Daten & Statistiken
Warum du beim HPI im Handball die Position beachten solltest
Inhaltlich überarbeitet: 08.10.2026

Der HPI zweier Handballspieler aus unterschiedlichen Positionen lässt sich nur eingeschränkt vergleichen. Der Handball Performance Index, kurz HPI, ist laut der HBL-Grundlagenseite zum HPI so gebaut, dass Spieler erst einmal innerhalb ihrer Position bewertet werden. Ein Torhüter und ein Kreisläufer lösen andere Aufgaben im Spiel. Deshalb sagt ein höherer HPI über Positionsgrenzen hinweg nicht automatisch: Dieser Spieler war besser.
Wenn du neu bei Sportdaten bist, hilft dir auch unser Einstieg Neu hier? So nutzt du sportwetten.fun und für den Sport selbst die Handball-Einführung. Beides erklärt die Grundlagen in einfacher Sprache.
Was der HPI überhaupt misst
Der HPI ist eine Leistungskennzahl der Handball-Bundesliga. Eine Kennzahl ist eine Zahl, die viele Einzelinformationen in einer kompakten Form zusammenfasst. Laut der HBL-Seite „Handball Performance Index: Datenbasiert, transparent, fair!“ gibt es den HPI seit der Saison 2020/21. Entwickelt wurde er von der Handball-Bundesliga GmbH zusammen mit der Deutschen Kreditbank AG, unterstützt durch eine Task-Force aus Profihandball, Medien und Wissenschaft.
Die Datenbasis ist breit. Eingerechnet werden laut HBL die offiziellen Spielstatistiken aus HBL-Partien, etwa Tore, Assists, Paraden und technische Fehler. Dazu kommen Tracking-Daten von KINEXON. Tracking bedeutet hier: Bewegungs- und Positionsdaten der Spieler auf dem Feld. So sollen auch Aktionen erfasst werden, die in einer einfachen Boxscore-Zahl nicht vollständig sichtbar sind, zum Beispiel ein Fehlpass mit direktem Gegentor oder ein Tor, das sich ein Spieler selbst herausarbeitet.
Warum die Position den Maßstab bestimmt
Der wichtigste Punkt für deine Leserfrage steht ebenfalls direkt auf der HBL-Grundlagenseite: Spieler werden je Position in eigene Kategorien zusammengefasst. Genau deshalb ist der HPI eines Torhüters laut HBL nur schwer mit dem eines Kreisläufers zu vergleichen, während die Vergleichbarkeit innerhalb der Position gewährleistet sein soll.
Das ist logisch. Ein Torhüter sammelt seinen Wert vor allem über Paraden. Ein Kreisläufer arbeitet oft nah am Gegner, holt Räume heraus und verwertet Anspiele. Ein Rückraumspieler trägt stärker zu Würfen aus der Distanz und zu Assists bei. Wenn die Aufgaben verschieden sind, muss auch der Maßstab verschieden sein. Der HPI will diese Unterschiede abbilden. Darum beantwortet er nicht die Frage „Wer ist insgesamt der bessere Spieler aller Positionen?“, sondern eher: „Wie stark war diese Leistung im Vergleich zu Spielern mit derselben Rolle?“
Wie sich der Maßstab bis 2026/27 verändert hat
Mit der Saison 2024/25 wurde laut HBL HPI 3.1 eingeführt. Bis 2023/24 bildeten die niedrigste und die höchste Punktzahl je Position die beiden Grenzen der grundsätzlich von 50 bis 100 reichenden HPI-Skala. Ab 2024/25 dienten dafür die Durchschnittswerte der schwächsten und besten 1 Prozent der Leistungen. Für 2026/27 nennt die aktuelle HBL-Berechnungsseite eine weitere Änderung: Nun zählt jeweils der Median dieser beiden Gruppen. Das ist der mittlere Wert einer sortierten Gruppe. HPI 3.1 allein beschreibt den heutigen Maßstab deshalb nicht vollständig.
Der Vorteil: Die Skala reagiert weniger empfindlich auf extreme Ausreißer. Laut HBL verbessert das auch die Vergleichbarkeit zwischen Positionen. Vollständig austauschbar werden die Werte aber weiterhin nicht. Die HBL schreibt ausdrücklich, dass eine perfekte Vergleichbarkeit wegen der unterschiedlichen Positionsanforderungen nicht möglich bleibt.
