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Die OASIS-Sperre endet nicht automatisch, der Panikbutton schon

Inhaltlich überarbeitet: 24.10.2026

Eine erwachsene Person liest ein ausgedrucktes Schreiben am Küchentisch; daneben liegen ein Stift und ein Notizblock.

Wie lange dauert eine OASIS-Sperre in Deutschland – und was geschieht nach dem Drücken des Panikbuttons? Der entscheidende Unterschied: Eine reguläre Selbst- oder Fremdsperre endet nicht von allein. Der Panikbutton löst dagegen eine kurzfristige Sperre aus, die nach 24 Stunden automatisch endet.

Wie lange gilt die OASIS-Sperre?

OASIS ist das bundesweite, spielformübergreifende Sperrsystem für Glücksspiel. Eine reguläre Sperre gilt grundsätzlich mindestens ein Jahr. Bei einer Selbstsperre – also einer Sperre, die du selbst beantragst – kannst du einen abweichenden Zeitraum beantragen. Er darf nicht kürzer als drei Monate sein. Wird eine kürzere Dauer angegeben, gilt sie als Antrag auf drei Monate. Das regelt § 8a des Glücksspielstaatsvertrags 2021.

Eine Fremdsperre wird nicht von der betroffenen Person selbst beantragt. Sie kann unter den gesetzlichen Voraussetzungen durch einen Veranstalter oder Vermittler angestoßen werden. Die Mindestdauer beträgt auch hier ein Jahr.

Die Sperre erfasst die öffentlichen Glücksspiele, die unter das gesetzliche Teilnahmeverbot fallen. Das Gesetz sieht Ausnahmen für bestimmte Lotterien und Pferdewetten vor. Deshalb bedeutet „spielformübergreifend“ nicht ausnahmslos jede Form des Glücksspiels. Anbieter müssen den Sperrstatus vor der Teilnahme abgleichen; die entsprechende Pflicht steht in § 8 GlüStV 2021.

Wann endet die Sperre wirklich?

Nicht automatisch. Nach § 8b GlüStV 2021 kann die Sperre nur auf schriftlichen Antrag der gesperrten Person aufgehoben werden. Das gilt auch dann, wenn bei der Selbstsperre eine bestimmte Laufzeit genannt wurde. Ohne Aufhebungsantrag bleibt die Sperre bestehen.

Der Antrag darf frühestens nach Ablauf der festgelegten Mindestdauer gestellt werden. Zuständig ist die Behörde, die die Sperrdatei führt. Ein Veranstalter oder Vermittler kann den Antrag weiterleiten, aber nicht selbst über die Aufhebung entscheiden.

Auch ein rechtzeitig gestellter Antrag beendet die Sperre nicht sofort. Die Aufhebung wird erst wirksam, wenn sie in der Sperrdatei eingetragen ist. Bei einer Selbstsperre darf sie außerdem nicht vor Ablauf einer Woche nach Eingang des Antrags bei der Behörde wirksam werden. Bei einer Fremdsperre beträgt diese Frist einen Monat. Die Entsperrung wird der antragstellenden Person mitgeteilt.

Die gespeicherten Daten einer regulären Sperre werden nicht sofort mit ihrer Aufhebung gelöscht: § 23 Absatz 5 GlüStV 2021 sieht die Löschung sechs Jahre nach Ablauf der Sperre vor.

Was passiert beim Panikbutton?

Der Panikbutton ist eine andere, kurzfristige Sperre. Bei den gesetzlich erfassten Online-Glücksspielen muss eine deutlich erkennbare und eindeutig beschriftete Schaltfläche dort dauerhaft angezeigt werden, wo eine Spielteilnahme möglich ist. Ihre Betätigung löst sofort eine kurzzeitige Sperre aus.

Nach § 6i Absatz 3 GlüStV 2021 endet diese Sperre ohne Antrag nach 24 Stunden ab dem Zeitpunkt der Betätigung. Der Spieler darf danach nicht noch gefragt werden, ob er die Sperre wirklich auslösen möchte. Der Zeitpunkt der Betätigung wird in der Sperrdatei gespeichert.

Für die Daten gelten kürzere Fristen als bei einer regulären Sperre: Sie müssen innerhalb von zwei Wochen nach Ablauf der Panikbutton-Sperre gelöscht werden.

Reguläre Sperre und Panikbutton im Vergleich

Unterschiede zwischen einer regulären OASIS-Sperre und der kurzfristigen Sperre per Panikbutton
Merkmal Normale OASIS-Sperre Panikbutton
Rechtsgrundlage §§ 8a, 8b GlüStV § 6i Abs. 3 GlüStV
Mindestdauer 1 Jahr; bei beantragter Selbstsperre mindestens 3 Monate 24 Stunden, fest
Endet automatisch? Nein; schriftlicher Aufhebungsantrag nötig Ja, nach 24 Stunden
Wann endet die Sperrwirkung? Nach Eintragung; bei Selbstsperre frühestens nach 1 Woche, bei Fremdsperre nach 1 Monat ab Antragseingang Mit Ablauf der 24 Stunden
Löschung der Daten 6 Jahre nach Ablauf der Sperre Innerhalb von 2 Wochen nach Ablauf

Warum ist der Unterschied wichtig?

Die Fristen beantworten zwei unterschiedliche Fragen: Eine OASIS-Sperre soll die Teilnahme über einen längeren Zeitraum verhindern und bleibt bestehen, bis die gesetzlichen Schritte zur Aufhebung abgeschlossen sind. Der Panikbutton unterbricht die Spielteilnahme dagegen kurzfristig. Er ersetzt keine reguläre Sperre und hebt eine bestehende OASIS-Sperre nicht auf.

Auch eine nicht funktionierende Kontrolle ändert daran nichts: Eine Wettannahme bedeutet nicht, dass eine Sperre beendet wurde. Unser Beitrag über Testkäufe und gesperrte Personen in Wettstellen behandelt diese praktische Abfragepflicht – nicht die Dauer und Aufhebung der Sperre. Ebenso ist eine Statistik über OASIS-Abfragen eine andere Fragestellung. US-Sperrdatenbanken sind zudem nicht das deutsche OASIS-System.

Grenzen dieser Darstellung

Dieser Beitrag beschreibt die genannten Regeln des deutschen Glücksspielstaatsvertrags. Er ist keine Rechtsberatung und ersetzt keine individuelle Beratung. Die verlinkte Gesetzesfassung gilt ab dem 1. Januar 2023. Der Beitrag sagt nicht voraus, wie eine Behörde einen konkreten Einzelfall behandelt.

Quellen & Datenstand

Geprüft am 24.10.2026. Maßgeblich sind der GlüStV 2021, § 8a, § 8b, § 6i und § 23 sowie die Informationen des Regierungspräsidiums Darmstadt für Spielerinnen und Spieler.

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