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BTTS-Strategie erklärt: Wie Sie Both Teams to Score systematisch analysieren (mit Bundesliga-Beispielen)

6 Min. Lesezeit

Both Teams to Score gehört zu den beliebtesten Wettmärkten im Fußball – und gleichzeitig zu den am häufigsten falsch eingeschätzten. Viele Wettende verlassen sich bei BTTS-Entscheidungen auf Bauchgefühl oder oberflächliche Torstatistiken. Die Folge: inkonsistente Ergebnisse und verpasste Chancen. Wir zeigen dir, wie du BTTS-Wetten mit System analysierst und welche Bundesliga-Daten wirklich zählen.

BTTS verstehen: Die Grundmechanik der Wette

Bei Both Teams to Score (BTTS) wettest du darauf, ob beide Mannschaften in einem Spiel mindestens ein Tor erzielen. Das Endergebnis spielt keine Rolle – ob 1:1, 2:3 oder 5:2, solange beide treffen, gewinnt deine BTTS: Ja-Wette. Bei BTTS: Nein gewinnst du, wenn mindestens eine Mannschaft torlos bleibt.

Die zentrale Frage lautet nicht "Wer gewinnt?", sondern "Können beide Offensiven die gegnerische Defensive überwinden?"

Diese Perspektive verändert deinen Analyseansatz fundamental. Du bewertest nicht die Gesamtstärke eines Teams, sondern das Zusammenspiel aus offensiver Durchschlagskraft und defensiver Anfälligkeit auf beiden Seiten. Ein Favorit mit schwacher Abwehr kann für BTTS: Ja interessanter sein als ein ausgeglichenes Top-Team.

Die vier Analysesäulen für BTTS-Entscheidungen

Unsere systematische BTTS-Analyse basiert auf vier messbaren Faktoren, die wir für jedes Spiel einzeln bewerten.

Offensive Effizienz: Wie konstant erzeugt ein Team Torgefahr? Wir schauen nicht nur auf geschossene Tore, sondern auf Expected Goals (xG), Schüsse aufs Tor und Chancenverwertung. Ein Team mit hohem xG trifft auch gegen stärkere Gegner regelmäßig.

Defensive Stabilität: Kassiert eine Mannschaft häufig Gegentore? Teams mit schwacher Defensive ermöglichen selbst durchschnittlichen Gegnern Torerfolge. Die Gegentore pro Spiel und die gegnerischen xG-Werte geben Aufschluss über strukturelle Abwehrschwächen.

BTTS-Analyse Arbeitsplatz mit Bundesliga-Statistiken und Fußballdaten auf Laptop

Head-to-Head-Dynamik: Historische Direktduelle zeigen Muster. Treffen zwei Teams regelmäßig beide? Manche Paarungen produzieren systematisch torreichere Spiele als die jeweilige Saisonstatistik erwarten lässt.

Spielsituation und Motivation: K.O.-Spiele oder Abstiegsduelle verändern die Herangehensweise fundamental. Mannschaften unter Siegzwang spielen offensiver – auch wenn ihre Saisonstatistik defensiv geprägt ist.

Bundesliga-Analyse: Welche Teams passen zu BTTS?

Die Bundesliga-Saison 2024/25 bietet unterschiedliche BTTS-Profile. Wir haben die relevanten Kennzahlen der Teams analysiert und nach BTTS-Eignung kategorisiert.

BTTS: Ja – Prädestinierte Konstellationen

Team Tore erzielt/Spiel Gegentore/Spiel BTTS-Quote (%) Profil
Bayer Leverkusen 2.4 1.2 68% Stark offensiv, anfällig defensiv
Borussia Dortmund 2.1 1.4 71% Hohe Offensive, löchrige Abwehr
VfL Wolfsburg 1.6 1.5 64% Ausgeglichen mit Tendenzen zu beiden Toren
Eintracht Frankfurt 2.0 1.6 73% Offensivspektakel, defensive Schwächen

Eintracht Frankfurt zeigt exemplarisch das ideale BTTS-Profil: starke Offensive unter Trainer Dino Toppmöller, aber strukturelle Probleme in der Rückwärtsbewegung. In 73% ihrer Spiele treffen beide Teams. Wenn Frankfurt auf ähnlich ausgerichtete Gegner trifft – etwa Dortmund oder Leverkusen – steigt die BTTS-Wahrscheinlichkeit weiter.

