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7 taktische Fehler die Dortmunds Abwehr gegen schnelle Konter verwundbar machen

5 Min. Lesezeit

Borussia Dortmund spielt attraktiven Offensivfußball, doch diese Spielphilosophie hat ihren Preis. Immer wieder zeigt sich in kritischen Momenten, wie anfällig die BVB-Defensive gegen schnelle Konterangriffe ist. Wir haben die taktischen Schwachstellen analysiert, die Gegner systematisch ausnutzen, um die Schwarz-Gelben zu überrumpeln.

Die aktuelle Saison offenbart strukturelle Probleme, die tiefer gehen als personelle Ausfälle oder Formschwankungen einzelner Spieler. Es sind wiederkehrende Muster in der defensiven Organisation, die Dortmund verwundbar machen und die wir im Folgenden detailliert beleuchten.

Die zu hohe Defensivlinie öffnet Räume hinter der Abwehr

Dortmunds Bestreben, das Spiel weit in der gegnerischen Hälfte zu gestalten, führt zu einer extrem hohen Positionierung der Abwehrkette. Die Innenverteidiger stehen häufig 40 bis 45 Meter vom eigenen Tor entfernt, wenn der Ball im Spielaufbau zirkuliert. Diese taktische Ausrichtung schafft massive Räume hinter der Defensive, die pfeilschnelle Angreifer mit einem einzigen präzisen Pass erreichen können.

Dortmunds hohe Abwehrlinie lässt gefährliche Räume hinter der Defensive offen für Konterangriffe

Gegner mit schnellen Stürmern wissen genau, wie sie diese Schwäche ausnutzen. Sie ziehen sich tief zurück, laden Dortmund ein, nach vorne zu kommen, und schlagen dann mit langen Bällen in die Tiefe zu. Die BVB-Verteidiger müssen dann Sprintduelle gegen technisch versierte Angreifer gewinnen, die bereits in vollem Lauf sind. Besonders problematisch wird es, wenn beide Außenverteidiger hoch stehen und gleichzeitig der Ballverlust erfolgt.

Unzureichende Absicherung im Mittelfeldzentrum

Das zentrale Mittelfeld agiert bei Dortmund oft zu offensiv orientiert. Wenn beide Achter nach vorne rücken, um Angriffe zu unterstützen, entsteht eine gefährliche Lücke zwischen Mittelfeld und Abwehr. Dieser Raum ist der Spielraum für gegnerische Übergangsspieler, die dort nahezu ungestört Bälle annehmen und verteilen können.

Die Sechser-Position ist entscheidend für die Konterstabilität. Doch in vielen Situationen fehlt die nötige Präsenz in dieser Zone. Der defensive Mittelfeldspieler wird entweder zu weit nach vorne gezogen oder kann die Breite nicht abdecken, wenn schnelle Verlagerungen stattfinden. Gegner nutzen diesen Bereich gezielt für Zwischenspiel-Stationen, um die erste Pressinglinie zu überspielen.

Langsames Umschaltverhalten nach Ballverlusten

Die Reaktionsgeschwindigkeit nach Ballverlusten ist ein kritischer Faktor gegen Konter. Bei Dortmund dauert es oft zu lange, bis die Mannschaft vom Angriffs- in den Verteidigungsmodus schaltet. In den ersten drei bis vier Sekunden nach einem Ballverlust sind viele Spieler noch nicht in defensiver Grundordnung, was Gegner gnadenlos bestrafen.

Diese verzögerte Reaktion hat mehrere Ursachen. Zum einen sind offensive Spieler mental auf Torgefahr eingestellt und brauchen einen Moment, um umzuschalten. Zum anderen fehlt in bestimmten Spielphasen die klare Kommunikation darüber, wer sofort attackiert und wer zurückfällt, um Räume abzusichern.

BVB-Spieler im langsamen Umschaltmoment nach Ballverlust während eines Konterangriffs

Breite Abstände zwischen den Innenverteidigern

Die Raumaufteilung in der Viererkette zeigt regelmäßig zu große Abstände zwischen den beiden zentralen Verteidigern. Bei breitem Spielaufbau orientieren sich die Innenverteidiger stark an den Außenpositionen, was Lücken in der Mitte öffnet. Schnelle zentrale Stürmer können in diese Zwischenräume eindringen und sind dann nur schwer zu verteidigen.

Besonders gefährlich wird es bei diagonalen Läufen, die genau in diese Korridore zielen. Die Innenverteidiger müssen sich entscheiden, ob sie ihre Position halten oder dem Lauf folgen. Bei falsch getroffenen Entscheidungen entstehen hochkarätige Torchancen, da der Gegner entweder frei aufs Tor zulaufen oder ungestört den Ball verarbeiten kann.

