Fußball
Warum in der zweiten DFB-Pokalrunde das Los über das Heimrecht entscheidet
Inhaltlich überarbeitet: 12.10.2026

In der zweiten DFB-Pokalrunde bestimmen die Einteilung der Lostöpfe und die Reihenfolge der Ziehung das Heimrecht. Klubs aus dem Amateurbehälter werden zuerst gezogen und sind deshalb Gastgeber; bei Duellen zwischen Vereinen aus Bundesliga und 2. Bundesliga hat die zuerst gezogene Mannschaft Heimrecht. Auch bei Duellen zwischen Profiklubs bekommt nicht automatisch das höherklassige Team den Heimvorteil: Dort ist entscheidend, welcher Verein zuerst gezogen wird. Ab dem Achtelfinale gilt eine zusätzliche Regel zugunsten von Amateur-Mannschaften.
So bestimmt die Ziehung den Gastgeber
Der DFB lost die Paarungen der ersten beiden Pokalrunden aus zwei Behältern aus. Grundsätzlich enthält einer die Mannschaften aus Bundesliga und 2. Bundesliga, der andere die im Modus als Amateur-Mannschaften geführten Klubs. In der ersten Runde gibt es Ausnahmen: Die Aufsteiger zur 2. Bundesliga und der Tabellenfünfzehnte der abgelaufenen Zweitliga-Saison kommen in den Amateurbehälter, ebenso der Tabellensechzehnte, wenn er sich in der Relegation für die 2. Bundesliga qualifiziert hat. In der zweiten Runde gilt dagegen der Status im laufenden Spieljahr. Ein Behälter ist dabei einfach ein eigener Lostopf.
Bei einer Paarung wird zuerst ein Los aus dem Amateurbehälter und danach eines aus dem Profibehälter gezogen. Die zuerst gezogene Mannschaft hat laut DFB-Modus in jedem Fall Heimrecht. In der zweiten Runde sind noch drei Vereine im Amateurbehälter: die Drittligisten SG Sonnenhof Großaspach und Rot-Weiss Essen sowie der Regionalligist SSV Jeddeloh II. Sie empfangen FC Augsburg, RB Leipzig beziehungsweise Hertha BSC.
„Amateurbehälter“ ist hier eine Einteilung für die Auslosung. In der zweiten Runde bezeichnet sie die gesonderte Gruppe der teilnehmenden Klubs unterhalb der 2. Bundesliga. Sie sagt nicht automatisch aus, dass jeder Spieler dieser Mannschaften neben dem Fußball einen anderen Beruf hat.
Die Rechnung hinter den 16 Spielen
Nach der ersten Runde besteht das Feld laut DFB aus 18 Bundesligisten, 11 Zweitligisten, 2 Drittligisten und 1 Regionalligisten. Die Rechnung ist: 18 + 11 + 2 + 1 = 32 Mannschaften. Je zwei Mannschaften bilden eine Partie, also ergeben 32 : 2 = 16 Spiele.
- 3 Partien enthalten einen Klub aus dem Amateurbehälter. Diese Klubs sind jeweils Gastgeber.
- Die übrigen 29 Mannschaften kommen aus Bundesliga und 2. Bundesliga. Drei von ihnen treffen auf einen Klub aus dem Amateurbehälter.
- Die restlichen 26 Profiklubs werden zu 13 weiteren Duellen gepaart.
- Bei diesen 13 Spielen entscheidet allein die Reihenfolge der Ziehung über das Heimrecht.
Das erklärt auch, warum gleich drei Zweitligisten einen Bundesligisten zu Hause empfangen: VfL Bochum spielt gegen den 1. FSV Mainz 05, Dynamo Dresden gegen den FC Schalke 04 und Holstein Kiel gegen die TSG Hoffenheim. In diesen Duellen gibt es keine Regel, die dem Klub aus der höheren Liga automatisch das Heimspiel gibt.
Die Auslosung fand am 05.09.2026 statt. Der DFB veröffentlichte die zeitgenauen Ansetzungen am 10.09.2026. Das sind unterschiedliche Daten: Das erste bezeichnet den Ziehungstag, das zweite den Tag der Terminmitteilung.
