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Arsenals Pressing-System zerlegt die Premier League in nur 5 Wochen

4 Min. Lesezeit

Mikel Artetas Arsenal hat in den ersten fünf Wochen der Saison 2025/26 ein taktisches Statement abgeliefert, das die Premier League in Aufruhr versetzt. Die Gunners dominieren nicht durch individuelles Können allein, sondern durch ein hochorganisiertes Pressingspiel, das Gegner systematisch ihrer Spielweise beraubt. Mit einer Ballrückgewinnungszeit von durchschnittlich 8,7 Sekunden nach Ballverlust setzt Arsenal neue Maßstäbe in der englischen Eliteklasse.

Die taktische DNA unter der Lupe

Artetas System basiert auf einem Grundprinzip, das weit über simples Hochpressen hinausgeht. Arsenal kontrolliert nicht nur den eigenen Ballbesitz, sondern diktiert präzise, wo und wie das Spiel stattfindet. Diese Kontrolle manifestiert sich in der Fähigkeit, gegnerische Teams in vorhersehbare Muster zu zwingen, bevor diese überhaupt merken, dass sie das Spiel bereits nach Arsenals Regeln spielen.

Die Flexibilität zwischen 4-3-3 und 4-2-3-1 Formation bildet dabei das taktische Rückgrat. Diese Formationswechsel erfolgen nicht starr zwischen Angriffs- und Verteidigungsphasen, sondern fließend durch geometrische Verschiebungen während des Spielflusses. Wenn Declan Rice aus dem Mittelfeld in die Abwehrkette rückt, entsteht temporär eine Dreierkette im Aufbauspiel. Gleichzeitig rücken die Flügelspieler höher, was numerische Überlegenheit gegen gegnerische Pressingtrigger schafft.

Arsenals taktische Formation 4-3-3 zu 4-2-3-1 Wechsel im Pressing-System

Sieben Spieler als koordinierte Pressingeinheit

Die Aggressivität in Arsenals Ballrückgewinnung ist messbar außergewöhnlich. Sieben Feldspieler arbeiten koordiniert daran, gegnerische Aufbauversuche zu ersticken, bevor diese Fahrt aufnehmen können. Diese Herangehensweise unterscheidet sich fundamental von traditionellen Pressingsystemen, bei denen oft nur die Angreifer früh stören.

Pressing-Metrik Arsenal 2025/26 Liga-Durchschnitt
Ballrückgewinnung nach Verlust 8,7 Sekunden 12,3 Sekunden
Aktive Presser 7 Spieler 4-5 Spieler
Gewonnene Zweikämpfe im gegnerischen Drittel 68% 54%
Provozierte Fehlpässe pro Spiel 23 16

Die Zahlen offenbaren die Effizienz dieses Ansatzes. Durch das frühe, aggressive Anlaufen mit mehreren Spielern gleichzeitig entstehen Winkel, die Passoptionen systematisch eliminieren. Gegnerische Innenverteidiger müssen unter konstantem Druck entscheiden, was zu hastigen Entscheidungen und Ballverlusten in gefährlichen Zonen führt.

Territoriale Überlegenheit als Waffe

Wenn Gegner versuchen, sich dem Pressing durch tieferes Absinken zu entziehen, aktiviert Arsenal Phase zwei des Systems. Statt blind hinterherzulaufen, konzentriert sich das Team auf territoriale Überlegenheit. Arsenal schiebt die defensive Linie hoch, komprimiert den Raum und zwingt Gegner in ihr eigenes Drittel.

Diese Raumkontrolle hat einen doppelten Effekt. Einerseits entstehen mehr Standardsituationen durch Fouls in gefährlichen Zonen oder erzwungene Klärungsaktionen. Andererseits ermüdet das konstante Verteidigen unter Druck die gegnerische Mannschaft mental und physisch. In der zweiten Halbzeit brechen viele Teams unter dieser Belastung zusammen.

