Wettstrategien im Test
Rückzahlungen sind im Draw-No-Bet-Test keine gewonnenen Wetten
Inhaltlich überarbeitet: 31.10.2026

Eine Rückzahlung bei Draw No Bet ist kein Gewinn. Das klingt selbstverständlich, verändert einen Test aber erheblich: In unserer ausdrücklich konstruierten Serie stehen neun Gewinne, sechs Rückzahlungen und fünf Verluste. Wer die Rückzahlungen als Gewinne verbucht, macht aus einem Minus von 0,5 Einheiten ein scheinbares Plus von 2,5 Einheiten. Hier lässt sich der Fehler Schritt für Schritt nachrechnen.
Erst Auszahlung und Saldo auseinanderhalten
Draw No Bet bedeutet in dem hier betrachteten Fußballmarkt: Gewinnt die ausgewählte Mannschaft, wird die Wette mit ihrer Quote ausgezahlt. Verliert sie, ist der Einsatz verloren. Beim Unentschieden wird der Einsatz zurückgegeben. Als konkretes Regelbeispiel wurden die Fußballregeln von Sky Bet im Abschnitt Draw No Bet gelesen. Dort ist bei einem Remis die Einsatzrückgabe vorgesehen. Das ist ein Anbieterbeispiel, keine Empfehlung und keine Aussage über jeden Vertrag.
Eine „Einheit“ ist hier nur eine frei gewählte Rechengröße. Die Auszahlung enthält den zurückkommenden Einsatz. Der Nettosaldo ist dagegen Auszahlung minus vorheriger Einsatz. „Push“ bezeichnet in diesem Beispiel die vollständige Rückzahlung ohne Gewinn oder Verlust. Andere Stornierungen oder Sonderregeln werden nicht modelliert.
Ein einzelner fiktiver Einsatz von einer Einheit bei Quote 1,50 führt zu genau einem dieser Ergebnisse:
| Ergebnis | Auszahlung | Nettosaldo |
|---|---|---|
| Gewonnen | 1,50 Einheiten | +0,50 Einheiten |
| Rückzahlung | 1,00 Einheit | 0 Einheiten |
| Verloren | 0 Einheiten | −1,00 Einheit |
Bei der Rückzahlung kommen also nicht zusätzlich 1,00 oder 0,50 Einheiten hinzu. Genau die zuvor eingesetzte Einheit kommt zurück. Nach dieser abgeschlossenen Wette ist der Saldo null; der Einsatz war vorher trotzdem dem Spielausgang ausgesetzt.
Der vollständige Test mit 20 konstruierten Fällen
Die Folge wurde nur zur Veranschaulichung festgelegt. Sie stammt weder aus echten Wetten noch aus einer historischen Erfolgsbilanz. W steht für gewonnen, P für Rückzahlung und L für verloren. Die 20 Fälle lauten der Reihe nach:
W, L, P, W, P, L, W, W, P, L, W, P, W, L, P, W, P, L, W, W.
Jeder Fall hat eine Einheit Einsatz und dieselbe fiktive Quote 1,50. Zusätzliche Gebühren, Steuern oder andere Kosten sind nicht enthalten. Die Fälle sind keine Annahme darüber, wie häufig die Ergebnisse künftig eintreten.
9 Gewinne, 6 Rückzahlungen, 5 Verluste
20 ausdrücklich konstruierte Fälle; je eine Einheit Einsatz, fiktive Quote 1,50.
Jeder Balken beginnt bei null. Die sechs Rückzahlungen sind eine eigene Gruppe zwischen Gewinnen und Verlusten. Zusammen ergeben 9 + 6 + 5 wieder alle 20 Fälle.
Die Balken zeigen Fallzahlen, keine Geldbeträge und keine geschätzten Eintrittswahrscheinlichkeiten. Die gewählte Reihenfolge der Fälle steht vollständig in der CSV.
Jetzt die Rechnung: Neun Gewinne bringen jeweils +0,50, zusammen +4,50 Einheiten. Sechs Rückzahlungen bringen jeweils null, zusammen null. Fünf Verluste kosten jeweils eine Einheit, zusammen −5,00. Der Gesamtsaldo ist +4,50 + 0 − 5,00 = −0,50 Einheiten.
| Status | Fälle | Auszahlungen gesamt | Nettosaldo gesamt |
|---|---|---|---|
| Gewonnen | 9 | 13,50 | +4,50 |
| Rückzahlung | 6 | 6,00 | 0,00 |
| Verloren | 5 | 0,00 | −5,00 |
| Alle Fälle | 20 | 19,50 | −0,50 |
Alle Geldgrößen der Tabelle sind Einheiten. Die Gegenprobe zählt die Auszahlungen: 13,50 + 6,00 = 19,50. Davon werden alle 20 eingesetzten Einheiten abgezogen. Wieder bleiben −0,50.
Wie der Buchungsfehler ein Plus erfindet
Die absichtlich falsche Variante trägt für jede der sechs Rückzahlungen denselben Gewinn wie für einen echten Treffer ein: +0,50 statt null. Dadurch werden 6 × 0,50 = 3,00 Einheiten hinzugefügt, die nie ausgezahlt wurden. Aus dem richtigen Saldo −0,50 wird so fälschlich −0,50 + 3,00 = +2,50.
