoriten auf beiden Seiten lag die Trefferquote des Schlussfavoriten um 0,33 Prozentpunkte über der des frühen Favoriten. Das ist ein kleiner Unterschied. Er beschreibt die ausgewerteten Partien, nicht die Chance eines Favoriten in einem kommenden Spiel.

Auch innerhalb der drei Quotenbänder variiert die Trefferquote deutlich. Bei Schlussquoten zwischen 1,00 und 1,49 gewann der Favorit in 73,20 Prozent der Spiele; zwischen 2,00 und 2,99 waren es 42,42 Prozent. Die Wilson-Intervalle – statistische Bereiche, die die Stichprobenunsicherheit eines Anteils beschreiben – reichen hier von 70,1 bis 76,1 Prozent beziehungsweise von 40,9 bis 44,0 Prozent.

Wie wurde ein Favorit bestimmt?

Als Favorit galt der Ausgang mit der niedrigsten Quote unter Heimsieg, Remis und Auswärtssieg. Bei gleich niedrigen Quoten für zwei Ausgänge gibt es nach dieser Regel keinen eindeutigen Favoriten. Solche Gleichstände treten im Datensatz auf beiden Seiten auf: in 19 Fällen bei den frühen und in 13 Fällen bei den Schlussquoten. Insgesamt sind deshalb 32 der 7.420 Spiele aus der Favoriten-Treffer-Auswertung ausgeschlossen; alle anderen Angaben gelten für die verbleibenden 7.388 Spiele.

Das zeigt sich etwa bei Derby County gegen Millwall am 23.02.2022: Die Schlussquoten lauteten 2,85 / 2,86 / 2,85. Heim- und Auswärtssieg waren gleich bewertet; das Spiel hatte deshalb keinen eindeutigen Favoriten und endete 1:2. Auch Bournemouth gegen Nottingham Forest am 21.01.2023 hatte bei den frühen Quoten zweimal 2,76. Beispiele wie dieses sind Teile des Datensatzes, aber kein Beleg für einen allgemeinen Zusammenhang.

Wie oft änderte sich die Favoritenrolle?

In 334 Spielen – 4,52 Prozent der 7.388 Partien mit eindeutigen Favoriten auf beiden Seiten – wechselte der Favorit zwischen den frühen und den Schlussquoten. In dieser Gruppe gewann der Schlussfavorit in 40,12 Prozent der Spiele, der frühe Favorit in 32,93 Prozent. 183 dieser Wechsel gingen vom Heim- zum Auswärtsfavoriten, 150 vom Auswärts- zum Heimfavoriten und einmal von Heim zum Remis.

Ein Beispiel für einen Wechsel vom Heim- zum Auswärtsfavoriten ist Chelsea gegen Manchester City am 25.09.2021: Früh lag die Heimquote mit 2,66 knapp unter der Auswärtsquote von 2,79. Zum Schluss war City mit 2,64 gegenüber 2,89 klarer favorisiert; City gewann 1:0. Umgekehrt wechselte Brighton gegen Leicester am 19.09.2021 zum späteren Heimfavoriten; Brighton gewann 2:1. Solche Einzelfälle veranschaulichen die Regel, beweisen aber nichts über andere Spiele.

Wie gut passten Schlussquoten zur Trefferquote?

Die Quoten lassen sich in Wahrscheinlichkeiten umrechnen. Dafür wird bei jedem Ausgang der Kehrwert seiner Quote durch die Summe der drei Kehrwerte geteilt. So wird der rechnerische Aufschlag des Marktes proportional entfernt. Der durchschnittliche Overround – die Kehrwertsumme abzüglich 100 Prozent – betrug vor der Normierung 5,75 Prozent bei den frühen und 5,59 Prozent bei den Schlussquoten. Eine normierte Quote ist dennoch keine unabhängig gemessene tatsächliche Gewinnchance.

Ein Beitrag vom 9. Oktober erklärt, warum frühe und späte Quoten unterschiedliche Informationsstände abbilden. Hier geht es stattdessen um Favoritenwechsel und beobachtete Trefferquoten. Begriffe wie implizite Wahrscheinlichkeit, Marge und Kalibrierung helfen, die Rechnungen einzuordnen.

