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Beide Teams treffen (BTTS)

Das Ergebnis des Hinspiels sagt wenig über das Rückspiel

Inhaltlich überarbeitet: 22.10.2026

Zwei erwachsene Fußballspieler in dunkelrotem und weißem Trikot geben sich auf einem Stadionrasen die Hand

Wie viel sagt das Ergebnis des Hinspiels über das Rückspiel? Über 2.270 Hin- und Rückspiel-Paare hinweg ähneln sich die allgemeinen Spielwerte stark. Ein einzelnes Ergebnis wiederholt sich dagegen selten exakt. Aus dem Hinspielergebnis allein lässt sich deshalb in diesen Daten keine sichere Erwartung für den Ausgang des Rückspiels bilden.

Wie die Paare gezählt werden

Die Auswertung umfasst fünf Saisons von 2021/22 bis 2025/26 und drei Wettbewerbe: die 1. Bundesliga, die 2. Bundesliga und die 3. Liga. Gezählt wurden Meisterschaftsspiele mit klarem Endergebnis nach 90 Minuten. Aus 4.541 Endergebnissen ließen sich 2.270 vollständige Hin- und Rückspiel-Paare bilden; ein Spiel blieb ohne Gegenstück. Damit umfasst die Paar-Auswertung 4.540 Spiele.

Die 3. Liga 2022/23 ist wegen der bekannten Datenlücke vollständig ausgeschlossen. Ebenfalls ausgeschlossen sind die 38 annullierten Türkgücü-Ansetzungen der 3. Liga 2021/22. Die Auswertung vergleicht jeweils dieselben Mannschaften in ihren beiden Ligaspielen. Das Ergebnis des Hinspiels wird dabei aus der Sicht des jeweiligen Teams gelesen; beim Blick auf das Rückspiel zählt außerdem, welches Team zu Hause spielt.

Die Daten stammen aus der offenen Community-Datenbank OpenLigaDB. Wie sich Herkunft und Grenzen solcher Datensätze einordnen lassen, beschreibt auch unsere Seite zur Analysemethode.

Hinspiel und Rückspiel sind fast gleich verteilt

Über alle Paare hinweg sehen die Ergebnisse der beiden Spielhälften ähnlich aus: Im Hinspiel gab es 44,0 Prozent Heimsiege, im Rückspiel 43,7 Prozent. Der Remis-Anteil lag in beiden Fällen bei 25,3 Prozent. Auch die durchschnittliche Torzahl änderte sich kaum: 3,04 im Hinspiel und 3,01 im Rückspiel.

Hinspiel und Rückspiel im Vergleich, 2.270 Paare aus drei Profiligen, 2021/22 bis 2025/26
Merkmal Hinspiel Rückspiel
Heimsieg 44,0 % 43,7 %
Remis 25,3 % 25,3 %
Auswärtssieg 30,7 % 31,0 %
Tore pro Spiel 3,04 3,01
Spiele mit Treffern beider Teams 58,5 % 59,3 %

Ähnliche Gesamtanteile bedeuten nicht, dass sich Ergebnisse regelmäßig wiederholen. In 123 Paaren, also 5,4 Prozent, stand in beiden Spielen derselbe Endstand aus Sicht des jeweiligen Heimteams, etwa 2:1 im Hinspiel und 2:1 im Rückspiel. Das Wilson-95-%-Intervall für diesen Anteil reicht von 4,6 bis 6,4 Prozent. Ein umgekehrter Heim-Endstand wie 2:1 im Hinspiel und 1:2 im Rückspiel kam in 133 Paaren vor; darin sind 41 Remis-Paare enthalten, bei denen Hin- und Rückspiel jeweils unentschieden endeten und der Stand deshalb in beiden Richtungen passt. Zählt man nur die Paare ohne Unentschieden, bleiben 92 Fälle, also 4,1 Prozent.

Auch das Ergebnis aus Sicht desselben Teams blieb nicht oft gleich: In 862 Paaren, also 38,0 Prozent, hatte ein Team in beiden Spielen dieselbe Bilanz aus Sieg, Remis oder Niederlage. Das Intervall liegt bei 36,0 bis 40,0 Prozent. In den übrigen Paaren änderte sich diese Bilanz oder eines der Spiele endete unentschieden.

