BTTS-Strategie erklärt: So findest du profitable Both-Teams-To-Score Wetten in 5 Schritten
5 Min. LesezeitBTTS-Wetten gehören zu den beliebtesten Wettmärkten im Fußball – und das aus gutem Grund. Die Frage, ob beide Teams treffen, ist statistisch greifbarer als manch andere Wettart. Doch viele Wettende scheitern daran, weil sie BTTS-Tipps pauschal platzieren, ohne die zugrundeliegenden Mechanismen zu verstehen. Wir zeigen dir, wie du mit einem strukturierten 5-Schritte-Ansatz profitable BTTS-Wetten identifizierst.
Was macht BTTS-Wetten so attraktiv?
Both Teams to Score bedeutet: Beide Mannschaften müssen innerhalb der regulären 90 Minuten mindestens ein Tor erzielen. Diese Wettart bietet einen entscheidenden Vorteil gegenüber klassischen Ergebniswetten: Du musst nicht den Sieger vorhersagen, sondern lediglich bewerten, ob beide Offensivreihen mindestens einmal erfolgreich sind.
Statistisch gesehen treffen in den europäischen Top-Ligen beide Teams in 45-55% aller Spiele. Diese Grundwahrscheinlichkeit macht BTTS zu einem berechenbaren Markt – vorausgesetzt, du analysierst die richtigen Faktoren.
Schritt 1: Offensive und Defensive quantifizieren
Der Ausgangspunkt jeder BTTS-Analyse liegt in der präzisen Bewertung der Offensiv- und Defensivleistung beider Teams. Dabei reicht ein Blick auf die Tabelle nicht aus.
Entscheidende Metriken:
- Expected Goals (xG) pro Spiel: Zeigt die tatsächliche Offensivqualität unabhängig vom Torerfolg
- xGA (Expected Goals Against): Misst die Defensivanfälligkeit basierend auf zugelassenen Chancen
- BTTS-Quote der letzten 10 Spiele: Historische Trefferquote beider Teams
- Durchschnittliche Gegentore pro Spiel: Konkrete Anfälligkeit der Defensive
Ein Team mit einem xG von 1,8 pro Spiel und einem xGA von 1,5 ist ein idealer BTTS-Kandidat. Es erzielt genug Chancen für eigene Tore und lässt gleichzeitig ausreichend Raum für Gegentreffer.

Praxisbeispiel: Ein Team wie Bayer Leverkusen unter Xabi Alonso zeigt typischerweise hohe xG-Werte (offensivstark) bei moderaten xGA-Werten. Gegen einen ebenfalls offensivorientierten Gegner steigt die BTTS-Wahrscheinlichkeit deutlich.
Schritt 2: Spielpaarung klassifizieren
Nicht jedes Match eignet sich für BTTS-Wetten. Die Klassifizierung der Begegnung ist entscheidend.
| Paarungstyp | Offensive Team A | Defensive Team A | Offensive Team B | Defensive Team B | BTTS-Empfehlung |
|---|---|---|---|---|---|
| Offensiv-Duell | Stark | Schwach | Stark | Schwach | BTTS: Ja |
| Defensiv-Schlacht | Schwach | Stark | Schwach | Stark | BTTS: Nein |
| Asymmetrisch 1 | Stark | Schwach | Schwach | Stark | Einzelfallprüfung |
| Torgarantie | Stark | Schwach | Stark | Mittel | BTTS: Ja |
| Ausgeglichen | Mittel | Mittel | Mittel | Mittel | BTTS: Ja (moderate Quote) |
Zwei offensivstarke Teams: Wenn beide Mannschaften regelmäßig zwei oder mehr Tore erzielen und gleichzeitig Gegentore kassieren, liegt die BTTS-Wahrscheinlichkeit oft bei 65-75%.
Zwei defensivschwache Teams: Auch wenn die Offensiven nicht überragend sind – zwei Teams mit schlechter Defensivarbeit produzieren häufig Spiele mit Toren auf beiden Seiten.
