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Handball

Ohne Torhüter sind in der IHF-Regel sieben Feldspieler erlaubt

Inhaltlich überarbeitet: 24.10.2026

Ein Handballtorwart in grünem Trikot steht vor dem Tor, während ein Angreifer mit Ball auf ihn zuläuft.

In der IHF-Regel für Hallenhandball darf ein Team ohne Torhüter mit bis zu sieben Feldspielern gleichzeitig auf dem Spielfeld spielen. Das sind nicht sechs Feldspieler plus ein Ersatztorhüter: Ist kein Torhüter auf dem Feld, können alle sieben Plätze mit Feldspielern besetzt sein. Die Grundlage dafür ist Regel 4:1 im IHF-Regelwerk mit Stand vom 1. Juli 2025.

Warum sind ohne Torhüter sieben Feldspieler erlaubt?

Regel 4:1 erlaubt grundsätzlich höchstens sieben Spieler eines Teams gleichzeitig auf dem Spielfeld. Sie ergänzt ausdrücklich: Spielt ein Team ohne Torhüter, dürfen bis zu sieben Feldspieler gleichzeitig dort sein. Die Mannschaft kann damit einen Spieler mehr im Feld einsetzen, gibt dafür aber den Schutz durch einen Torhüter auf.

Die Regel unterscheidet dabei zwischen der Rolle im Tor und der Rolle als Feldspieler. Ein Spieler, der als Torhüter identifiziert ist, darf als Feldspieler agieren. Umgekehrt darf ein Feldspieler die Torhüterrolle übernehmen, wenn er als Torhüter erkennbar ist. Gleichzeitig darf pro Team nur ein Spieler als Torhüter identifiziert sein (Regel 4:1).

Die IHF-Regeln für Hallenhandball unterscheiden sich von denen anderer Sportarten. Wenn du die Grundbegriffe des Spiels nachschlagen möchtest, findest du weitere Informationen in unserer Übersicht zum Handball.

Was passiert beim Abwurf ohne Torhüter?

Wenn ein Team einen Torwartwurf ausführen muss, kann es nicht mit sieben Feldspielern weiterspielen. Regel 12:2 schreibt vor, dass ein Torhüter einen der Feldspieler ersetzen muss. Der Torwartwurf wird vom Torhüter aus dem Torraum über die Torraumlinie ausgeführt.

Die Schiedsrichter entscheiden, ob für die Ausführung eine Auszeit nötig ist (Regel 12:2 in Verbindung mit Regel 2:8). Das Regelwerk sagt an dieser Stelle nicht, dass wegen des Wechsels automatisch eine Zeitstrafe verhängt wird.

Wie läuft der Wechsel ab?

Nach Regel 4:4 dürfen Spieler wiederholt und jederzeit wechseln. Der ausgewechselte Spieler muss das Spielfeld aber bereits verlassen haben, bevor der Ersatzspieler es betritt. Beide müssen die eigene Auswechsellinie benutzen. Diese Vorgaben gelten auch beim Wechsel zwischen Torhüter und Feldspieler.

Ein regelwidriger Wechsel wird nach Regel 4:5 mit einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe für den schuldigen Spieler bestraft. Sind in derselben Situation mehrere Spieler eines Teams beteiligt, wird nur der erste bestraft. Das Spiel wird mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt.

Eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe reduziert die zulässige Spielerzahl. Bei einer laufenden Zeitstrafe darf die Mannschaft deshalb höchstens sechs Feldspieler ohne Torhüter einsetzen. Der Torhüterwechsel hebt die Unterzahl nicht auf.

Wann wird der Torraum wichtig?

Nur der Torhüter darf den Torraum regulär betreten (Regel 6:1). Betritt ein Feldspieler der verteidigenden Mannschaft den Torraum und verschafft sich damit einen Vorteil, ohne eine klare Torchance zu verhindern, gibt es einen Freiwurf (Regel 6:2b). Verhindert der Eintritt eine klare Torchance, folgt ein Siebenmeterwurf (Regel 6:2c).

Wiederholtes Betreten des Torraums aus taktischen Gründen zählt außerdem als unsportliches Verhalten. Es wird nach Regel 8:7f schrittweise bestraft, beginnend mit einer Verwarnung. Welche Entscheidung passt, hängt also davon ab, was der Eintritt in den Torraum bewirkt; nicht jeder Eintritt führt automatisch zum Siebenmeter.

Was gilt nach dem Schlusssignal?

Für einen Freiwurf nach dem Schlusssignal gelten besondere Wechselregeln. Die angreifende Mannschaft darf einen Spieler auswechseln. Spielt die verteidigende Mannschaft zu diesem Zeitpunkt ohne Torhüter, darf sie einen Feldspieler durch einen Torhüter ersetzen (Regel 2:5). Die Ausnahme betrifft nicht weitere Wechsel von verteidigenden Feldspielern.

Grenzen dieser Einordnung

Dieser Beitrag bezieht sich auf die IHF-Regeln für Hallenhandball, Ausgabe mit Stand 1. Juli 2025. Die IHF weist darauf hin, dass zuständige Verbände in bestimmten Bereichen abweichende Regeln anwenden können. Konkrete Sonderregeln einzelner Wettbewerbe sind hier nicht geprüft. Die Einordnung enthält keine Spielprognose, Quoten oder Wettempfehlung. Wie du Zahlen und ihre Grenzen einordnest, erklärt unser Beitrag Zahlen verstehen.

Quellen & Datenstand

Geprüft am 24.10.2026. Grundlage sind die IHF-Spielregeln für Hallenhandball, Stand 1. Juli 2025 (insbesondere Regeln 2:5, 4:1, 4:4–4:5, 6:1–6:2, 8:7f und 12:2) sowie die IHF-Mitteilung zu den ab 1. Juli 2025 geltenden Regeländerungen.

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