Positionsabstand Idealwert BVB-Durchschnitt Risiko-Bewertung
Innenverteidiger 8-12m 14-16m Hoch
Außenverteidiger-IV 10-15m 18-22m Sehr hoch
Mittelfeld-Abwehr 15-20m 25-30m Kritisch

Unkoordiniertes Pressing nach vorne

Dortmund presst gerne früh und aggressiv, doch die Koordination zwischen den Pressinglinien lässt häufig zu wünschen übrig. Wenn die Stürmer anlaufen, die Mittelfeldspieler aber nicht nachschieben, oder wenn einzelne Spieler aus dem Verbund herauslaufen, entstehen Überspielmöglichkeiten. Gegner mit technisch starken Mittelfeldspielern können diese Unordnung ausnutzen.

Unkoordiniertes Pressing von Borussia Dortmund mit Lücken zwischen den Defensivlinien

Ein erfolgreiches Pressing erfordert perfektes Timing und Abstimmung zwischen allen Mannschaftsteilen. Wenn die erste Linie presst, muss die zweite Linie nachschieben und Passwege blockieren. Bei Dortmund passiert es zu oft, dass mutige Einzelaktionen nicht von der Mannschaft getragen werden, was zu gefährlichen Umschaltsituationen führt.

Schwache Flügelabsicherung bei Außenverteidiger-Vorstößen

Die offensiven Außenverteidiger sind ein Markenzeichen des Dortmunder Spiels, doch sie schaffen auch defensive Probleme. Wenn beide Außenverteidiger gleichzeitig hoch stehen und ein Ballverlust erfolgt, sind die Flügel komplett offen. Schnelle Flügelspieler können dort in riesige Räume vorstoßen, ohne dass adäquater Widerstand geleistet werden kann.

Die Mittelfeldspieler sollten diese Räume absichern, wenn die Außenverteidiger nach vorne gehen. Doch in der Praxis funktioniert diese Rotation nicht immer zuverlässig. Entweder fehlt die Geschwindigkeit, um rechtzeitig zurückzukommen, oder die taktische Disziplin, konsequent abzusichern. Gegner haben gelernt, gezielt über die Flügel zu kontern, wenn sie Dortmunds Außenverteidiger in der gegnerischen Hälfte sehen.

Mangelnde Kommunikation in Übergangsmomenten

Die Abstimmung zwischen den Abwehrspielern in schnellen Umschaltsituationen weist Lücken auf. Wer übernimmt welchen Gegenspieler? Wer deckt welchen Raum ab? Diese Fragen müssen in Sekundenbruchteilen geklärt werden, doch oft fehlt die klare Ansage oder das gegenseitige Verständnis.

Besonders bei asymmetrischen Kontersituationen, wenn der Gegner auf einer Seite überzahlig ist, kommt es zu Missverständnissen. Ein Verteidiger geht raus, um den Ballführenden zu attackieren, während sein Nebenmann denselben Gedanken hat. Dadurch bleiben andere Angreifer völlig frei. Diese Kommunikationsprobleme sind auch eine Folge der häufigen personellen Wechsel in der Defensive durch Verletzungen und Rotationen.

Dortmunds Außenverteidiger hoch positioniert, exponierte Flügel bei schnellem Gegenstoß

Die fehlende Abstimmung zeigt sich auch in der Abseitsfalle. Eine effektive Abseitsfalle erfordert, dass sich alle Verteidiger synchron bewegen. Bei Dortmund sind die Linien oft gestaffelt, einzelne Spieler bleiben zurück, was die Falle unwirksam macht und Gegner in gefährliche Positionen bringt.

Die Konsequenzen für das Saisonziel

Diese strukturellen Schwächen haben direkte Auswirkungen auf Dortmunds Ambitionen. In entscheidenden Spielen gegen Top-Teams, die über Konterqualität verfügen, wird die BVB-Defensive regelmäßig unter Druck gesetzt. Die Anfälligkeit gegen schnelle Umschaltmomente kostet wertvolle Punkte und macht es schwer, konstant auf höchstem Niveau zu performen.

Wir sehen deutlich, dass die taktischen Fehler nicht isoliert auftreten, sondern miteinander verbunden sind. Die hohe Linie verstärkt die Probleme bei langsamem Umschaltverhalten. Die breiten Abstände werden durch unkoordiniertes Pressing noch gefährlicher. Die Flügelproblematik verschärft sich durch mangelhafte Kommunikation.

Die Lösung liegt nicht in einzelnen Justierungen, sondern in einem ganzheitlichen Ansatz. Die Defensive muss als Einheit funktionieren, mit klaren Regeln für Übergangsphasen, disziplinierter Raumaufteilung und verlässlicher Absicherung. Nur wenn diese sieben Schwachstellen systematisch adressiert werden, kann Dortmund seine defensive Stabilität verbessern und die Anfälligkeit gegen Konter reduzieren.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Verantwortlichen diese Muster erkennen und entsprechende Anpassungen vornehmen. Die Qualität im Kader ist vorhanden, doch ohne taktische Optimierung werden schnelle Gegner weiterhin wissen, wie sie die BVB-Abwehr knacken können.