Was zeigt die Bewegung der Heimwahrscheinlichkeit?

Bei der Heimsieg-Wahrscheinlichkeit lässt sich vergleichen, wie stark sich die Schätzung zwischen früh und Schluss verändert. Ab einer Bewegung von zwei Prozentpunkten unterscheiden sich die beobachteten Heimsiegquoten stärker als die frühen Wahrscheinlichkeiten erwarten ließen. Die Schluss-Erwartung liegt näher an den beobachteten Ergebnissen – sie enthält die Bewegung aber bereits.

Heimsiegquote nach Bewegung der Heimwahrscheinlichkeit
Bewegung Spiele Heimsiege Erwartung Schluss
Aufwärts, mindestens +2 Prozentpunkte 1.419 51,94 % 48,94 %
Stabil, weniger als 2 Prozentpunkte in beide Richtungen 4.522 42,68 % 41,93 %
Abwärts, höchstens −2 Prozentpunkte 1.479 39,76 % 40,11 %

Der Abstand zwischen den beobachteten Aufwärts- und Abwärtsgruppen beträgt 12,18 Prozentpunkte. Die Schluss-Erwartungen unterscheiden sich um 8,82 Punkte; die frühen Erwartungen nur um 1,62 Punkte. Die Bewegung ist also informativ in dieser Auswertung. Sie zeigt aber nicht, was die Veränderung verursacht hat.

Unterschieden sich die drei Ligen?

Die Trefferquote des Schlussfavoriten betrug in der Premier League 55,98 Prozent bei 1.897 Spielen (1.062 Treffer), in der Championship 47,70 Prozent bei 2.744 Spielen (1.309 Treffer) und in League One 51,00 Prozent bei 2.747 Spielen (1.401 Treffer). Der Gesamtwert verdeckt somit Unterschiede zwischen den Ligen. Er sagt nicht, warum sie auftreten; etwaige Ursachen lassen sich aus diesem Gruppenvergleich allein nicht ableiten.

Das Remis war in keinem Spiel mit eindeutigem Favoriten der frühe Favorit und nur in einem Spiel der eindeutige Schlussfavorit.

Die Angaben „früh“ und „schluss“ stammen aus zwei getrennten Datenspalten. Ein Spiel zählt nur dann zur Favoriten-Auswertung, wenn in beiden Spalten der niedrigste Wert genau einmal vorkommt. Das trifft auf 7.388 der 7.420 Partien zu; die übrigen 32 bleiben außen vor. Ergebnisse und Quotenband-Beschreibungen bleiben vergangenheitsbezogen. Weitere Hinweise zum Lesen von Kennzahlen findest du unter Zahlen verstehen und in unserer Analysemethode. Eine andere Kennzahl und ein anderer Datensatz stehen in der Auswertung, in der beide Teams in 58,9 Prozent von 4.541 Profiligaspielen trafen.

Was kann diese Auswertung nicht zeigen?

Die Datengrundlage umfasst E0, E1 und E2 – Premier League, Championship und League One – über fünf Spielzeiten von 2021/22 bis 2025/26. „Frühe Quote“ bedeutet hier den Durchschnitt mehrerer Buchmacher vor dem Schlussstand. Sie ist nicht zwingend die erste Marktquote; der zeitliche Abstand zum Anpfiff ist unbekannt. Die Schlussquote ist ebenfalls ein Durchschnitt, nicht der Preis eines einzelnen Anbieters.

Die Auswertung zählt abgeschlossene Spiele nachträglich. Sie ist keine Prognose und belegt keine Ursache für Quotenbewegungen. Favorit bedeutet in diesem Text schlicht: niedrigste Quote. Kleine Unterschiede von ein bis zwei Prozentpunkten sollten angesichts der Stichprobenunsicherheit vorsichtig gelesen werden. Die Zahlen sind keine Wett-Empfehlung.

Quellen & Datenstand: football-data.co.uk dokumentiert die Felder und erklärt, dass „C“ in einem Feldnamen eine Schlussquote kennzeichnet. Die 15 Saisondateien für E0, E1 und E2 sind unten verlinkt. Datenstand: 24.10.2026.

Feldnotizen · Datenarchiv

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