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Eishockey

Zwei Wochenlisten von NHL.com/de zeigen mehr als Scorerpunkte

Inhaltlich überarbeitet: 21.10.2026

Zwei erwachsene Eishockeyspieler kämpfen auf dem Eis um den Puck

Die NHL.com/de-Auswahl „Three Stars of the Week“ hat zwei getrennte Kategorien: „Maschinen“ für produktive Scorer und „Arbeiter“ für defensive Beiträge wie Checks und geblockte Schüsse. Die zwei Wochenlisten zeigen, warum Scorerpunkte, Checks, Blocks und Eiszeit verschiedene Fragen beantworten. So können auch Spieler wie Verteidiger Moritz Seider Anerkennung bekommen, selbst wenn ihre wichtigste Leistung in einer Woche nicht in Toren und Vorlagen liegt. Die beiden Ranglisten bewerten unterschiedliche Aufgaben – sie sind keine gemeinsame Gesamttabelle.

Zwei Schienen statt einer Rangliste

NHL.com/de veröffentlicht die Auszeichnungen jeden Montag in den Kategorien „Maschinen“ und „Arbeiter“. Die erste Schiene richtet den Blick vor allem auf Scorerpunkte und Tore. Die zweite hebt Werte hervor, die mit Defensivarbeit verbunden sind, darunter Checks und Blocks.

Das ist ein sinnvoller Unterschied, weil Eishockey aus mehr besteht als Angriffserfolgen. Ein Stürmer kann durch Tore und Vorlagen auffallen. Ein Verteidiger kann dagegen besonders wertvoll sein, wenn er gegnerische Angriffe stört, Schüsse blockiert und dem Team über längere Zeit auf dem Eis hilft. Eine Rangliste, die nur Punkte zählt, würde diese Arbeit kaum sichtbar machen.

Die Trennung bedeutet aber nicht, dass „Arbeiter“ und „Maschinen“ auf einer gemeinsamen Skala stehen. Draisaitls fünf Punkte lassen sich nicht einfach gegen Seiders elf geblockte Schüsse aufrechnen. Die Zahlen beantworten verschiedene Fragen: Wie stark war die offensive Ausbeute? Und welche messbaren Beiträge leistete ein Spieler in der Abwehr?

Was Maschinen misst: Scorerpunkte und Schusseffizienz

Scorerpunkte setzen sich aus Toren und Vorlagen zusammen. In der Schreibweise 3–2–5 stehen die Zahlen für drei Tore, zwei Assists und insgesamt fünf Punkte.

In der Woche vom 12. bis 18. Oktober 2026 war Leon Draisaitl der „1st Star“ der Maschinen. Der Stürmer der Edmonton Oilers spielte drei Partien und kam auf drei Tore und zwei Vorlagen, also fünf Punkte. Seine Schusseffizienz betrug 42,9 Prozent. Das heißt: Dieser Anteil seiner gewerteten Torschüsse führte zu Toren. Zusätzlich verzeichnete er einen Plus-Minus-Wert von +6 und gewann 56,3 Prozent seiner Faceoffs – der Anspiele, bei denen die Teams um den Puck kämpfen.

Pius Suter von den St. Louis Blues wurde als „2nd Star“ geführt. In drei Spielen erzielte er zwei Tore und bereitete zwei weitere vor. Zu seinen vier Punkten gehörte ein Tor in Unterzahl, also in einer Situation, in der sein Team wegen einer Strafe mit weniger Feldspielern auf dem Eis war. Seine Schusseffizienz lag bei 40 Prozent, sein Plus-Minus-Wert bei +3. Pro Partie spielte er durchschnittlich 14:57 Minuten.

Tim Stützle von den Ottawa Senators war der „3rd Star“. Er kam in vier Spielen auf ein Tor und drei Vorlagen. Seine vier Punkte verteilten sich damit auf eine größere Zahl von Partien als bei Suter. Die Schusseffizienz lag bei 20 Prozent, die durchschnittliche Eiszeit bei 22:26 Minuten pro Spiel.