Für HPI 3.1 erwartete die HBL 2024 mehr Werte zwischen 90 und 100, aber auch zwischen 50 und 60. Das war eine Erwartung zur damaligen Skalenänderung, keine neue Prognose für 2026/27. Mit HPI 3.1 wurde außerdem eingeführt, dass Spieler mit Einsatzzeit, aber ohne HPI-relevante Aktion, den Durchschnitts-HPI ihrer Position erhalten.
Beim Rechnen musst du gesammelte HPI-Punkte und den daraus umgerechneten HPI unterscheiden. Die HBL beschrieb für HPI 3.1 folgende Abzüge: ein verursachter Siebenmeter 3 Punkte, die erste Zeitstrafe 3, die zweite 4 und die dritte 6. Im fiktiven Beispiel mit drei Zeitstrafen sind das 3 + 4 + 6 = 13 Minuspunkte in der Punktesumme. Das bedeutet nicht automatisch 13 weniger im angezeigten HPI. Der Index entsteht erst durch die positionsbezogene Umrechnung auf der HBL-Berechnungsseite.
Ein Beispiel aus dem September 2026
Ein aktuelles Beispiel liefert die HBL-Meldung „DKB Spieler des Monats“ September: Die 7 Kandidaten! vom 06.10.2026. Nominiert wurden laut HBL die sieben Spieler mit dem höchsten HPI ihrer Position im September. Das Voting lief bis Donnerstag, 08.10.2026, 8 Uhr. Die Werte zeigen gut, warum Positionsgrenzen wichtig bleiben.
| Position | Spieler | HPI September | Spiele |
|---|---|---|---|
| TW | David Späth | 80 | 5 |
| RL | Nikola Roganović | 85 | 5 |
| RR | Mathias Gidsel | 94 | 4 |
| KM | Justus Fischer | 91 | 5 |
Gidsel hatte mit 94 laut HBL den Bestwert aller HBL-Spieler im September. Späth kam als Torhüter auf 80. Daraus folgt aber nicht automatisch „Gidsel besser, Späth schlechter“. Beide wurden in unterschiedlichen Positionskategorien bewertet und erfüllen im Spiel ganz andere Aufgaben.
Wo die Grenze der Kennzahl liegt
Der HPI hilft dir dabei, einzelne Leistungen besser einzuordnen. Mehr aber auch nicht. Die Kennzahl bewertet Aktionen und Beiträge im Spiel, nicht die Erwartung eines Wettmarkts, nicht den späteren Spielausgang und auch keine sichere Prognose für das nächste Match.
Gerade bei den September-Beispielen ist die Stichprobe klein. Die HBL nennt je nach Spieler nur drei bis fünf Spiele. Das kann ein guter Hinweis sein, aber keine endgültige Wahrheit. Eine Statistik zeigt Muster. Sie ist keine sichere Vorhersage.
Quellen & Datenstand
Datenstand: 08.10.2026.
- HBL: Handball Performance Index: Datenbasiert, transparent, fair! — gelesen am 08.10.2026. Grundlage für Definition, Start seit Saison 2020/21, Beteiligte, Datenbasis mit offiziellen Spielstatistiken und KINEXON-Tracking, Positionskategorien sowie den Hinweis auf die eingeschränkte Vergleichbarkeit über Positionsgrenzen hinweg.
- HBL: HPI 3.1: Warum in der neuen Saison mit höheren HPIs zu rechnen ist — veröffentlicht am 04.09.2024; Einführung von HPI 3.1 am 31.08.2024 beim Super Cup, gelesen am 08.10.2026. Grundlage für die Umstellung auf die besten und schwächsten 1 Prozent je Position, die erwarteten häufigeren Werte zwischen 90 und 100 sowie 50 und 60, den Durchschnitts-HPI ohne relevante Aktion und die gestaffelten Minuspunkte.
- HBL: „DKB Spieler des Monats“ September: Die 7 Kandidaten! — Ereignisdatum und Veröffentlichungsdatum 06.10.2026, gelesen am 08.10.2026. Grundlage für die September-Beispiele nach Position, den Bestwert von Mathias Gidsel mit HPI 94 sowie den Hinweis, dass das Voting am 08.10.2026 um 8 Uhr endete.
- HBL: Die Berechnung des HPI — gelesen am 08.10.2026. Grundlage für die Skala, die Unterscheidung zwischen HPI-Punkten und Index sowie die Umstellung auf Medianwerte für 2026/27.