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Wettstrategien im Test

Eine Fibonacci-Progression braucht mehr als den nächsten Gewinn

Inhaltlich überarbeitet: 27.10.2026

Tennisschläger und gelber Ball vor einer gebogenen Reihe farbiger Trainingsmarkierungen auf einem sonnigen Platz.

Bei einer Fibonacci-Strategie wachsen die Einsätze nach einer Zahlenfolge statt durch ständiges Verdoppeln. Das klingt vorsichtiger. Wir rechnen einen Verlustlauf und anschließend alle möglichen Folgen eines kurzen Tests durch: Auch hier macht der nächste Gewinn frühere Verluste nicht automatisch wett.

Ohne Vorwissen starten

Die Idee in 30 Sekunden

Die verwendete Zahlenfolge lautet 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21. Jede neue Zahl ist die Summe der beiden vorherigen. In unserer Variante geht es nach einem Verlust eine Position vor und nach einem Gewinn zwei zurück, höchstens bis zum Anfang.

Ein Beispiel Schritt für Schritt

  1. Die Einsätze 1, 1, 2, 3 und 5 verlieren. Die bisherigen Verluste betragen zusammen 12 Einheiten.
  2. Der nächste Einsatz ist 8. Bei Quote 1,90 ergibt ein Gewinn eine Auszahlung von 15,20.
  3. Von diesen 15,20 sind 8 nur der zurückgezahlte Einsatz. Der neue Nettogewinn beträgt deshalb 7,20.
  4. 7,20 minus 12 frühere Verluste ergibt −4,80. Der nächste Gewinn hat den Durchlauf noch nicht ausgeglichen.
Die wichtigste Erkenntnis

Langsamer steigende Einsätze sind keine Garantie für kleine Verluste. Im vollständigen Acht-Wetten-Test bleiben die seltenen hohen Minusfälle entscheidend.

Diese Begriffe brauchst du für die Rechnung
  • Progression: eine feste Regel, nach der sich der Einsatz ändert.
  • Nettogewinn: Auszahlung minus Einsatz der gerade betrachteten Wette.
  • Erwarteter Saldo: der rechnerische Durchschnitt aller hier gleich wahrscheinlichen Folgen, kein versprochener Ausgang.

Die vollständige Rechnung und ihre Grenzen

Welche Variante hier tatsächlich geprüft wird

Der Modellbetrag beginnt bei 100 Einheiten. Der erste Einsatz ist der erste Eintrag der Folge 1, 1, 2, 3, 5, 8, 13, 21. Nach einem Verlust rückt die Position um einen Eintrag vor; nach einem Gewinn geht sie um zwei Positionen zurück, jedoch nie vor den ersten Eintrag. Nach genau acht abgerechneten Wetten endet der Test, auch bei negativem Saldo. Einheiten sind frei gewählte Rechengrößen.

Die Quote bleibt 1,90; die unabhängige Gewinnchance je Wette beträgt 50 Prozent. Alle 256 Reihenfolgen sind damit gleich wahrscheinlich. Selbst acht Verluste beanspruchen nur 54 Einheiten; in diesem kurzen Modell wird deshalb keine Wette mangels Restbetrag ausgelassen. Diese Eigenschaft gilt nicht automatisch für einen längeren Verlauf.

Die Erholungsbehauptung im einzelnen Rechenschritt

Ein erster Gewinn nach ausschließlich vorherigen Verlusten
Aktueller Einsatz Vorherige Verluste Saldo nach diesem Gewinn
1 0 0,90
1 1 -0,10
2 2 -0,20
3 4 -1,30
5 7 -2,50
8 12 -4,80
13 20 -8,30
21 33 -14,10

Nach Verlusten von 1, 1, 2, 3 und 5 fehlen 12 Einheiten. Ein Gewinn mit dem nächsten Einsatz 8 bringt bei 1,90 lediglich 7,20 Nettogewinn. Der Gesamtsaldo bleibt−4,80. Es genügt nicht, die ausgezahlten 15,20 als Gewinn zu verbuchen: Darin stecken die zuvor eingesetzten 8 Einheiten.

