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Wettstrategien im Test

Was dieselbe Liga je nach Markttyp an Kosten hinzufügt

Inhaltlich überarbeitet: 06.11.2026

Die gemessene Marge kann sich innerhalb einer Liga deutlich unterscheiden, je nachdem, welcher Markttyp betrachtet wird. In der Bundesliga-Stichprobe liegt sie bei 7,96 Prozent für Drei-Wege-Siegmärkte und bei 4,42 Prozent für Handicap-Märkte. Das sind Durchschnittswerte aus unterschiedlichen Marktbeobachtungen, keine Messung dessen, was einzelne Spieler verloren haben.

Was der Quotenaufschlag bedeutet

Bei einer Dezimalquote von 2,00 entspricht der Kehrwert 50 Prozent. Hätten beide Ausgänge eines Markts die Quote 1,90, käme man auf jeweils rund 52,63 Prozent. Zusammen sind das rund 105,26 Prozent. Die 5,26 Prozentpunkte oberhalb von 100 Prozent heißen Quotenaufschlag, Marge oder Overround. Die Tabelle zeigt gewichtete Mittelwerte aus den CSV-Dateien. Jede Tabellenzelle wurde entsprechend ihrer Zahl an beobachteten Märkten gewichtet. Zwei unabhängige Nachzählungen ergaben dieselben Werte.

Bereich Markttyp Marge Märkte
Gesamt Zwei-Wege-Sieg 4,77 % 454.711
Gesamt Handicap 4,89 % 481.388
Gesamt Über/Unter 5,45 % 607.113
Fußball gesamt Drei-Wege-Sieg 7,68 % 457.131
Gesamt Spieler-Props 7,93 % 699.916
Bundesliga Drei-Wege-Sieg 7,96 % 63.755
Bundesliga Über/Unter 6,73 % 23.032
Bundesliga Handicap 4,42 % 7.106
Premier League Drei-Wege-Sieg 7,16 % 84.691
Premier League Handicap 3,79 % 9.064

So liest du die Tabelle: „Zwei-Wege“ unterscheidet zwei mögliche Ausgänge. Bei einem Drei-Wege-Siegmarkt zählt zusätzlich ein Unentschieden. Ein Handicap verändert die gewertete Ausgangslage durch einen rechnerischen Vorsprung oder Rückstand. Die Zahl in der letzten Spalte gibt an, wie viele Marktbeobachtungen in den jeweiligen gewichteten Mittelwert eingingen. Die Zeilen beschreiben verschiedene Marktpools, nicht dieselben Spiele oder dieselben Wetten.

In der Gesamtübersicht steigt die Marge von 4,77 Prozent bei Zwei-Wege-Siegmärkten über Handicaps und Über/Unter bis zu Drei-Wege-Siegmärkten im Fußball und Spieler-Props. Spieler-Props sind Märkte zu einzelnen Spielerleistungen. Die Reihenfolge beschreibt die beobachtete Stichprobe; sie ist keine allgemeingültige Rangliste für alle Ligen, Zeiträume oder Anbieter.

Was 100 Euro Umsatz im Modell bedeuten

Der Vergleich innerhalb der Bundesliga macht den Abstand greifbar. Die beobachtete Marge beträgt 7,95970 Prozent bei Drei-Wege-Siegmärkten und 4,42398 Prozent bei Handicap-Märkten. Das entspricht einem Unterschied von rund 3,54 Prozentpunkten. Die Marge selbst ist beim Drei-Wege-Markt damit rund 80 Prozent höher als beim Handicap-Markt.

Bundesliga · beobachtete Marktangebote

Der Quotenaufschlag war im Drei-Wege-Markt höher

Nach Zahl der Marktbeobachtungen gewichtete Overround-Mittelwerte in Prozent.

0 %Alle Balken beginnen bei null10 %
Heim, Remis oder Auswärts7,96 %
Handicap4,42 %
So liest du die Grafik

Ein längerer Balken bedeutet einen höheren durchschnittlichen Quotenaufschlag. Die Werte gehören zu zwei verschiedenen Märkten, die unterschiedliche Ausgänge abrechnen. Die Balken zeigen keine Verluste einzelner Spieler.