Die Beispiele zeigen, wie stark einzelne Rückspiele auseinandergehen können: Schalke verlor am 27.08.2022 gegen Union Berlin 1:6; das Rückspiel am 19.02.2023 endete 0:0. Bayern München schlug Mainz 05 am 29.10.2022 mit 6:2, verlor das Rückspiel am 22.04.2023 aber 1:3. Freiburg gewann am 21.08.2021 gegen Dortmund 2:1; Dortmund siegte am 14.01.2022 mit 5:1. Solche Fälle illustrieren mögliche Verläufe, sie erklären nicht, warum sie zustande kamen.

Wie viel das Hinspiel über den Rückspiel-Heimvorteil sagt

Ein genauerer Vergleich betrachtet das Team, das im Rückspiel zu Hause spielt: Wie war sein Ergebnis im Hinspiel, als es auswärts antrat? Von 696 Paaren, in denen dieses Team das Hinspiel gewann, gewann es 50,7 Prozent der Rückspiele zu Hause. Hatte es das Hinspiel verloren, gewann es nur 37,3 Prozent seiner Rückspiele als Heimteam.

Heimsiege im Rückspiel nach dem Ergebnis des Rückspiel-Heimteams im Hinspiel
Ergebnis im Hinspiel Paare Heimsieg im Rückspiel
Sieg im Hinspiel 696 50,7 % (Wilson 47,0 bis 54,4)
Remis im Hinspiel 575 46,4 % (42,4 bis 50,5)
Niederlage im Hinspiel 999 37,3 % (34,4 bis 40,4)

Das ist ein Zusammenhang in diesen Daten, kein Beleg für eine Ursache. Das Hinspielergebnis allein zeigt nicht, ob etwa Kader, Form oder Spielbedingungen den Unterschied erklären. Auch die Intervalle helfen, die Unsicherheit der Anteile einzuordnen; sie sind keine Prognose für ein einzelnes Spiel.

In 1.695 Paaren war das Hinspiel entschieden. Der damalige Sieger gewann auch das Rückspiel in 722 Fällen, also 42,6 Prozent (Wilson 40,3 bis 45,0). Der Hinspielverlierer gewann das Rückspiel 539-mal, entsprechend 31,8 Prozent (29,6 bis 34,1); 434 Rückspiele endeten remis. Betrachtet man nur die 1.261 Paare, in denen beide Spiele entschieden waren, gewann in 539 Fällen ein anderes Team als im Hinspiel: 42,7 Prozent (40,0 bis 45,5).

Warum die Torzahl des Hinspiels wenig hilft

Die Zahl der Tore im Hinspiel hängt in diesen Daten kaum linear mit der Torzahl im Rückspiel zusammen. Der Korrelationskoeffizient beträgt 0,05015. Ein Wert nahe null heißt: Es gibt hier keinen erkennbaren gleichgerichteten oder gegenläufigen linearen Zusammenhang. Das ist ausdrücklich kein Beweis für Unabhängigkeit der beiden Torzahlen und auch kein Beleg dafür, dass sich der Ausgang eines Rückspiels grundsätzlich nicht vorhersagen lässt. Geprüft wurde nur dieser lineare Zusammenhang innerhalb der ausgewählten Spiele.

Auch nach Torzahl-Gruppen bleibt der Durchschnitt im Rückspiel ähnlich: Nach Hinspielen mit 0 bis 2 Toren fielen dort durchschnittlich 2,94 Tore, nach genau 3 Toren 2,93, nach 4 Toren 3,00 und nach 5 oder mehr Toren 3,26. Die Torzahl des Hinspiels liefert in dieser Auswahl damit keinen belastbaren Anhaltspunkt dafür, ob das Rückspiel torreicher wird. Eine Prüfung an Daten außerhalb dieser Auswahl, also an Spielen, die nicht zur Berechnung herangezogen wurden, wurde nicht durchgeführt. Eine weitere Analyse dazu, was Statistiken leisten und was nicht, findest du unter Zahlen verstehen.

Wie oft in beiden Spielen beide Teams treffen

Beide Teams trafen im Hinspiel in 1.328 Spielen, also 58,5 Prozent; im Rückspiel waren es 1.345 Spiele oder 59,3 Prozent. Diese beiden Werte zählen jeweils ein Spiel für sich.

