Beide Teams treffen (BTTS)
21 von 36 Bundesligaspielen sind noch keine BTTS-Prognose
Inhaltlich überarbeitet: 30.09.2026

In den ersten vier Spieltagen der Bundesliga-Saison 2026/2027 trafen in 21 von 36 beendeten Spielen beide Teams mindestens einmal. Das entspricht einem beobachteten Anteil von 58,3 Prozent.
Diese Zahl beschreibt aber nicht automatisch die Wahrscheinlichkeit für ein einzelnes kommendes Spiel. Sie ist zunächst nur eine Häufigkeit aus einer kleinen Gruppe vergangener Spiele. Gegnerstärke, Heimrecht, Verletzungen und Aufstellungen können im nächsten Spiel anders sein.
Was die OpenLigaDB-Daten zeigen
Für die Auswertung wurden die Matchdaten der 1. Fußball-Bundesliga 2026/2027 aus der OpenLigaDB-API verwendet. Der Abruf erfolgte am 30.09.2026. OpenLigaDB ist ein von der Community gepflegtes Datenprojekt. Die 36 Endergebnisse wurden zusätzlich mit den vier Spieltagsübersichten im DFB-Datencenter abgeglichen.
Berücksichtigt wurden alle 36 beendeten Spiele der Spieltage 1 bis 4. Entscheidend war ausschließlich das Ergebnisfeld „Endergebnis“ mit dem Ergebnis-Typ „After90Minutes“. Fehlende Werte wurden nicht selbst ergänzt.
Als „beide Teams treffen“ zählt in dieser Auswertung ein Spiel dann, wenn beide Mannschaften im Endergebnis mindestens ein Tor erzielt haben. Ein Ergebnis wie 1:1 oder 3:2 zählt also dazu. Ein 2:0 oder 0:0 nicht.
Die Rechnung ist:
21 Spiele mit Treffern beider Teams ÷ 36 beendete Spiele = 0,5833… = 58,3 Prozent
Der beobachtete Anteil liegt damit knapp über der Hälfte der untersuchten Spiele. Er sagt jedoch nur, wie häufig das Ereignis in diesem konkreten Datensatz aufgetreten ist.
Mehr zum Unterschied zwischen einem beobachteten Anteil und einer Wahrscheinlichkeit im Sportwetten-Lexikon findest du in unserem passenden Begriffsartikel.
Die vier Spieltage liegen nicht gleichauf
Die 36 Spiele verteilen sich auf vier Spieltage. Die Häufigkeit von „beide Teams treffen“ war dabei nicht an jedem Spieltag gleich:
- 1. Spieltag: 5 von 9 Spielen, also 55,6 Prozent
- 2. Spieltag: 5 von 9 Spielen, also 55,6 Prozent
- 3. Spieltag: 6 von 9 Spielen, also 66,7 Prozent
- 4. Spieltag: 5 von 9 Spielen, also 55,6 Prozent
Am dritten Spieltag gab es genau ein solches Spiel mehr als an jedem der anderen drei Spieltage. Aus dieser kleinen Abweichung allein lässt sich kein stabiler Saisontrend ableiten. Schon ein anders ausgegangenes Spiel würde den Gesamtanteil um rund 2,8 Prozentpunkte verändern.
Genau diese Streuung ist wichtig: Selbst innerhalb derselben Liga und derselben Saison kann die Häufigkeit von Spieltag zu Spieltag schwanken. Die 58,3 Prozent sind deshalb keine feste Eigenschaft jedes einzelnen Spieltags.
Wie groß ist die statistische Unsicherheit?
Bei 21 Spielen mit Treffern beider Teams unter 36 Beobachtungen liegt die modellbasierte 95-Prozent-Wilson-Spanne ungefähr zwischen 42,2 und 72,9 Prozent.
Diese Spanne ist keine Vorhersage für die nächsten Spiele. Der beobachtete Anteil von 21 aus 36 steht für den Datensatz bereits fest. Das Intervall beschreibt die Unsicherheit beim Rückschluss auf eine gemeinsame zugrunde liegende Wahrscheinlichkeit unter einem vereinfachten Modell; es ist keine Aussage, dass ein einzelnes kommendes Spiel mit 95 Prozent Sicherheit in dieser Spanne liegt.