Das ist keine zweite Abrechnungsregel und kein anderes Ergebnis derselben Wetten. Es ist ein Klassifikationsfehler: Der Status „Rückzahlung“ wurde der falschen Gewinnkategorie zugeordnet.
Welche Trefferquote tatsächlich gemeint ist
Auch ohne falsche Geldbuchung kann eine unklare Quote täuschen. Neun Gewinne geteilt durch alle 20 Fälle ergeben 45 Prozent. Dieselben neun Gewinne geteilt durch nur 14 entschiedene Fälle ergeben rund 64,29 Prozent. Beide Angaben sind nachvollziehbar, wenn der Nenner genannt wird.
Neun Gewinne plus sechs Rückzahlungen ergeben dagegen 15 nicht verlorene Fälle von 20, also 75 Prozent. Das ist ein Nichtverlustanteil, kein Anteil gewonnener Wetten. Ihn als „75 Prozent gewonnen“ auszugeben wäre falsch.
Drei Anteile aus derselben Serie
Die Nenner stehen bei den Beschriftungen. Der letzte Balken zählt auch Rückzahlungen und ist deshalb kein Gewinnanteil.
45 Prozent bedeutet neun Gewinne unter allen 20 Fällen. 64,29 Prozent bedeutet dieselben neun Gewinne unter den 14 Fällen ohne Rückzahlung. 75 Prozent zählt neun Gewinne plus sechs Rückzahlungen; dieser größere Balken bedeutet keinen höheren Gewinn.
Der Nullpunkt und das Ende bei 100 Prozent sind gleich. Unterschiedliche Definitionen und Nenner sind ausdrücklich angegeben; keiner dieser Anteile ist eine Prognose oder eine Rendite.
Auch Renditen brauchen dieselbe Bezugsgröße
Rendite meint hier Nettosaldo geteilt durch die benannten Einsätze. Auf alle 20 eingesetzten Einheiten ergibt −0,50 / 20 = −2,50 Prozent. Auf die 14 Einheiten in entschiedenen Wetten ergibt −0,50 / 14 = rund −3,57 Prozent. Der Euro- beziehungsweise Einheitensaldo bleibt dabei unverändert.
Man darf die zweite Basis verwenden, muss sie aber als „nur entschiedene Einsätze“ kennzeichnen. Ein Vergleich mit einer anderen Strategie auf Basis aller Einsätze hätte sonst verschiedene Nenner. Rückzahlungen aus dem Nenner herauszulassen erzeugt keinen Gewinn und beseitigt keine ursprünglich eingegangene Unsicherheit.
Eine technische Gegenprobe für genau diese Folge
Wer die Quote bei denselben festgehaltenen neun Gewinnen und fünf Verlusten verändert, erhält den Saldo 9 × (Quote − 1) − 5. Für null muss die Quote 1 + 5 / 9 = 14 / 9, also rund 1,5556 betragen. Bei 1,50 liegt sie darunter; das passt zum Minus von 0,50.
14 / 9 ist hier eine Nullsaldoquote für diese fest gewählte Ergebnisfolge. Sie ist weder eine geschätzte tatsächliche Siegchance noch eine faire Marktquote oder ein Hinweis auf eine vorteilhafte Wette. Die sechs Rückzahlungen tragen zum Saldo null bei.
Was du aus diesem Test mitnehmen kannst
Prüfe vor jeder Auswertung drei getrennte Status: gewonnen, verloren und vollständig zurückgezahlt. Rechne den Nettosaldo aus den tatsächlichen Auszahlungen und allen Einsätzen nach. Nenne bei jedem Prozentwert, welche Fälle oder Einsätze im Nenner stehen. Das ist die konkrete Kontrollregel dieses Beispiels; sie macht keine Strategie profitabel.
Unser Test zur Auswahl eines günstigen Rückblicks behandelt dagegen die Auswahl von Modellvarianten. Der Beitrag zur ungültigen Auswahl in einer Kombiwette zeigt die Auswirkung auf eine Kombination. Hier wird eine einzelne Marktart mit drei Buchungsstatus ausgewertet, ohne Kombinations- oder Auswahlstrategie. Grundlagen stehen unter Zahlen verstehen und Wettstrategien im Test.
Quellen, Daten und Grenzen
Stand 31. Oktober 2026. Die Anbieterregel wurde am selben Tag im oben verlinkten Primärtext gelesen. Sämtliche Fallzahlen, Tabellen und Grafiken beruhen ausschließlich auf der hier vollständig genannten konstruierten Folge. Einzelbuchungen und Summen wurden unabhängig über Nettosalden, Bruttoauszahlungen und exakte Brüche gegengeprüft. Zusätzliche Kosten würden den Saldo weiter verändern; ihre Höhe wird hier nicht unterstellt. Aus den gewählten Fällen folgt keine Aussage über reale Chancen, zukünftige Ergebnisse oder die Rentabilität von Draw No Bet.
Die vollständigen 20 konstruierten Fälle mit Einsatz, Quote, Auszahlung, Nettosaldo und laufender Summe als CSV und die drei Anteile mit ihren unterschiedlichen Nennern als CSV erlauben die eigene Gegenrechnung. Die Dateien sind Modelldaten dieses Beispiels, keine echten Wettnachweise.