Diese Tabelle ist noch kein kompletter Test der Rücksetzregel. Sie isoliert nur eine konkrete Behauptung über den nächsten Gewinn. Wer anschließend weiterspielt, muss auch die folgenden Beträge und Ergebnisse abrechnen. Ein später ausgewählter günstiger Endpunkt wäre eine andere Testregel.

Alle 256 Folgen statt einer gelungenen Geschichte

Exakte Auswertung des beschriebenen Acht-Runden-Modells
Kennzahl Ergebnis
Anzahl vollständig abgerechneter Folgen 256
Anteil positiver Endsalden 57,4219%
Bester Endsaldo +7,20
Schlechtester Endsaldo −54,00
Erwarteter Gesamtumsatz 11,46875
Erwarteter Endsaldo -0,5734375
Das Beispiel als Grafik

Viele kleine Plusfälle, wenige große Verluste

Anzahl der möglichen Folgen (zusammen 256)

0Skala: gleiche Länge = gleicher Wert86
−60 bis unter −203
−20 bis unter −109
−10 bis unter −511
−5 bis unter 086
0 bis unter 280
2 bis unter 558
5 bis unter 109
So liest du die Grafik

Die Balken zählen, wie viele der 256 möglichen Folgen in einem bestimmten Bereich enden. Ein hoher Balken bedeutet häufig, nicht besonders profitabel. Alle Folgen zusammen ergeben 256.

Fiktives Rechenbeispiel. Fiktiv · Quote 1,90 · unabhängige Gewinnchance 50%. Anzeigen sind gerundet. Die vollständigen Zahlen und Annahmen stehen im Artikel.

Mehr als die Hälfte der Folgen endet positiv, der erwartete Saldo ist trotzdem negativ. Die Verlustbeträge der ungünstigen Folgen wiegen insgesamt schwerer als die häufigeren kleinen positiven Ergebnisse. Die Grafik gruppiert alle Endsalden in Intervalle, jeweils links einschließlich und rechts ausschließlich. Sie zeigt keine Stichprobe realer Wettkonten.

Eine zweite Kontrollrechnung ergibt dasselbe Ergebnis: Der erwartete Gesamtumsatz beträgt 11,46875 Einheiten. Weil jede neu gesetzte Einheit im Modell einen Erwartungswert von−0,05 hat, ergibt sich−0,5734375. Die Einsätze hängen zwar von früheren Ergebnissen ab; die jeweils nächste, unabhängige Wette hat unter unseren Annahmen weiterhin dieselbe nachteilige Auszahlung.

Welche Grenzen im Vergleich sichtbar bleiben müssen

Ein längerer Test, eine andere Quote oder ein anderer Rücksprung verändert die Verteilung. Auch „nach einem Gewinn eine Position zurück“ wäre eine neue Strategie und darf nicht unter derselben Ergebniszeile erscheinen. Ein Bericht sollte seine Regeln vor der Rechnung festhalten und später keine misslungenen Verläufe entfernen.

Die Progression kann in einer ausgewählten Folge besser aussehen als ein konstanter Betrag. Das beweist keinen Vorteil bei der Auswahl der Sportereignisse. Unser Test zeigt die Geldbewegung einer Regel, nicht eine Fähigkeit, Ergebnisse vorauszusagen. Gerade der Unterschied zwischen langsamerem Wachstum der Einsätze und tatsächlicher Verlustbegrenzung ist die wesentliche Erkenntnis.

Rechenbasis und Quellen

Alle Geldbeträge, Quoten und Ereignisfolgen dieses Rechenmodells sind fiktiv. Es wurden keine realen Wetten abgeschlossen. Gerundete Anzeigen ersetzen keine exakten Grenzprüfungen. Die Berechnungen und Diagrammdaten wurden am 27. Oktober 2026 überprüft.

MIT, Lecture 35 behandelt bedingte Erwartungen und Stoppregeln als mathematischen Hintergrund. Die hier gewählte Fibonacci-Variante, die 256 Folgen und ihre Diagrammdaten wurden eigenständig berechnet.

Alle Strategieprüfungen · Vorhandene Rechner und Lernwerkzeuge · Risiken und Hilfe

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