Zwei Defensivspezialisten: Hier wird es kritisch. Teams, die konsequent auf Kompaktheit setzen und selten mehr als ein Gegentor kassieren, machen BTTS-Wetten riskant.
Wichtiger Hinweis: K.O.-Spiele in Pokalwettbewerben oder entscheidende Abstiegsduelle zeigen oft defensivere Ausrichtungen. Die BTTS-Quote sinkt in diesen Szenarien deutlich.
Schritt 3: Statistische Wahrscheinlichkeiten gegen Quoten abwägen
Die Quote ist dein Kompass zur Profitabilität. Eine BTTS-Quote von 1,57 mag verlockend erscheinen, erfordert aber eine Erfolgsquote von 64% für langfristige Gewinne. Bei einer Quote von 2,75 genügen bereits 37% erfolgreiche Tipps.
Break-Even-Rechnung:
- Quote 1,57 → benötigte Erfolgsquote: 63,7%
- Quote 1,80 → benötigte Erfolgsquote: 55,6%
- Quote 2,00 → benötigte Erfolgsquote: 50,0%
- Quote 2,50 → benötigte Erfolgsquote: 40,0%
- Quote 2,75 → benötigte Erfolgsquote: 36,4%

Wenn deine Analyse eine BTTS-Wahrscheinlichkeit von 60% ergibt, die angebotene Quote aber nur 1,50 beträgt, existiert kein positiver Erwartungswert. Erst ab einer Quote von etwa 1,67 wird der Tipp mathematisch sinnvoll.
Datenbasierter Ansatz: Erstelle für häufig bespielte Ligen eine BTTS-Statistik. In der Bundesliga liegt die BTTS-Quote typischerweise zwischen 48-52%. Nutze diese Baseline, um einzelne Spiele zu bewerten. Weicht deine berechnete Wahrscheinlichkeit deutlich nach oben ab (z.B. 65%), während die Quote noch 1,90 beträgt, entsteht Value.
Schritt 4: Die passende BTTS-Variante wählen
BTTS ist nicht gleich BTTS. Verschiedene Varianten bieten unterschiedliche Risiko-Rendite-Profile.
BTTS Ja/Nein (klassisch): Die Standardvariante über 90 Minuten. Quoten bewegen sich meist zwischen 1,50 und 2,20.
BTTS 1. Halbzeit: Beide Teams müssen bereits in den ersten 45 Minuten treffen. Die Wahrscheinlichkeit sinkt auf etwa 20-25%, die Quoten liegen entsprechend bei 4,00-7,00. Diese Variante funktioniert bei Teams mit explosiven Startphasen.
BTTS & Sieg: Kombination aus BTTS und dem Sieg einer bestimmten Mannschaft. Ein 2:1-Heimsieg erfüllt beispielsweise BTTS & Heimsieg. Die Quoten steigen auf 3,50-6,00, die Komplexität der Vorhersage ebenfalls.

BTTS & Unentschieden: Beide Teams treffen, das Spiel endet remis (z.B. 1:1, 2:2). Quoten zwischen 5,00 und 9,00 sind üblich. Diese Variante eignet sich für ausgeglichene Duelle mit moderater Torproduktion.
Strategische Empfehlung: Bleibe bei der klassischen BTTS-Variante, wenn du konsistente Ergebnisse anstrebst. Die Kombinationen erhöhen zwar die Quote, aber auch die Varianz. Für spezielle Situationen – etwa ein offensives Derby mit klarem Favoriten – kann BTTS & Sieg sinnvoll sein.
Schritt 5: Individuelle Spielbewertung statt Muster
Der größte Fehler bei BTTS-Wetten: Mehrere Spiele pauschal als Kombi mit "BTTS: Ja" zu bespielen. Jedes Match erfordert eine eigenständige Bewertung.
Checkliste für die Einzelbewertung:
- Aktuelle Form beider Teams (letzte 5 Spiele, nicht nur Ergebnisse, sondern xG/xGA)
- Personalsituation (fehlen Stammspieler in Offensive oder Defensive?)