Arsenal Spieler im koordinierten Pressing gegen Gegner in der Premier League

Das variable Pressingverhalten ist dabei entscheidend. Arsenal reagiert nicht nur auf gegnerische Aktionen, sondern antizipiert sie. Ob der Gegner schnell kombinieren oder lange Bälle schlagen will – für beide Szenarien existieren einstudierte Lösungsmuster. Diese Antizipation basiert auf minutiöser Gegneranalyse und klaren Triggerpunkten, die das Pressingverhalten aktivieren.

Die defensive Mauer als letzte Absicherung

Das aggressive Vorrücken funktioniert nur durch eine kompakte, dominante Defensivreihe. William Saliba, Gabriel Magalhaes und Ben White bilden ein Trio, das Halbräume eliminiert und in der Luft nahezu unbezwingbar ist. Diese defensive Struktur erreicht ein Niveau, das statistisch mit Manchester City vergleichbar ist und die Konkurrenz deutlich übertrifft.

Defensive Kennzahlen Arsenal Manchester City Liverpool
Gegentore pro Spiel 0,6 0,7 1,1
Gewonnene Luftzweikämpfe 76% 74% 69%
Blockierte Schüsse 8,2 7,8 6,4
Eroberungen im eigenen Drittel 4,1 4,3 5,8

Die niedrige Zahl an Eroberungen im eigenen Drittel zeigt paradoxerweise die Stärke des Systems. Arsenal lässt den Ball selten soweit kommen. Die meisten Ballgewinne erfolgen im Mittelfeld oder im gegnerischen Drittel, was die defensive Linie entlastet.

Warum Gegner scheitern

Das Dilemma für gegnerische Trainer liegt in der Natur des Systems. Versuchen sie, kurz und kontrolliert aufzubauen, laufen sie in Arsenals Pressing. Wählen sie lange Bälle, dominiert Arsenals Abwehr in der Luft und gewinnt zweite Bälle durch aggressive Nachrückbewegungen. Beide Optionen spielen Arsenal in die Karten.

Die psychologische Komponente verstärkt diesen Effekt. Nach 20 Minuten konstantem Druck unter hoher Intensität beginnen Spieler, riskantere Pässe zu spielen oder sich tiefer fallen zu lassen. Beides führt zu Ballverlusten oder schlechteren Spielpositionen. Arsenal hat in den ersten fünf Spielwochen durchschnittlich 67 Prozent der zweiten Halbzeit im gegnerischen Drittel verbracht.

Die Nachhaltigkeit des Systems hängt von der physischen Kondition ab. Artetas Trainingsprogramm fokussiert auf hochintensive Intervalle, die genau diese Belastungsprofile simulieren. Die Spieler sind konditionell darauf vorbereitet, 90 Minuten dieses Tempo zu halten, während Gegner nach 60 Minuten merklich nachlassen.

Integration neuer Spieler ins System

Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit, mit der neue Spieler das System verinnerlichen. Jeder Neuzugang durchläuft intensive Video-Sessions, in denen Triggerpunkte, Laufwege und Positionierungen bis ins Detail erklärt werden. Auf dem Trainingsplatz folgen Übungen unter Zeitdruck, die exakt diese Spielsituationen simulieren.

Die klare Struktur hilft dabei. Jeder Spieler kennt seine Aufgabe in jeder Phase des Spiels. Diese Klarheit eliminiert Unsicherheit und ermöglicht schnelle, instinktive Entscheidungen. Nach drei bis vier Wochen Training zeigen Neuzugänge bereits die automatisierten Bewegungsmuster, die das System voraussetzt.

Ausblick auf die kommenden Wochen

Die ersten fünf Wochen haben gezeigt, dass Arsenals System in der Premier League funktioniert. Die wahre Bewährungsprobe kommt in den kommenden Wochen, wenn das internationale Geschäft beginnt und die Belastung steigt. Kann Arsenal die Intensität über drei Wettbewerbe aufrechterhalten?

Die Kaderdichte spricht dafür. Arteta hat für jede Position mindestens zwei Spieler, die das System beherrschen. Rotationen werden das Intensitätslevel nicht senken, sondern frische Beine bei gleichbleibender taktischer Ausrichtung garantieren. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob dieses Pressingspiel Arsenal zurück an die Spitze Europas führen kann.

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