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Der legale Online-Glücksspielmarkt der Niederlande schrumpfte 2025 um 21 Prozent

Inhaltlich überarbeitet: 01.11.2026

Bunte Illustration eines Fußballs zwischen Tulpen und Grachtenhäusern vor einer Windmühle

Der lizenzierte niederländische Online-Glücksspielmarkt ist 2025 gemessen am Bruttospielergebnis um 21 Prozent geschrumpft. Das meldete die Aufsicht Kansspelautoriteit (Ksa) am 29. Oktober 2026. Ein gleichzeitig veröffentlichter Halbjahresbericht zeigt anschließend wieder Wachstum. Das ist kein Widerspruch: Die Vergleiche verwenden unterschiedliche Zeiträume. Auch mehr genutzte Konten bedeuten nicht automatisch mehr Spielende.

Was hier tatsächlich kleiner wurde

Bruttospielergebnis, kurz BSR, bedeutet Einsätze minus ausgezahlte Preise. Es ist weder die Summe aller Einsätze noch der Gewinn nach sämtlichen Betriebskosten und Steuern. Der Marktscan für 2025 erfasst lizenzierte Angebote. Seine Jahreswerte sind inflationsbereinigt auf den Preisstand 2025.

Bruttospielergebnis des legalen Online-Markts, Jahresvergleich

Bereich 2024 2025 Änderung laut Ksa
Online insgesamt 1,52 Mrd. Euro 1,20 Mrd. Euro −21,0 %
Online-Sport- und Pferdewetten 364 Mio. Euro 254 Mio. Euro −30,2 %

So liest du die Tabelle: Beide Zeilen vergleichen volle Kalenderjahre. Die Wetten-Zeile ist ein Teil des Online-Markts; sie wird nicht nochmals zur Gesamtsumme addiert. Angegeben ist das Spielergebnis, nicht die Einsatzsumme.

Die Aufsicht nennt neue Spielerschutzregeln ab Oktober 2024, die höhere Glücksspielsteuer und den Vergleich mit dem Fußball-EM-Jahr 2024 als Einflüsse. Die Berichte liefern damit keine isolierte Messung des Effekts einer einzelnen Regel.

Der Anstieg 2026 hat einen anderen Vergleichsmaßstab

Die Monitoringrapportage für Januar bis Juni 2026 nennt 670 Millionen Euro legales Online-BSR. Im zweiten Halbjahr 2025 waren es 602 Millionen. Die Ksa beschreibt dies als rund elf Prozent Zuwachs und nennt die im Juni begonnene Männer-Fußball-WM als möglichen Einfluss.

Eine eigene Gegenrechnung mit den gerundeten Berichtswerten ergibt: (670 − 602) / 602 × 100 = rund 11,30 Prozent. Das bestätigt die Größenordnung. Es ist aber ein Vergleich zweier aufeinanderfolgender Halbjahre, kein Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2025 und kein Ergebnis für das gesamte Jahr 2026. Daraus folgt auch nicht, dass der vorherige Jahresrückgang bereits aufgeholt wäre.

1,48 Millionen Konten sind nicht 1,48 Millionen Menschen

Monatlich wurden im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 1,48 Millionen Konten bei legalen Angeboten genutzt, nach 1,38 Millionen im vorherigen Halbjahr. Die Ksa schätzt dagegen rund 490.000 monatlich aktive Menschen; sie beschreibt deren Zahl als nicht signifikant gestiegen. Eine Person kann mehrere Anbieterkonten nutzen.

Die Kontenzahlen stammen aus Anbieter- und Kontrolldaten, die Personenzahlen aus einem GfK-Panel. Im Bericht weist die Ksa selbst auf eine Abweichung hin: Die Zahl besuchter legaler Anbieter pro Panelteilnehmer sank von 3,3 auf 3,1, während die Kontodaten einen Anstieg zeigen. Diese verschiedenen Quellen sind keine lückenlose gemeinsame Personenliste.

Was sich daraus für die Einordnung ableiten lässt

Die Ksa hält eine Umgehung kontobezogener Limits durch zusätzliche Konten für eine mögliche Erklärung. Das ist keine Feststellung über den Zweck jedes einzelnen Kontos. Ein Mehr an Accounts allein beweist weder eine größere Spielerschaft noch einen bestimmten Regelverstoß. Die Panelgrenzen und die ebenfalls genannte WM-Erklärung gehören zur Einordnung.

Beim Lesen solcher Meldungen helfen drei getrennte Fragen: Welche Größe wird gemessen? Welcher Zeitraum wird mit welchem verglichen? Werden Konten oder Menschen gezählt? Wer diese Angaben zusammenzieht, kann aus denselben Zahlen eine irreführende Wachstumsgeschichte machen. Die niederländischen Daten sind außerdem keine Schätzung für Deutschland. Orientierung zu Begriffen bietet Zahlen verstehen; Unterstützung und Risiken erläutert Risiken und Hilfe.

Quellen und Stand

Stand 1. November 2026. Anlass ist die Ksa-Veröffentlichung vom 29. Oktober 2026. Geprüft wurden im oben verlinkten Marktscan die Zusammenfassung, die BSR-Definition, der Jahresvergleich und der Abschnitt zu Wetten; im Monitoringbericht die Methodik sowie die Abschnitte zu BSR, Konten und Personen. Die Prozent-Gegenrechnung ist eine eigene Rechnung mit gerundeten Ausgangswerten. Es wurden keine realen Wettquoten, Gewinne oder persönlichen Erfahrungen untersucht.

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