Für Paare gilt eine andere Frage: Wie oft trafen in beiden Spielen derselben Paarung jeweils beide Teams? Das traf in 797 der 2.270 Paare zu, also in 35,1 Prozent (Wilson 33,2 bis 37,1 Prozent). In 394 Paaren trafen in keinem der beiden Spiele beide Teams. Zusammengenommen hatten also 1.191 Paare, das sind 52,5 Prozent, in beiden Spielen denselben Trefferstatus – entweder zweimal „beide treffen“ oder zweimal „nicht beide treffen“. Diese 52,5 Prozent sind nicht die Rate für „beide Teams treffen in beiden Spielen“, sondern der Anteil gleicher Statuswerte, und sie liegen damit nur knapp über der Hälfte.

Von der Gesamtauswertung über 4.541 einzelne Endergebnisse ist das klar zu trennen: Dort zählt jedes Spiel einzeln, und die BTTS-Quote beträgt 58,9 Prozent. Hier wird dagegen gezählt, ob in beiden Spielen eines Paares derselbe Status vorliegt beziehungsweise ob in beiden Spielen tatsächlich beide Teams trafen. Mehr dazu steht in der Analyse zu den BTTS-Raten über 4.541 Spiele.

Unterschiede zwischen den Ligen

Die Werte unterscheiden sich zwischen den drei Ligen, doch sie ergeben kein belastbares Bild eines stabilen Ligenunterschieds. In der 1. Bundesliga war der Heimsieg im Rückspiel seltener als im Hinspiel; in der 2. Bundesliga und der 3. Liga war es umgekehrt. Die Unsicherheitsintervalle überlappen.

Heimsiege und Torzahl in Hin- und Rückspiel nach Liga
Liga Paare Heimsiege Hinspiel / Rückspiel Tore pro Spiel Hinspiel / Rückspiel
1. Bundesliga 765 47,1 % / 41,0 % 3,23 / 3,12
2. Bundesliga 765 42,5 % / 44,6 % 2,99 / 2,97
3. Liga 740 42,4 % / 45,7 % 2,90 / 2,93

Der gespiegelte Endstand, also derselbe Spielstand aus Sicht des jeweiligen Heimteams, verteilt sich fast gleichmäßig über die Ligen: In der 1. Bundesliga stehen 41 solcher Paare, in der 2. Bundesliga ebenfalls 41 und in der 3. Liga 41; bezogen auf die jeweilige Zahl der Paare sind das 5,4, 5,4 und 5,5 Prozent.

Grenzen der Auswertung

Die Ergebnisse beschreiben ausschließlich die ausgewählten Spiele aus drei deutschen Profiligen und fünf Saisons. OpenLigaDB ist eine offene Community-Datenbank; Einträge können nachträglich geändert werden. Einzelne Spielzeiten der 3. Liga sind nur teilweise erfasst: 2021/22 blieben nach Ausschluss der annullierten Ansetzungen 342 statt rund 380 gewerteter Spiele, 2022/23 waren es 140. Die Saison 2022/23 wurde deshalb nicht in die Paar-Auswertung aufgenommen.

Die Daten enthalten keine Aufstellungen, Verletzungen oder Informationen zum Wettkontext. Die Zählung ist rückblickend und keine Vorhersage. Sie enthält keine Quoten und begründet keine Wettempfehlung. Die Erklärung zur Stichprobe hilft, die Grenzen einer solchen Auswahl besser zu verstehen.

Quellen und Datenstand

Primäre Datengrundlage ist die OpenLigaDB-API. Abgerufen wurden die 15 Saisonendpunkte für die Ligen bl1, bl2 und bl3 mit Saisonparametern von 2021 bis 2025. Ein weiterer Beispiel-Endpunkt ist bl3 für die Saison 2025. Der DFB dokumentiert die Saison 2022/23 in seinem Saisonreport zur 3. Liga; wegen der Datenlücke wurde sie hier nicht ausgewertet. Datenabruf und eigene Berechnungen: 22.10.2026.

Alle Prozentwerte stammen aus eigenen Zählungen. Die angegebenen Wilson-Intervalle bilden ausschließlich die Stichprobenunsicherheit dieser Auswahl ab. Sie berücksichtigen weder mögliche Datenlücken noch Besonderheiten einzelner Mannschaften und sind keine Prognose.

Die Intervallgrenzen sind rein rechnerisch aus der Zahl der Paare abgeleitet. Dass dieselben Mannschaften über mehrere Saisons hinweg immer wieder aufeinandertreffen und die einzelnen Spiele dadurch nicht völlig unabhängig voneinander sind, wird dabei nicht gesondert modelliert. Die Intervalle sind damit eine Orientierung und kein Beweis für oder gegen eine Vorhersagbarkeit künftiger Spiele.

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