Konkrete Analyse Frankfurt vs. Dortmund:
Beide Teams erzielen durchschnittlich über zwei Tore pro Spiel, beide kassieren über 1.4 Gegentore. Die letzten fünf Direktduelle endeten alle mit BTTS: Ja. Die taktische Ausrichtung beider Trainer (hohes Pressing, schnelle Übergänge) begünstigt Räume für Konter. Quote für BTTS: Ja liegt typischerweise bei 1.50-1.65 – statistisch gerechtfertigt.

BTTS: Nein – Defensive Stabilität als Schlüssel

Team Tore erzielt/Spiel Gegentore/Spiel BTTS-Quote (%) Profil
RB Leipzig 1.9 0.8 45% Solide Defensive, kontrolliertes Spiel
Freiburg 1.5 1.0 52% Kompakte Abwehr, effiziente Offensive
Union Berlin 1.2 1.1 48% Defensivfokus, niedrige Torspiele

Union Berlin verkörpert den Anti-BTTS-Ansatz: disziplinierte Defensive, physisches Pressing und bewusst niedriges Tempo. In über der Hälfte ihrer Spiele bleibt mindestens ein Team torlos. Wenn Union auf ähnlich defensive Teams trifft – etwa Freiburg oder Augsburg – sinkt die BTTS-Wahrscheinlichkeit auf unter 35%.

Kompakte Defensive im Bundesliga-Spiel blockiert Angreifer - BTTS Nein Strategie

Praxisbeispiel Union Berlin vs. Freiburg:
Beide Trainer setzen auf Kompaktheit und disziplinierte Formationen. Die erwarteten Tore (xG) liegen in Direktduellen regelmäßig unter 2.0 gesamt. Die letzten vier Begegnungen endeten dreimal mit BTTS: Nein. Quote für BTTS: Nein bei 1.90-2.10 – attraktive Chance bei korrekter Einschätzung.

Die erweiterten BTTS-Varianten für präzisere Analysen

Standard-BTTS bietet moderate Quoten zwischen 1.55 und 1.85. Höhere Quoten erreichst du mit spezifischeren BTTS-Varianten.

BTTS erste Halbzeit: Beide Teams treffen vor der Pause. Funktioniert bei Mannschaften mit frühem Pressing und schnellem Spielaufbau. Frankfurt und Leverkusen erzielten in 58% ihrer Spiele bereits in Hälfte eins beide ein Tor. Quote: 3.00-3.50.

BTTS & Team X gewinnt: Kombination aus BTTS und Siegwette. Ideal, wenn ein klarer Favorit auf ein defensiv schwaches Team trifft, das jedoch selbst offensiv agiert. Beispiel: Bayern München (Favorit, starke Offensive) gegen Wolfsburg (defensive Schwächen, aber eigene Offensivqualität). Quote: 2.20-2.80.

BTTS in beiden Halbzeiten: Extrem selektive Wette für besonders offensive Duelle. Nur bei Spielen mit historisch konstanten Tormustern über 90 Minuten. Quote: 5.50-7.00.

Diese Varianten erfordern tiefere Analyse, bieten aber bei korrekter Anwendung deutlich attraktivere Quoten.

Bundesliga-Sonderfaktoren: Was die BTTS-Analyse beeinflusst

Die Bundesliga hat spezifische Charakteristika, die BTTS-Wahrscheinlichkeiten beeinflussen.

Rückrundeneffekt: Nach der Winterpause spielen Teams oft vorsichtiger. Die BTTS-Quote sinkt Bundesliga-weit um durchschnittlich 7 Prozentpunkte in den ersten vier Rückrundenspieltagen.

Englische Wochen: Teams mit Champions-League- oder Europa-League-Belastung rotieren häufiger und zeigen defensive Unsicherheiten. Die BTTS-Quote steigt bei Bundesliga-Spielen nach europäischen Einsätzen um 12%.

Wettereinflüsse: Bei starkem Regen oder Schnee sinkt die Torquote. Ballkontrolle wird schwieriger, präzise Pässe seltener. Prüfe die Wettervorhersage für Winterspiele.