Diese Angaben ergänzen einander, sind aber nicht austauschbar. Punkte zeigen die offensive Beteiligung an Toren. Die Schusseffizienz setzt Tore ins Verhältnis zu den Torschüssen. Bei wenigen Spielen kann schon eine kleine Zahl an Schüssen den Prozentwert stark verändern. Die Prozentzahl sollte daher nicht für sich allein als vollständiges Bild der Leistung gelesen werden. Mehr dazu, wie du solche Werte einordnest, findest du unter Zahlen verstehen.

Was Arbeiter misst: Checks, Blocks, Eiszeit

Ein Check ist ein erlaubter körperlicher Einsatz, mit dem ein Spieler einen Gegner im Kampf um den Puck stoppt oder stört. Ein geblockter Schuss zählt, wenn ein Feldspieler einen gegnerischen Torschuss mit Körper oder Ausrüstung aufhält, bevor der Puck das Tor erreichen kann. Beide Werte machen bestimmte defensive Aktionen sichtbar. Sie sagen jedoch nicht allein, wie gut ein Spieler insgesamt verteidigt hat.

Der „1st Star“ unter den Arbeitern war Moritz Seider von den Detroit Red Wings. In drei Spielen verbuchte er acht Checks und elf geblockte Schüsse. Dazu kamen ein Plus-Minus-Wert von +2 und durchschnittlich 26:19 Minuten Eiszeit pro Partie. Das ist ein deutlich anderes Leistungsprofil als Draisaitls Woche: Seiders Auszeichnung stützte sich auf Abwehraktionen und Einsatzzeit, Draisaitls auf fünf Scorerpunkte und seine offensive Effizienz.

Lian Bichsel von den Dallas Stars erhielt den zweiten Stern. Der Schweizer Verteidiger spielte ebenfalls drei Partien und kam auf vier Checks, sechs geblockte Schüsse und einen Plus-Minus-Wert von +1. Seine durchschnittliche Eiszeit betrug 13:56 Minuten pro Spiel.

Der dritte Stern unter den Arbeitern ging an Nino Niederreiter von den Winnipeg Jets. In drei Spielen kam der Schweizer auf neun Checks und einen geblockten Schuss. Seine Eiszeit lag im Schnitt bei 13:04 Minuten pro Partie.

Die Zahlen zeigen, warum die Kategorie mehr als eine Rangliste der „meisten Checks“ ist: Seider führte nicht bei jedem Einzelwert. Niederreiter hatte einen Check mehr. Seider hatte aber deutlich mehr geblockte Schüsse und eine viel höhere Eiszeit. NHL.com/de stellt die Werte nebeneinander, ohne ein öffentliches Punkteschema zu nennen, das sie in eine einheitliche Formel umrechnet.

Was die Eiszeit neben Checks und Blocks erklärt

Eiszeit gibt an, wie lange ein Spieler im Schnitt pro Partie auf dem Eis stand. Bei einem Verteidiger liefert sie wichtigen Kontext: Eine hohe Zahl kann darauf hindeuten, dass das Trainerteam ihm in vielen Spielsituationen vertraut. Zugleich bedeutet sie eine größere Belastung. Der Wert lässt sich also in zwei Richtungen lesen.

Seiders durchschnittliche 26:19 Minuten sind dafür ein markantes Beispiel. Sie zeigen, wie viel Spielzeit er in dieser Woche hatte. Die Zahl allein beweist aber weder, dass er in jeder Situation überzeugte, noch erklärt sie, warum er so oft eingesetzt wurde. Dafür müsste man unter anderem wissen, in welchen Spielsituationen er aufs Eis kam und welche Aufgaben er übernahm.

Auch die Unterschiede zwischen Seider und Bichsel sind kein direkter Qualitätsvergleich. Seider spielte im Schnitt 26:19 Minuten, Bichsel 13:56. Beide erhielten einen Platz unter den Arbeitern, aber mit unterschiedlichen Einsatzzeiten. Checks und Blocks ergänzen das Bild, indem sie konkrete defensive Aktionen zählen. Sie ersetzen jedoch keine vollständige Analyse von Spielrolle und Spielsituation.

