Volleyball
Künftig darf der Ball die Hallendecke berühren
Inhaltlich überarbeitet: 07.10.2026

Ab dem 9. Oktober 2026 testet die Volleyball Bundesliga zusätzliche Regeln.
Eine davon erlaubt, dass ein Ball nach einer Berührung mit der Hallendecke weitergespielt wird. Das gilt aber nur unter bestimmten Bedingungen. Außerdem kommen neue Tests bei Wechseln, Liberos, Challenges, Pfiffen und dem Aufschlagtraining hinzu.
Wichtig ist die Abgrenzung: Es handelt sich um Regeltests im Spielbetrieb der VBL und nicht um allgemeingültige Änderungen der offiziellen Volleyballregeln. Die Dritten Ligen und tieferen Spielklassen sowie die Jugendwettbewerbe von DVV und Landesverbänden bleiben unberührt.
Wann der Ball nach einer Deckenberührung im Spiel bleibt
Berührt der Ball nach der ersten oder zweiten Ballberührung eines Teams die Decke oder einen anderen festen Gegenstand oberhalb der Spielfläche, kann der Ballwechsel weiterlaufen. Voraussetzung ist, dass der Ball danach auf der eigenen Seite spielbar bleibt.
Prallt der Ball dagegen in die gegnerische Spielfläche zurück, gilt er als aus. Die Deckenberührung führt also nicht automatisch zum Ende des Ballwechsels. Entscheidend ist, auf welcher Seite der Ball anschließend spielbar bleibt.
Hinter dem Test steht die Spielphilosophie „Let the ball fly“. Der Ball soll länger im Spiel bleiben. Auch schwierige Rettungsaktionen sollen möglich sein. Ob die Regel häufig angewendet werden kann, hängt aber stark von der jeweiligen Halle ab.
Warum die Hallenhöhe der Knackpunkt ist
Die internationalen Erfahrungen lassen sich nicht direkt auf jede deutsche Halle übertragen. In offiziellen FIVB-Wettbewerben sind mindestens 12,5 Meter freier Spielraum vorgeschrieben. In der 2. Bundesliga sind es mindestens 7 Meter.
Die Differenz beträgt 5,5 Meter. Das ist eine eigene Umrechnung aus den beiden Vorgaben. 12,5 geteilt durch 7 ergibt rund 1,79. Die vorgeschriebene freie Höhe ist bei internationalen FIVB-Wettbewerben damit ungefähr 1,8-mal so hoch wie in der 2. Bundesliga.
Das erklärt, warum der gleiche Regeltest in verschiedenen Hallen unterschiedlich oft eine Rolle spielen kann. Eine hohe Decke lässt mehr Raum für lange Flugbahnen. Bei geringerer Höhe kann der Ball schneller einen festen Gegenstand berühren. Die VBL will die Auswirkungen deshalb im eigenen Spielbetrieb beobachten.
Mehr Wechsel und freie Auswahl beim Libero
Pro Satz sind künftig acht statt sechs Spielerwechsel möglich. Das bedeutet zwei zusätzliche Wechsel. Im Verhältnis sind acht Wechsel rund ein Drittel mehr als sechs. Die übrigen Bestimmungen für Wechsel bleiben bestehen.
Für Trainer und Kaderplanung entsteht dadurch mehr Spielraum. Wechsel können beispielsweise flexibler über einen Satz verteilt werden. Der Test sagt aber nicht voraus, wie Teams diese Möglichkeit tatsächlich nutzen werden.
Auch bei den Liberos wird die Mannschaftszusammensetzung freier. Innerhalb der 14er-Mannschaftsliste kann ein Team am Spieltag zwei, einen oder keinen Libero benennen. Ein Libero ist ein spezialisierter Abwehrspieler mit besonderen Einsatzregeln. Die Auswahl muss also nicht mehr zwingend auf eine feste Zahl beschränkt werden.
Die bereits eingeführten Tests bleiben ebenfalls bestehen. Dazu gehören der frühere Positionswechsel in der Annahme und eine strengere Bewertung geschobener, gehobener oder länger geführter Bälle.
Was sich für Challenge und Schiedsgericht ändert
In den 1. Bundesligen können Aktionen eines laufenden Spielzugs per Challenge überprüft werden; beantragt wird die Überprüfung aber erst nach dem Ende dieses Spielzugs. Auch Ballberührungen in der Annahme oder Feldabwehr sind überprüfbar, wenn der Ball anschließend ins Aus geht und geeignete Aufnahmen verfügbar sind.
Nach Bekanntgabe der Challenge-Entscheidung darf das antragstellende Team bis zum Abschluss des nächsten Spielzugs keine Auszeit beantragen. Die Einschränkung gilt unabhängig vom Erfolg der Challenge. Maßgeblich sind die DVV-/VBL-Challenge-Regularien, Ziffer 5.4.
Bei klaren Situationen soll das Schiedsgericht außerdem nicht mehr pfeifen, sondern nur das passende Handzeichen zeigen. Das betrifft eindeutig ins Feld oder ins Aus geschlagene Bälle, einen Aufschlag ohne Überquerung der Netzebene und einen nach klarer Blockberührung zweifelsfrei ausgehenden Ball.
Das kann den Ablauf beschleunigen. Für Zuschauer kann es zunächst ungewohnt sein, wenn der erwartete Pfiff ausbleibt.
Für welche Wettbewerbe die Tests gelten
Die zusätzlichen Regeltests gelten ab dem 9. Oktober in den Wettbewerben der VBL sowie im Zoi DVV-Pokal ab der Qualifikationsrunde. Mit Ausnahme der Deckenberührung wurden die Tests bereits beim Thüringer Wald Supercup angewendet.
Beim offiziellen Erwärmen am Netz sind die letzten drei Minuten für Aufschläge vorgesehen. Drei Minuten entsprechen 180 Sekunden. Diese Zeit wird in zwei Abschnitte von jeweils 90 Sekunden geteilt, in denen jedes Team das gesamte Spielfeld nutzen darf.
Alle genannten Vorgaben sind zunächst Tests. Die VBL beschreibt sie nicht als allgemeine Änderung der offiziellen Volleyballregeln. Die Dritten Ligen, tiefere Spielklassen und Jugendwettbewerbe bleiben davon ausgeschlossen. Ob einzelne Tests später übernommen werden, ist damit nicht entschieden.
Wenn du Spielstände und Satzwertungen einordnen möchtest, findest du weitere Hintergründe in unserer Volleyball-Einführung und im Beitrag zur Punktvergabe in der Volleyball-Bundesliga. Wenn du neu bei uns bist, startest du am besten auf unserer Seite Neu hier.
Quellen & Datenstand
Die Angaben beruhen auf den vollständig gelesenen Mitteilungen der Volleyball Bundesliga vom 2. Oktober 2026 und der VBL-Pressemitteilung vom 9. September 2026. Datenstand: 7. Oktober 2026. Es handelt sich ausdrücklich um Regeltests, nicht um allgemeingültige Regeländerungen.