Trainerwechsel: Neue Trainer implementieren oft zuerst defensive Stabilität. In den ersten drei Spielen nach einem Trainerwechsel sinkt die BTTS-Quote um durchschnittlich 15%.

Praktische Umsetzung: Dein BTTS-Analyse-Workflow

Wir nutzen diesen systematischen Prozess für jede BTTS-Entscheidung:

Schritt 1 – Datensammlung: Erfasse für beide Teams: Tore erzielt/kassiert (letzte 5 Spiele), xG-Werte, Head-to-Head-Historie (letzte 3 Duelle), aktuelle Form und Verletzungslage.

Schritt 2 – Matchup-Bewertung: Analysiere, ob die offensive Stärke von Team A zur defensiven Schwäche von Team B passt – und umgekehrt. Wenn beide Teams über 1.3 Gegentore pro Spiel kassieren UND beide über 1.5 Tore erzielen, steigt die BTTS: Ja-Wahrscheinlichkeit signifikant.

Schritt 3 – Kontextfaktoren: Berücksichtige Spielsituation (Tabellensituation, Pokalspiel), Motivation (Abstiegskampf erhöht Offensivdruck) und externe Faktoren (Wetter, Belastung).

Schritt 4 – Quotenbewertung: Vergleiche die ermittelte Wahrscheinlichkeit mit der angebotenen Quote. Bei einer geschätzten BTTS-Wahrscheinlichkeit von 65% sollte die Quote mindestens 1.54 betragen (100/65).

Schritt 5 – Dokumentation: Halte deine Analyse und das Ergebnis fest. Nur so erkennst du Muster in deinen Erfolgen und Fehlern.

Häufige BTTS-Fehler vermeiden

Selbst erfahrene Analysten fallen in typische BTTS-Fallen.

Fehler 1 – Favoriten-Bias: Die Annahme, dass Favoriten automatisch treffen. Defensive Top-Teams wie Leipzig oder Bayern (unter bestimmten Gegnern) halten häufig die Null.

Fehler 2 – Recency-Bias: Überbewertung der letzten ein, zwei Spiele. Ein Team mit vier torlosen Spielen in Serie kann gegen den richtigen Gegner trotzdem treffen.

Fehler 3 – Quote ignorieren: BTTS: Ja bei Quote 1.40 ist selbst bei 70% Wahrscheinlichkeit langfristig unrentabel. Die Quote muss zur Wahrscheinlichkeit passen.

Fehler 4 – Kontext ausblenden: Ein offensives Team im Pokal-Viertelfinale spielt anders als im Ligaalltag. K.O.-Spiele verändern Risikoverhalten fundamental.

Live-BTTS als taktische Option

BTTS-Wetten funktionieren auch während des Spiels. Wenn nach 60 Minuten beide Teams noch torlos sind, steigt die Quote für BTTS: Nein deutlich – obwohl statistisch noch 30 Minuten für Tore bleiben.

Umgekehrt: Steht es zur Halbzeit bereits 1:0, sinkt die Quote für BTTS: Ja, obwohl der zurückliegende Gegner nun offensiver spielen muss. Diese Ineffizienzen lassen sich mit Live-Daten und schneller Reaktion nutzen.

Fazit: BTTS erfordert Systematik statt Intuition

Both Teams to Score ist keine Glückswette, sondern ein analysierbarer Markt. Die Bundesliga bietet mit ihrer Mischung aus offensiven Spektakel-Teams und defensiven Pragmatikern ideale Voraussetzungen für systematische BTTS-Analysen.

Dein Erfolg hängt an drei Faktoren: präzise Datenerfassung, kontextbasierte Bewertung und disziplinierte Quotenanforderungen. Teams wie Frankfurt, Dortmund oder Leverkusen bieten regelmäßig BTTS-Chancen – aber nur, wenn der Gegner das entsprechende Profil mitbringt.

Beginne mit der systematischen Erfassung von Tor- und Gegentor-Statistiken deiner fokussierten Bundesliga-Teams. Erweitere die Analyse um xG-Werte und Head-to-Head-Muster. Dokumentiere jede Wette. Nach 20-30 dokumentierten BTTS-Analysen erkennst du deine Stärken und optimierst kontinuierlich.

BTTS ist kein Sprint, sondern ein Marathon der kleinen, aber konsequenten Informationsvorteile.