Wer solche Werte liest, sollte deshalb zuerst fragen: Was wird gezählt, über welchen Zeitraum und in wie vielen Partien? Anschließend lohnt sich der Blick darauf, welche Aufgabe ein Spieler hat. Eine hohe Eiszeit, viele Blocks und viele Checks beschreiben unterschiedliche Seiten des Einsatzes – keine davon erklärt allein die gesamte Leistung.

Was die Woche für deutsche Spieler bedeutet

In der Woche vom 12. bis 18. Oktober 2026 kamen laut NHL.com/de 18 Spieler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in der NHL zum Einsatz. Das war der Höchstwert der laufenden Saison 2026/27 zu diesem Zeitpunkt. Darunter waren sieben Deutsche: Leon Draisaitl, Tim Stützle, Moritz Seider, JJ Peterka, Nico Sturm, Josh Samanski und Philipp Grubauer. Außerdem spielten zwei Österreicher und neun Schweizer.

Für deutsche Spieler waren beide Auszeichnungsschienen sichtbar: Draisaitl stand bei den Maschinen ganz oben, Stützle auf Rang drei. Seider erhielt bei den Arbeitern den ersten Stern. Die gleiche Woche bediente damit zwei unterschiedliche Maßstäbe: Draisaitl überzeugte mit fünf Punkten und 42,9 Prozent Schusseffizienz; Seider mit acht Checks, elf Blocks und 26:19 Minuten Eiszeit pro Partie.

Auch wiederholte Platzierungen ordnet NHL.com/de ein. Draisaitl war in allen drei Ausgaben der Saison vertreten, darunter zweimal als erster Stern und einmal als dritter. Stützle kam in drei Ausgaben zum zweiten Mal vor. Seider wurde dreimal bei den Arbeitern geführt und zweimal erster Stern. Bichsel war ebenfalls in allen drei Ausgaben unter den Arbeitern vertreten.

Die Auszeichnung macht diese Leistungen für Leser leichter vergleichbar – innerhalb der jeweiligen Schiene. Wer sich für weitere Eishockey-Themen interessiert, findet zusätzliche Beiträge unter Eishockey einfach erklärt.

Grenzen dieser Auszeichnung

Die „Three Stars of the Week“ sind eine redaktionelle Auswahl von NHL.com/de. Die deutschsprachige Ausgabe stellt dabei Spieler aus dem DACH-Raum in den Mittelpunkt. Sie ist keine offizielle NHL-Liga-Auszeichnung mit veröffentlichtem Punkteschema. Die Platzierungen sollten deshalb nicht als objektives Gesamtranking aller NHL-Spieler verstanden werden.

Auch eine einzelne Woche bleibt eine Momentaufnahme. Die hier eingeordneten Zahlen beziehen sich auf den Zeitraum vom 12. bis 18. Oktober 2026 und auf die Partien, die die genannten Spieler in dieser Woche bestritten. Sie belegen, welche Werte in diesem Zeitraum gemeldet wurden. Sie sagen nicht voraus, wie ein Spieler in der nächsten Woche abschneiden wird.

Der wichtigste Leseschlüssel ist daher einfach: Vergleiche zuerst ähnliche Aufgaben. Scorerpunkte und Schusseffizienz beschreiben offensive Produktion. Checks, Blocks und Eiszeit zeigen andere Aspekte des Spiels. Zusammen geben sie mehr Kontext als Punkte allein – aber keine einzelne Kennzahl erzählt die ganze Geschichte.

Quellen & Datenstand

Primärquelle: NHL.com/de: „Suter zwischen Draisaitl und Stützle“, Christian Rupp, veröffentlicht am 19. Oktober 2026. Die Leistungsdaten beziehen sich auf die Woche vom 12. bis 18. Oktober 2026.

Weiterlesen: Eishockey einfach erklärt · Zahlen verstehen

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