Der Regelwechsel kommt erst ab dem Achtelfinale
Ab dem Achtelfinale wird nur noch aus einem Behälter gelost. Die zuerst gezogene Mannschaft hat grundsätzlich Heimrecht. Treffen dann eine Lizenzspieler-Mannschaft – also ein Klub mit Mannschaft im Lizenzfußball – und eine Amateur-Mannschaft aufeinander, hat die Amateur-Mannschaft Vorrang beim Heimrecht. In Runde zwei wird dieses Heimrecht bereits dadurch gesichert, dass aus dem Amateurbehälter zuerst gezogen wird. Die Details stehen auf der DFB-Seite zum Pokalmodus.
Das Heimrecht kann außerdem nicht einfach abgegeben werden. § 49 Abs. 2 der DFB-Durchführungsbestimmungen schließt einen Verzicht auf das Heimrecht bei Pokalspielen aus. Haben zwei Teilnehmer dasselbe Stadion für ihre Spiele benannt und werden anschließend gegeneinander gelost, gilt dies laut Regelwerk nicht als Verzicht auf das Heimrecht.
Alle Ansetzungen am 27. und 28. Oktober
Die zweite Runde wird am 27. und 28.10.2026 gespielt. In Deutschland endet die Sommerzeit am 25. Oktober 2026. Die Anstoßzeiten in der Übersicht gelten daher in MEZ.
| Datum | Anstoß (MEZ) | Begegnung |
|---|---|---|
| 27.10.2026 | 18.00 Uhr | VfL Bochum – 1. FSV Mainz 05 |
| 27.10.2026 | 18.00 Uhr | SG Sonnenhof Großaspach – FC Augsburg |
| 27.10.2026 | 18.00 Uhr | Rot-Weiss Essen – RB Leipzig |
| 27.10.2026 | 18.00 Uhr | Hamburger SV – Eintracht Frankfurt |
| 27.10.2026 | 20.45 Uhr | 1. FC Köln – 1. FC Union Berlin |
| 27.10.2026 | 20.45 Uhr | Borussia Mönchengladbach – Karlsruher SC |
| 27.10.2026 | 20.45 Uhr | SV Elversberg – SV Darmstadt 98 |
| 27.10.2026 | 20.45 Uhr | Borussia Dortmund – SV Werder Bremen |
| 28.10.2026 | 18.00 Uhr | SC Freiburg – VfL Wolfsburg |
| 28.10.2026 | 18.00 Uhr | Dynamo Dresden – FC Schalke 04 |
| 28.10.2026 | 18.00 Uhr | SC Paderborn 07 – VfB Stuttgart |
| 28.10.2026 | 18.00 Uhr | SSV Jeddeloh II – Hertha BSC |
| 28.10.2026 | 20.45 Uhr | Holstein Kiel – TSG Hoffenheim |
| 28.10.2026 | 20.45 Uhr | Hannover 96 – 1. FC Kaiserslautern |
| 28.10.2026 | 20.45 Uhr | Bayer 04 Leverkusen – 1. FC Nürnberg |
| 28.10.2026 | 20.45 Uhr | FC Bayern München – 1. FC Magdeburg |
Heimspiel heißt nicht automatisch Weiterkommen
Das Heimrecht legt fest, wo die Partie ausgetragen wird. Es entscheidet nicht über den Sieger. Steht nach der regulären Spielzeit kein Sieger fest, folgen zweimal 15 Minuten Verlängerung. Bleibt es danach unentschieden, entscheidet ein Elfmeterschießen. Ein Wiederholungsspiel ist in diesem Ablauf nicht vorgesehen. Das Ergebnis nach 90 Minuten und das Weiterkommen sind daher zwei verschiedene Dinge.
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Quellen & Datenstand
Datenstand: 12.10.2026. Der DFB-Modus und § 49 Abs. 2 der Durchführungsbestimmungen belegen die Regeln zu Ziehung, Heimrecht und Siegerermittlung. Die DFB-Meldung „Vier Bundesligaduelle in der zweiten DFB-Pokalrunde“ vom 05.09.2026 berichtet über die Auslosung und die Paarungen. Die zeitgenauen Ansetzungen veröffentlichte der DFB am 10.09.2026.