Dazu gehören unter anderem:
- Das Modell unterstellt eine gemeinsame, unveränderte Wahrscheinlichkeit für das Ereignis „beide Teams treffen“.
- Die einzelnen Spiele werden für das Modell als unabhängig behandelt.
- Unterschiede bei Gegnerstärke, Heimrecht und Ausfällen werden nicht abgebildet.
Die Spanne ist mit rund 30,7 Prozentpunkten sehr breit. Das liegt vor allem an der kleinen Datenmenge. 36 Spiele reichen für eine erste Einordnung, aber nicht für eine präzise Aussage über die gesamte Saison.
Eine Häufigkeit aus vergangenen Spielen ist daher nicht dasselbe wie eine echte zukünftige Wahrscheinlichkeit. Eine Vorhersage müsste auf ihre Eignung für kommende Spiele geprüft werden; auch ein Modell mit weiteren Informationen liefert keine Gewissheit.
Was ein fiktiver Quotenvergleich zeigen würde
Zur Einordnung der Marktseite dient ein rein fiktives Beispiel. Es handelt sich nicht um reale Quoten eines konkreten Anbieters oder Spiels.
Angenommen, ein Zweiwege-Markt „Beide Teams treffen – ja/nein“ würde folgende Preise zeigen:
- „Ja“: angenommene Quote 1,80
- „Nein“: angenommene Quote 2,05
Der Kehrwert einer Quote ergibt eine rechnerische Preisableitung:
- 1 ÷ 1,80 = 55,6 Prozent
- 1 ÷ 2,05 = 48,8 Prozent
Zusammen ergeben diese beiden Werte 104,3 Prozent. Die Differenz zu 100 Prozent beträgt also 4,3 Prozentpunkte. Dieser Aufschlag wird als Overround bezeichnet. Er zeigt, dass die beiden Kehrwerte nicht direkt als faire Wahrscheinlichkeiten gelesen werden können.
Eine proportionale Normalisierung verteilt die Summe wieder auf 100 Prozent:
- „Ja“: ungefähr 53,2 Prozent
- „Nein“: ungefähr 46,8 Prozent
Die 53,2 Prozent sind dabei eine Umrechnung der angenommenen Preise. Sie sind keine unabhängige Messung der sportlichen Chance und keine Rückzahlungszusage. Mehr zum Begriff Quote und ihrer Umrechnung findest du im Lexikon.
Vergleicht man die Werte, stehen sich gegenüber:
- 58,3 Prozent: beobachtete Häufigkeit in den 36 vergangenen Spielen
- 53,2 Prozent: normalisierter Preis im fiktiven Beispiel
Der Abstand beträgt rund 5,1 Prozentpunkte. Daraus lässt sich kein belastbarer Wettvorteil ableiten: Verglichen werden eine ligaweite vergangene Häufigkeit und erfundene Preise, keine geprüfte Prognose für denselben realen Markt. Die breite Wilson-Spanne macht die Modellunsicherheit sichtbar. Sie beweist für sich genommen weder das Vorhandensein noch das Fehlen eines Vorteils.
Die beiden Werte stammen außerdem aus unterschiedlichen Quellen: Der erste Wert kommt aus vergangenen Endergebnissen, der zweite aus angenommenen Marktpreisen. Sie messen nicht exakt dasselbe.
Warum keine Team-Einzelquoten berechnet werden
Jeder Verein hat in den ersten vier Spieltagen nur vier Spiele bestritten. Das ist zu wenig, um daraus eine verlässliche Team-Eigenschaft abzuleiten.
Eine Rechnung wie „Team A hatte in drei von vier Spielen Treffer beider Teams“ könnte zwar mathematisch gebildet werden. Sie wäre aber sehr empfindlich gegenüber einem einzigen zusätzlichen Ergebnis. Außerdem sind die Spielpläne nicht gleich zusammengesetzt. Gegner, Heimrecht und konkrete Rahmenbedingungen unterscheiden sich.
