Eishockey
Heimrecht ohne Heimvorteil in Düsseldorf

Wenn in Düsseldorf ein NHL-Team als Heimteam geführt wird, heißt das nicht, dass es dort zu Hause ist. Das Heimrecht ordnet einer Mannschaft bestimmte organisatorische Rechte zu. Der PSD Bank Dome ist für beide Spiele ein neutraler Spielort. Ein Vorteil durch die eigene Halle entsteht dadurch nicht automatisch.
Was ist für Düsseldorf angesetzt?
Die NHL und die Spielergewerkschaft NHLPA kündigten am 13. März 2026 zwei Spiele der regulären Saison zwischen den Ottawa Senators und den Chicago Blackhawks an. Die Partien finden am 18. und 20. Dezember 2026 im PSD Bank Dome statt. Es sind damit die zweite und dritte NHL-Partie der regulären Saison, die in Deutschland ausgetragen werden. Die erste fand 2011 in Berlin statt. (Ankündigung der Senators)
Im offiziellen NHL-Spielplan ist für jede Begegnung ein Heimteam ausgewiesen. Dort sind beide Spiele zugleich als reguläre Saisonspiele an neutralem Ort geführt:
| Datum | Heimteam laut Spielplan | Spielbeginn (MEZ) |
|---|---|---|
| 18.12.2026 | Ottawa Senators | 19:00 Uhr |
| 20.12.2026 | Chicago Blackhawks | 14:00 Uhr |
Die Spielzeiten bestätigten die Blackhawks in ihrer Mitteilung vom 23. März 2026. (Mitteilung zu den Spielzeiten) Ottawa und Chicago übernehmen also jeweils einmal die Heimteamrolle – in derselben Düsseldorfer Halle. Keine der beiden Mannschaften ist dort zu Hause.
Welche echten Rechte bringt das Heimteam?
„Heimteam“ ist mehr als eine Bezeichnung in der Tabelle: Das NHL-Regelbuch knüpft daran konkrete Abläufe. Vor dem Spiel nennt das Auswärtsteam zuerst seine Startaufstellung; anschließend nennt das Heimteam seine (Regel 7.1).
Auch bei einem Wechsel nach einer Spielunterbrechung gilt eine unterschiedliche Frist: Das Auswärtsteam hat fünf Sekunden, das Heimteam acht Sekunden. Diese Regel wird oft als „letzter Wechsel“ bezeichnet (Regel 82.2). Das Heimteam darf außerdem zu Spielbeginn wählen, auf welches Tor es spielt – außer wenn beide Spielerbänke auf derselben Seite liegen (Regel 86.3). Kommt es zum Shootout, also zum Stechen mit einzelnen Schüssen aufs Tor, wählt das Heimteam, ob es zuerst oder als Zweites schießt (Regel 84.4).
Das sind tatsächliche Regelrechte. Sie entstehen aus der offiziellen Zuordnung im Spielplan und bleiben auch an einem neutralen Ort bestehen. Sie sind aber etwas anderes als ein vertrauter Heimspielort oder die Unterstützung des heimischen Publikums. (NHL-Regelbuch 2026/27)
Was bedeutet das für Heim- und Auswärtszahlen?
In Statistiken und Auswertungen werden die beiden Partien entsprechend der NHL-Zuordnung als Heim- oder Auswärtsspiele verbucht. Wer solche Heim-/Auswärtswerte liest, sollte deshalb zwei Dinge auseinanderhalten: die formale Rolle aus dem Spielplan und einen möglichen Vorteil, der mit einer vertrauten Halle verbunden wäre.
Für die Düsseldorfer Spiele ist die Halle laut NHL-Spielplan neutral. Die formale Zuordnung bleibt trotzdem bestehen: Ottawa steht am 18. Dezember in der Heimspalte, Chicago am 20. Dezember. Das ist wichtig, wenn du Teamwerte vergleichst oder einzelne Spiele in einen Saison-Split einordnest. Mehr dazu findest du unter Zahlen verstehen und in unserer Analyse zur NHL-Saison mit 84 Spielen sowie in unserer Einführung Eishockey einfach erklärt.
Aus diesen zwei Begegnungen lässt sich kein Vorteil ableiten. Zwei Spiele sind eine zu kleine Datenmenge, um zu beurteilen, ob die Heimteamrolle oder andere Bedingungen das Ergebnis beeinflussen. Eine Statistik kann die formale Zuordnung zeigen – sie beweist für sich genommen keinen Heimvorteil.
Quellen & Datenstand
Datenstand: 10.10.2026. Die NHL und NHLPA kündigten die Serie am 13.03.2026 an. Die Spielzeiten wurden am 23.03.2026 veröffentlicht. Die Heimteamrollen und die Kennzeichnung als Spiele an neutralem Ort beruhen auf dem offiziellen NHL-Spielplan. Die Regelrechte sind dem NHL-Regelbuch 2026/27 entnommen.