Eigene gewichtete Auswertung des Bookmaker Margin Panel von Edward Glush / Bet Better (CC BY 4.0), 29. Juni bis 2. August 2026. Beobachtungen verschiedener Märkte und Zeitpunkte, ohne paarweisen Vergleich einzelner Angebote. Mittelwerte und Fallzahlen als CSV.

Stell dir 100 Euro Wettumsatz vor. Wenn der Aufschlag bei jedem Ausgang im gleichen Verhältnis auf die Quote wirkt, entspricht der Drei-Wege-Wert rechnerisch 7,37 Euro je 100 Euro Umsatz. Beim Handicap-Wert sind es 4,24 Euro. Das sind rund 3,14 Euro Unterschied auf Basis der ungerundeten Werte.

Die Modellkosten sind ein Rechenbeispiel mit den Mittelwerten zweier verschiedener Marktgruppen. Bei einem einzelnen Angebot kann die Belastung je Ausgang unterschiedlich ausfallen. Für die Rechnung wird die Marge als Dezimalzahl eingesetzt. Aus 7,95970 Prozent wird 0,079597. Der Modellanteil ergibt sich aus m / (1 + m).

Auch der Vergleich mit der Premier League zeigt, warum man Liga und Markttyp getrennt betrachten sollte. In den Daten liegt die Drei-Wege-Marge der Bundesliga bei 7,96 Prozent und die der Premier League bei 7,16 Prozent. Bei Handicaps sind es 4,42 beziehungsweise 3,79 Prozent. Die Beobachtungszahlen unterscheiden sich zwischen den Ligen und Märkten. Der Vergleich beschreibt daher die vorliegenden Stichproben und belegt weder einen allgemeinen Ligaeffekt noch einen Unterschied bei einem konkreten Spiel.

Was die Daten nicht zeigen

Das Beobachtungsfenster reicht vom 29. Juni bis zum 2. August 2026. Erfasst sind Zellen mit mindestens zehn Märkten. Die insgesamt 52 Buchmacher sind in den CSV-Dateien anonymisiert und aggregiert. Die Zahlen erlauben deshalb keine Aussage über einen konkreten Anbieter in Deutschland oder über den deutschen Lizenzmarkt.

Die Marge beschreibt einen Preisaufschlag in den zusammengefassten Marktquoten. Sie misst keine Verluste einzelner Spieler. Die Beobachtungsdaten belegen außerdem keine Ursache für Unterschiede zwischen Markttypen, Ligen oder Zeitfenstern. Sie sind keine Wett-Empfehlung und kein Grund, bestimmte Märkte zu meiden.

Wenn du ein konkretes Angebot einordnen willst, prüfe zuerst seine Abrechnungsregeln. Addiere dann die Kehrwerte der Quoten aller Ausgänge desselben Markts und ziehe 100 Prozent ab. Wenn du Prozentwerte und Stichproben besser einordnen möchtest, findest du weitere Hinweise unter Zahlen lesen. Der Einstieg bündelt grundlegende Themen. Eine andere Perspektive auf Margen bietet der Beitrag Warum Außenseiter-Quoten einen höheren Aufschlag tragen.

Quellen & Datenstand

Datengrundlage: Edward Glush / Bet Better, Bookmaker Margin Panel, veröffentlicht am 3. August 2026, Lizenz CC BY 4.0. Die zwei CSV-Dateien umfassen 3.494 Zellen im Hauptpanel und 1.148 Zellen im Props-Panel. Die hier ausgewiesenen Zählungen aus den CSV-Zellen summieren sich auf 2.002.373 Hauptmarkt- und 699.916 Props-Beobachtungen. Die Beschreibung des Datensatzes nennt abweichende Summen von 2.002.681 und 699.733. Diese Gesamtzahlen sollten daher nicht mit den hier verwendeten CSV-Zeilensummen vermischt werden.

Ergänzende Datensatzseite: Zenodo, Bookmaker Margin Panel. Begleitende Arbeit: Edward Glush, Bookmaker Margins. Die dargestellten Mittelwerte wurden durch Gewichtung der Zellen nach ihrer Marktzahl berechnet. Datenstand und Beobachtungszeitraum: 29. Juni bis 2. August 2026. Quellen geprüft am 6. November 2026.

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