Bayerns Kaderumbruch im Sommer 2026 nimmt Form an – Diese 7 Positionen stehen auf dem Prüfstand
6 Min. LesezeitDer FC Bayern München steht vor einer der entscheidendsten Transferphasen der vergangenen Jahre. Während neun Leistungsträger bereits langfristig gebunden sind, laufen sieben wichtige Verträge in absehbarer Zeit aus. Sportvorstand Max Eberl muss schnell handeln, will der Rekordmeister nicht riskieren, wertvolle Spieler ablösefrei zu verlieren oder in schwache Verhandlungspositionen zu geraten.
Die finanzielle Ausgangslage hat sich durch Abgänge der vergangenen Saison deutlich entspannt. Über 50 Prozent der Gehaltskosten konnten eingespart werden, was theoretisch Spielraum für Verlängerungen und Neuverpflichtungen schafft. Doch die Realität sieht komplizierter aus. Mehrere Stammspieler fordern Gehaltserhöhungen, während ihre Leistungen teils hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Innenverteidigung unter Druck
Dayot Upamecano bleibt der zentrale Baustein
Die Personalie Upamecano gilt als absolut kritisch für die Kaderplanung. Der französische Nationalspieler fordert eine nahezu Verdopplung seines aktuellen Gehalts von 7 bis 8 Millionen Euro jährlich. Gleichzeitig möchte er seine Ausstiegsklausel von 120 Millionen Euro reduzieren, was Bayern in eine heikle Lage bringt. Einerseits ist Upamecano bei voller Fitness und Konzentration ein absoluter Leistungsträger, andererseits schwanken seine Auftritte in Qualität und Konstanz.
Die Verhandlungen verlaufen zäh, zeigen laut Insiderberichten aber "vorsichtigen Optimismus". Upamecano selbst signalisiert Verlängerungsbereitschaft, doch die Gehaltsforderungen belasten Bayerns Gehaltsgefüge. Eine Einigung muss bald her, sonst droht im kommenden Jahr ein ablösefreier Abgang oder ein Notverkauf.
Minjae Kim vor ungewisser Zukunft
Nach zwei Spielzeiten mit wechselhaften Leistungen steht der Südkoreaner erstmals ernsthaft auf der Verkaufsliste. Kim kam 2024 als einer der begehrtesten Innenverteidiger Europas nach München, konnte die hohen Erwartungen bislang aber nicht konstant erfüllen. Seine Zweikampfwerte sind solide, doch im Spielaufbau und bei der Raumaufteilung gegen Top-Gegner zeigt er Schwächen.
Bayern erwägt, die Position neu zu besetzen und damit gleichzeitig Gehaltsmasse freizuschaufeln. Ein Verkauf würde vermutlich noch eine ordentliche Ablöse einbringen, während ein weiteres Jahr mit Leistungsschwankungen den Marktwert weiter drücken könnte.
Eric Dier als verlässliche Übergangslösung
Der englische Routinier überrascht seit Monaten mit soliden Auftritten. Während Upamecanos Verletzungspause füllte Dier die Lücke souverän und zeigte genau die Stabilität, die Bayern in der Dreierkette braucht. Sein Vertrag läuft aus, doch Gespräche über eine Verlängerung laufen bereits.
Dier wäre kostengünstig zu halten und könnte als erfahrener Backup für die kommende Saison dienen. Die Frage ist, ob der 32-Jährige noch die körperliche Frische mitbringt, um in der Champions League gegen internationale Topstürmer zu bestehen.
Defensive Außenbahn mit Fragezeichen
Raphaël Guerreiro vor dem Absprung
Der portugiesische Linksfuß steht ein Jahr vor Vertragsende auf der Abschussliste. Mit 31 Jahren gehört Guerreiro nicht mehr zur langfristigen Planung, zudem haben seine Auftritte gegen Top-Gegner enttäuscht. Seine Vielseitigkeit als Linksverteidiger und zentraler Mittelfeldspieler ist wertvoll, doch die defensive Absicherung fehlt oft.
Ein Verkauf im Sommer wäre die letzte Chance, noch eine Ablöse zu generieren. Gleichzeitig würde Bayern Gehaltsmasse einsparen und könnte die Position mit einem jüngeren, dynamischeren Spieler besetzen. Guerreiro selbst dürfte offen für einen Wechsel sein, nachdem er unter Trainer Vincent Kompany nicht mehr zur ersten Wahl zählt.

Offensivabteilung im Umbruch
Leroy Sané als größtes Fragezeichen
Kein Spieler verkörpert Bayerns Dilemma besser als Sané. Der deutsche Nationalspieler schwankt zwischen Weltklasse-Leistungen und völliger Unsichtbarkeit. Sein Auftritt gegen Inter Mailand zeigte beide Extreme binnen einer Woche. Erst brillierte er mit Tempo und Abschlussqualität, dann verschwand er komplett aus dem Spiel.
Bayern hat ein Vertragsangebot vorgelegt, das eine Gehaltsreduzierung vorsieht. Sané verdient aktuell geschätzte 20 Millionen Euro pro Jahr, deutlich über seinem Leistungsdurchschnitt der vergangenen beiden Spielzeiten. Die Verhandlungen werden diese Woche fortgesetzt, doch beide Seiten zeigen sich zurückhaltend.
Die sportliche Leitung steht vor der Frage, ob ein inkonstanter 30-Jähriger mit hohem Gehalt noch ins Anforderungsprofil passt. Ein Verkauf würde massiv Gehaltsmasse freimachen, allerdings fehlt ein direkter Ersatz mit Sanés Tempogefahr.
