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Kalshi: Missouri fordert Lizenz oder Stopp der Sportwetten
Inhaltlich überarbeitet: 21.09.2026

Missouri verlangt von Kalshi eine Sportwettenlizenz oder den Rückzug seines Sportwettenangebots aus dem US-Bundesstaat. Das geht aus einem Schreiben von Attorney General Catherine Hanaway vom 16. September 2026 hervor. Die Behörde wirft dem Unternehmen vor, mit sogenannten Sport-Ereigniskontrakten unerlaubte Sportwetten anzubieten.
Das Schreiben belegt eine behördliche Aufforderung, keinen bereits vollzogenen Betriebsstopp. Diese Unterscheidung ist für die Einordnung der Nachricht entscheidend.
Was Missouri von Kalshi fordert
Nach dem Schreiben soll Kalshi entweder die Vorgaben des Bundesstaats erfüllen oder sein Sportwettenangebot für Menschen in Missouri einstellen. Zu den genannten Vorgaben gehören:
- eine Lizenz der Missouri Gaming Commission;
- die vorgeschriebenen Steuern und Gebühren;
- der Ausschluss von Personen unter 21 Jahren.
Ein bloßer Lizenzantrag ist damit nicht gleichzusetzen. Die Behörde verlangt, die erforderliche Erlaubnis zu erhalten. Innerhalb von 30 Tagen ab dem Datum des Schreibens soll Kalshi bestätigen, dass es die Vorgaben erfüllt oder die betreffende Tätigkeit beendet. Andernfalls kündigt Missouri rechtliche Schritte an.
Wer nur „Prognosemärkte gestoppt“ liest, könnte deshalb einen falschen Eindruck bekommen. Aus der Aufforderung allein lässt sich nicht ableiten, ob Kalshi den Zugang tatsächlich bereits eingeschränkt hat.
Warum die Zuständigkeit umstritten ist
Bei Ereigniskontrakten wird auf den Ausgang eines bestimmten Ereignisses Bezug genommen. Im vorliegenden Fall geht es um Sportereignisse. Missouri bewertet diese Angebote in seinem Schreiben als Sportwetten, für die seine landesrechtlichen Regeln gelten.
Eine andere Position hat die US-Derivateaufsicht CFTC vertreten: In einer Mitteilung vom 12. Mai 2026 zu einem Kalshi-Verfahren im Sixth Circuit beanspruchte sie die ausschließliche Zuständigkeit für Prognosemärkte. Nach ihrer Argumentation verdrängt das Bundesrecht die entsprechenden Vorschriften der Einzelstaaten bei CFTC-regulierten Märkten.
Diese Mitteilung erläutert die Position der CFTC in einem anderen Verfahren. Sie ist keine Antwort auf das September-Schreiben aus Missouri und kein Gerichtsurteil über dieses Schreiben. Für Leser ist deshalb die Frage hilfreich: Wer stellt eine Forderung, und welche Entscheidung ist tatsächlich dokumentiert?
Was davon für Deutschland relevant ist
Aus dem US-Streit folgt keine Erlaubnis für Angebote in Deutschland. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) unterscheidet in ihren Hinweisen unter anderem zwischen Sportwetten und Gesellschaftswetten. Letztere beziehen sich auf Ereignisse außerhalb des Sports, etwa Wahlen oder Preisverleihungen.
Die GGL erklärt in ihrer FAQ, dass solche Gesellschaftswetten in Deutschland nicht erlaubt sind. Sport- und Pferdewetten können dagegen unter den jeweiligen gesetzlichen Voraussetzungen erlaubt werden; eine passende Erlaubnis bleibt erforderlich. Das bedeutet nicht, dass sämtliche anderen Glücksspielarten generell verboten wären.
Die FAQ behandelt eine Angebotsart. Sie ist keine Einzelentscheidung über Kalshi und besagt nicht, dass jede Form eines Sport-Ereigniskontrakts automatisch eine Gesellschaftswette ist. Deshalb wäre es ungenau, den Vorgang in Missouri und die deutschen Regeln einfach gleichzusetzen.
So lässt sich ein Angebot besser einordnen
Eine bekannte Marke oder eine erreichbare Internetseite ersetzt keinen Erlaubnisnachweis. Die amtliche Whitelist führt Veranstalter und Vermittler mit einer deutschen Erlaubnis oder Konzession auf. Prüfe dabei den Anbieter, die genaue Internetadresse und die aufgeführte Glücksspielart.
Unser Leitfaden zu Lizenzierung und Spielerschutz erklärt diese Prüfung Schritt für Schritt. Eine Erlaubnis macht Wetten allerdings nicht risikofrei und ist kein Hinweis auf bessere Gewinnchancen.
Quellen und Stand
- Missouri Attorney General: Schreiben an Kalshi vom 16.09.2026 (PDF).
- CFTC: Position zur Zuständigkeit in einem Kalshi-Verfahren, 12.05.2026.
- GGL: FAQ zu Gesellschaftswetten.
Redaktionsstand: 21.09.2026. Der Beitrag ordnet die genannten Behördenquellen ein. Er behauptet weder einen nachgewiesenen Betriebsstopp noch eine abschließende gerichtliche Klärung des Vorgangs in Missouri.