- Taktische Ausrichtung (Pressingintensität, Defensive-Linie, Konteranfälligkeit)
- Historische Head-to-Head-Daten (BTTS-Quote der letzten Duelle)
- Spieltag-Kontext (Abstiegskampf, Meisterschaftsentscheidung, bedeutungslose Partie)
- Wetterbedingungen (starker Regen oder Wind können Torchancen reduzieren)
Konkrete Anwendung: Angenommen, du analysierst ein Spiel zwischen zwei Mittelfeld-Teams. Team A hat in 7 der letzten 10 Spiele beide getroffen, Team B in 6 von 10. Die statistischen BTTS-Wahrscheinlichkeit liegt bei etwa 55-60%. Die angebotene Quote beträgt 1,85.
Nun prüfst du: Team A fehlen zwei Stamm-Verteidiger, Team B tritt mit Bestbesetzung an. Team A spielt zu Hause und hat dort eine xG von 2,1 pro Spiel. Team B kassiert auswärts durchschnittlich 1,6 Gegentore. Deine adjustierte BTTS-Wahrscheinlichkeit steigt auf 65-70%. Bei Quote 1,85 ergibt sich ein klarer Value-Vorteil.
Zusätzliche Faktoren: Tempo und Spielstil
Die Spielgeschwindigkeit beeinflusst BTTS-Wahrscheinlichkeiten erheblich. Teams, die ein hohes Pressing fahren und schnell umschalten, produzieren mehr Torchancen auf beiden Seiten. Ein Blick auf die durchschnittlichen Ballbesitzphasen und Kontersituationen liefert Aufschluss.
High-Tempo-Indikatoren:
- Durchschnittliche Sprints pro Spiel über 200
- Pressing-Erfolgsquote über 30%
- Durchschnittlich über 25 Torschüsse pro Spiel (beide Teams)
- Mehr als 15 erwartete Torchancen (xG kombiniert)
Spiele mit diesen Merkmalen zeigen BTTS-Quoten von 60% und höher.
Wann du BTTS meiden solltest
Bestimmte Szenarien sprechen klar gegen BTTS-Wetten:
Derby-Spiele mit hohem Stellenwert: Die emotionale Komponente führt oft zu vorsichtigerem Spiel, besonders in der Anfangsphase.
Extreme Tabellenkonstellationen: Ein Tabellenführer gegen den Tabellenletzten produziert häufig einseitige Ergebnisse (3:0, 4:0), bei denen das schwächere Team kein Tor erzielt.
Teams in Ergebniskrise: Eine Mannschaft in einer 0:5-Niederlage-Serie mit massiven Offensivproblemen wird selbst gegen schwache Defensiven oft torlos bleiben.
Stark wetter- oder platzbedingte Einschränkungen: Tiefgekühlte Plätze oder Starkregen reduzieren Passsicherheit und Torchancen.
Langfristige Profitabilität: Dokumentation und Anpassung
Führe für deine BTTS-Wetten ein detailliertes Tracking:
- Gespielte Quote
- Berechnete Wahrscheinlichkeit
- Tatsächliches Ergebnis
- xG/xGA-Werte post-Match
Nach 50-100 Wetten erkennst du Muster: Welche Ligen funktionieren am besten? Bei welchen Quoten-Bereichen erzielst du die höchste Trefferquote? Wo überschätzt du systematisch die Offensive oder unterschätzt defensive Stabilität?
Diese Daten ermöglichen kontinuierliche Verbesserung. BTTS-Wetten sind kein Glücksspiel, sondern ein Prozess der statistischen Optimierung. Wer seine Methodik verfeinert und diszipliniert umsetzt, baut langfristig einen Vorteil auf.
Abschließende Erkenntnis: BTTS-Wetten belohnen analytische Tiefe. Die fünf beschriebenen Schritte bilden das Fundament – deine individuelle Anpassung an Ligen, Teams und Spielstile macht den Unterschied zwischen Verlust und nachhaltigem Profit. Setze auf Daten, nicht auf Bauchgefühl, und bewerte jedes Spiel als eigenständige Entscheidung.
