Darts
World Grand Prix 2026: Warum der Average allein nicht reicht
Inhaltlich überarbeitet: 22.09.2026

Beim World Grand Prix müssen Dartspieler zweimal besonders präzise sein: beim Einstieg in ein Leg und beim Abschluss. Der Double-in-Modus macht deshalb eine Frage für Wettanalysen wichtig: Stammt ein guter Punktedurchschnitt aus einem vergleichbaren Format, und was verrät er über die Startdoubles?
Das Turnier ist vom 28. September bis 4. Oktober 2026 in der Mattioli Arena in Leicester angesetzt. Hier erfährst du, wie der besondere Start funktioniert und welche Zahlen du vor dem Vergleich zweier Spieler auseinanderhalten solltest.
Der erste Doppeltreffer zählt bereits mit
Ein Leg ist ein einzelner Spielabschnitt. Beide Spieler starten bei 501 Punkten und versuchen, genau null zu erreichen. Beim World Grand Prix zählen Treffer erst ab dem ersten erfolgreichen Double. Dieses Startdouble wird bereits vom Restpunktestand abgezogen; es ist kein zusätzlicher Freiwurf.
Ein Double liegt im schmalen äußeren Ring der Scheibe und zählt den doppelten Wert des Feldes. Doppel-20 bringt also 40 Punkte. Als Startdouble reduziert es 501 auf 461. Vorherige Fehlversuche verändern die 501 nicht. Weitere Darts derselben Aufnahme können anschließend normal punkten. Eine Aufnahme umfasst bis zu drei Darts.
Zum Abschluss gilt Double-out: Der letzte Dart muss den Rest mit einem passenden Double genau auf null bringen. Doppel-20 beendet das Leg nur bei 40 Restpunkten. Das innere Bull zählt 50 und kann als Doppel-25 ebenfalls den geforderten Doppeltreffer liefern; das äußere Bull mit 25 Punkten nicht. Die Grundlagen findest du in unserer Darts-Einführung.
Ein Average ist keine Startdouble-Quote
Der Drei-Dart-Average beschreibt den Punktedurchschnitt, auf drei Darts bezogen. Er ist keine reine Messung erfolgreicher Treffer: Fehlwürfe können den Durchschnitt drücken. Ein Gesamt-Average trennt aber nicht auf, welcher Teil der Leistung vom Start, vom anschließenden Scoring oder vom Finish kommt.
Vor dem Turnier ist vor allem der Vergleichsrahmen entscheidend. Ein hoher Average aus einem Wettbewerb ohne Double-in liefert keine eigene Messung der Startdouble-Treffer. Umgekehrt sollte ein Average aus einem Double-in-Match nicht so gelesen werden, als spiele die Eröffnung dabei keine Rolle. Gesonderte Scoring-Werte und ein Gesamt-Average sind nicht automatisch dieselbe Kennzahl.
Prüfe deshalb die Definition der Statistik, den Zeitraum und die Zahl der Legs. Eine einzige Zahl kann zwei verschiedene Leistungsprofile verdecken: viel Scoring mit schwierigen Starts oder weniger Scoring mit schnellen Starts. Daraus folgt noch keine sichere Rangfolge für die nächste Partie.
Zwei Startquoten, zwei unterschiedliche Fragen
Das folgende Beispiel ist vollständig fiktiv. Beide Spieler eröffnen jeweils zehn Legs. Spieler A trifft in acht Legs mit dem ersten und in zwei Legs mit dem zweiten Dart. Spieler B trifft in fünf Legs mit dem ersten und in fünf Legs mit dem zweiten Dart.
| Kennzahl | Spieler A | Spieler B |
|---|---|---|
| Startdarts insgesamt | 8 × 1 + 2 × 2 = 12 | 5 × 1 + 5 × 2 = 15 |
| Darts je Eröffnung | 12 ÷ 10 = 1,2 | 15 ÷ 10 = 1,5 |
| Legs mit Treffer im ersten Dart | 8 ÷ 10 = 80 % | 5 ÷ 10 = 50 % |
| Treffer pro Startversuch | 10 ÷ 12 ≈ 83,3 % | 10 ÷ 15 ≈ 66,7 % |
Spieler A benötigt insgesamt drei Startdarts weniger, also 0,3 Darts weniger je Eröffnung. Die Quote der Legs mit einem Treffer im ersten Dart und die Trefferquote über alle Startversuche haben unterschiedliche Nenner. Sie dürfen nicht unter derselben Bezeichnung verglichen werden.