Kingsley Coman will weg
Der französische Flügelspieler hat seinen Abschiedswunsch intern bereits geäußert. Nach Jahren mit wiederkehrenden Muskelverletzungen und schwankenden Leistungen sucht Coman eine neue Herausforderung. Arsenal zeigt konkretes Interesse und könnte im Sommer ein Angebot vorlegen.
Mit 17 Millionen Euro Jahresgehalt gehört Coman zu den Topverdienern, ohne dass seine Spielzeit dies rechtfertigt. Bayern würde einem Wechsel vermutlich nicht im Weg stehen, sofern die Ablöse stimmt. Die Frage ist, wie viel ein verletzungsanfälliger 29-Jähriger auf dem Transfermarkt noch wert ist.
Serge Gnabry vor letzter Verkaufschance
Gnabrys Vertrag läuft 2026 aus, der kommende Sommer ist die letzte Möglichkeit für Bayern, noch Transfererlöse zu generieren. Mit 19 Millionen Euro Jahresgehalt ist der deutsche Nationalspieler einer der teuersten Spieler im Kader, seine Leistungen rechtfertigen dies jedoch nicht mehr.
Die einst so gefährliche Kombination aus Tempo, Dribbling und Torabschluss ist verblasst. Gnabry wirkt in vielen Spielen ideenlos und ohne die nötige Durchsetzungskraft. Ein Verkauf würde Bayern zwingen, die Flügelposition komplett neu aufzustellen, bietet aber gleichzeitig die Chance auf einen Neuanfang mit hungrigeren Spielern.

Mittelfeld-Umbruch beschlossene Sache
Leon Goretzka vor dem Abschied
Nach acht Jahren beim FC Bayern steht Goretzkas Abgang fest. Der zentrale Mittelfeldspieler hat in der Hierarchie deutlich an Bedeutung verloren und spielt nur noch sporadisch. Mehrere Klubs aus der Serie A, darunter AC Mailand, sowie englische Teams haben Interesse signalisiert.
Goretzka verdient geschätzte 15 Millionen Euro pro Jahr, ein Gehalt, das seine aktuelle Rolle nicht rechtfertigt. Ein Wechsel würde beiden Seiten neue Perspektiven eröffnen. Bayern könnte die freigewordenen Mittel in einen jüngeren, dynamischeren Sechser investieren, während Goretzka andernorts wieder Stammplatz-Garantien erhalten könnte.
Finanzielle und sportliche Auswirkungen
Die folgende Übersicht zeigt die vertragliche Situation und geschätzten Gehälter der betroffenen Spieler:
| Position | Spieler | Vertragsende | Geschätztes Jahresgehalt | Status |
|---|---|---|---|---|
| IV | Dayot Upamecano | 2026 | 7-8 Mio. € | Verhandlung läuft |
| IV | Minjae Kim | 2028 | 10-12 Mio. € | Verkauf möglich |
| IV | Eric Dier | 2025 | 4-5 Mio. € | Verlängerung wahrscheinlich |
| LV/ZM | Raphaël Guerreiro | 2026 | 7-8 Mio. € | Verkauf geplant |
| RF | Leroy Sané | 2025 | 18-20 Mio. € | Ungewiss |
| LF | Kingsley Coman | 2027 | 17 Mio. € | Verkaufswunsch geäußert |
| RF | Serge Gnabry | 2026 | 19 Mio. € | Letztes Verkaufsjahr |
| ZM | Leon Goretzka | 2026 | 15 Mio. € | Abgang beschlossen |
Die Gesamtsumme der jährlichen Gehälter dieser acht Spieler beläuft sich auf geschätzte 100 Millionen Euro. Würde Bayern alle Verträge nicht verlängern oder die Spieler verkaufen, entstünde ein enormer finanzieller Spielraum für Neuverpflichtungen.
Strategische Überlegungen für die Zukunft
Bayern steht vor der Entscheidung, ob der Klub auf Kontinuität oder kompletten Umbruch setzt. Die aktuelle Konstellation zeigt mehrere verdiente Spieler am Ende ihrer Leistungskurve, deren Gehälter nicht mehr zur Leistung passen. Gleichzeitig fehlt in einigen Bereichen die nachwachsende Generation.
Die sportliche Führung muss abwägen, welche Positionen absolut prioritär sind. Upamecano ist trotz seiner Forderungen schwer zu ersetzen, während Goretzka bereits durch jüngere Spieler verdrängt wurde. Die Flügelpositionen benötigen frischen Wind, kosten aber in der Ablöse erheblich.
Die kommenden Wochen werden zeigen, wie mutig Eberl und die Klubführung agieren. Ein halbherziger Umbruch, bei dem man aus Angst vor Veränderung an zu vielen alternden Stars festhält, könnte Bayern mittelfristig teuer zu stehen kommen. Ein radikaler Schnitt birgt kurzfristige Risiken, schafft aber langfristig die Basis für eine neue, hungrige Generation.
Der Sommer 2026 wird so oder so einen Wendepunkt markieren. Bayerns Anspruch, national und international um Titel mitzuspielen, erfordert kluge Entscheidungen in einer Phase, in der viele Verträge auslaufen und die Gehaltsstruktur aus den Fugen geraten ist. Die sieben betroffenen Positionen sind mehr als nur Personalfragen – sie sind der Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit des Rekordmeisters.