Deshalb wird in dieser Auswertung bewusst keine Team-Einzelquote berechnet. Die Aussage bezieht sich nur auf die 36 Bundesliga-Spiele insgesamt.
Weitere Informationen zum Umfang und zu den Grenzen unserer Datenauswertungen findest du unter Unsere Analyse-Methode.
Weitere Grenzen der Auswertung
Die Zahl 21 von 36 bezieht sich auf die ausgewählten Endergebnisse. Reguläre Nachspielzeit gehört dazu. Sie ist etwas anderes als eine Verlängerung, die in diesen Bundesliga-Ligaspielen nicht vorgesehen ist. Bei Vergleichen müssen Zeitraum, Spieleauswahl und Ergebnisdefinition übereinstimmen.
Hier gilt:
- Bewertet wurde das Endergebnis nach 90 Minuten einschließlich regulärer Nachspielzeit.
- Verlängerung und Elfmeterschießen gehören nicht zum verwendeten Endergebnis.
- Es wurden keine xG-Daten, Aufstellungen, Verletzungsinformationen oder Live-Daten einbezogen.
- Die Auswertung ist keine eigene Live-Berichterstattung.
- Die Spielpläne sind nicht gleichartig.
- Eine vergangene Häufigkeit ist keine zukünftige Wahrscheinlichkeit.
- Eine Quote ist keine unabhängige Messung der sportlichen Chance.
Diese Grenzen sind besonders wichtig, wenn ein einzelner Wert auf ein konkretes Spiel übertragen werden soll. Die Zahl 58,3 Prozent kann eine Ausgangsinformation sein. Sie ersetzt aber keine Analyse der beteiligten Mannschaften und liefert keine sichere Aussage über den Ausgang.
Fazit: Häufigkeit ja, Prognose nein
An den ersten vier Spieltagen der Bundesliga-Saison 2026/2027 erzielten in 21 von 36 Spielen beide Teams mindestens ein Tor. Der beobachtete Anteil liegt bei 58,3 Prozent. Die Spieltage zeigen jedoch bereits eine Streuung zwischen 55,6 und 66,7 Prozent.
Die passende Schlussfolgerung lautet deshalb nicht: „Im nächsten Spiel beträgt die Wahrscheinlichkeit 58,3 Prozent.“ Richtig ist: In diesem kleinen Datensatz trat das Ereignis bisher in 21 von 36 Spielen auf.
Wer Zahlen aus Sport und Wettmärkten einordnen möchte, sollte deshalb immer Datenmenge, Definition und Unsicherheit gemeinsam betrachten. Eine kompakte Einführung in die Einordnung statistischer Angaben bietet auch Zahlen verstehen. Bei Fragen zu Risiken und einem verantwortungsvollen Umgang mit Sportwetten findest du Hinweise unter Risiken und Hilfe.
Quellen & Datenstand
- Datenquelle: OpenLigaDB – Matchdaten Bundesliga 2026/2027
- Abruf: 30.09.2026
- Grundlage: 36 beendete Spiele der Spieltage 1 bis 4
- Auswertung: ausschließlich „Endergebnis“ beziehungsweise „After90Minutes“
- Eigene Rechnung: 21 ÷ 36 = 58,3 Prozent; 95-Prozent-Wilson-Spanne etwa 42,2 bis 72,9 Prozent
- Marktbeispiel: fiktive Quoten 1,80 und 2,05, ausschließlich zur Erklärung der Umrechnung und des Overrounds
OpenLigaDB stellt die Daten unter der Open Database License (ODbL) bereit; Hinweise zum Community-Projekt stehen auf openligadb.de. Eigene Aggregation der Ergebnisse, keine Übernahme einer fertigen Prognose.
Gegenprüfung der Endergebnisse im DFB-Datencenter: 1. Spieltag, 2. Spieltag, 3. Spieltag, 4. Spieltag. Statistische Methode: NIST – Wilson-Intervall für einen Anteil; berechnet mit n = 36, k = 21 und z ≈ 1,96.