Aus diesen Angaben lässt sich nicht ableiten, wer in einem direkten Duell zeitlich zuerst punktet: Dafür müsste auch bekannt sein, wer jeweils zuerst wirft und wie die einzelnen Aufnahmen verlaufen. Drei weniger benötigte Startdarts über zehn Legs sind zudem kein Vorsprung von drei Darts in jedem Leg und keine Siegprognose.
Start, Finish und Form getrennt prüfen
- Startdouble: Welche Versuche werden gezählt? Nur der erste Dart eines Legs oder alle Darts bis zum erfolgreichen Start? Werden auch Legs erfasst, in denen ein Spieler gar nicht ins Scoring kommt?
- Finish: Bei einer Checkout-Quote pro Dart werden erfolgreiche Abschlüsse ins Verhältnis zu den erfassten Würfen auf das gewinnbringende Double gesetzt. Eine Quote pro Aufnahme misst etwas anderes. Startversuche gehören nicht in diese Abschlussquote.
- Scoring und Form: Zeitraum, Zahl der Legs und Spielmodus müssen zusammenpassen. Ein kurzer guter Auftritt reicht nicht aus, um eine dauerhafte Stärke zu belegen.
- Direkte Duelle: Ein Head-to-Head aus anderen Turnieren kann Orientierung geben. Es beantwortet die besondere Double-in-Frage aber nicht von selbst.
Die Trennung ist auch in offiziellen Turnierberichten erkennbar: Die PDC beschreibt Start- und Abschlussdoubles als getrennte Leistungsbereiche. Für eine Wettanalyse ist daher eine nachvollziehbare Kombination von Kennzahlen sinnvoller als ein Urteil allein nach dem höchsten Average.
Was für den World Grand Prix 2026 feststeht
Nach dem PDC-Spielplan umfasst das Feld 32 Spieler; der Sieger erhält 150.000 Pfund. Runde eins ist für den 28. und 29. September vorgesehen, Runde zwei für den 30. September und 1. Oktober. Viertelfinals, Halbfinals und Finale folgen am 2., 3. und 4. Oktober.
Titelverteidiger Luke Littler trifft zum Auftakt auf Luke Woodhouse. Weitere Erstrundenduelle sind Michael van Gerwen gegen Ryan Joyce und Luke Humphries gegen Dave Chisnall. Diese Paarungen sind bestätigte Planungsangaben, keine Vorhersagen über den Turnierverlauf.
Die Einordnung bleibt begrenzt: Hier werden keine aktuellen Spielerquoten berechnet und keine Wett-Tipps abgeleitet. Eine historische Doppelstärke ist keine Garantie für das nächste Match. Begriffe findest du im Sportwetten-Lexikon; eine Orientierung durch unsere Inhalte bietet Neu hier?.
Quellen und Datenstand
Redaktionsstand: 22.09.2026. Termine, Austragungsort, Feldgröße, Siegprämie und genannte Paarungen wurden mit der PDC-Spielplanmitteilung vom 16.09.2026 abgeglichen. Die Spielregeln zum Abschluss und zum Bull stehen im DRA-Regelwerk 2026, Abschnitt 6.3.
Zur Trennung der Kennzahlen: DartConnect erläutert seine Statistikbegriffe; ein PDC-Bericht zum World Grand Prix 2025 unterscheidet ebenfalls zwischen Start- und Abschlussdoubles. Der Vergleich mit Spieler A und B ist eine eigene Modellrechnung und enthält keine realen Spieler- oder Ergebnisdaten.