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Grundlagen der Sportwetten

Gelbe Karten sind kein erlaubter Wettmarkt in Deutschland

Inhaltlich überarbeitet: 08.10.2026

Schiedsrichter zeigt im Zweikampf zweier Spieler die gelbe Karte

Die kurze Antwort lautet: Gelbe Karten dürfen im regulierten deutschen Sportwettenmarkt nicht als Wettgegenstand angeboten werden. Der Grund steht im Glücksspielstaatsvertrag 2021. Dort sind Wetten auf regelwidriges Verhalten und auf die Sanktion eines solchen Verhaltens ausdrücklich ausgeschlossen.

Das erklärt, warum du bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis keine Märkte wie „Anzahl der gelben Karten“, „welcher Spieler wird verwarnt?“ oder „welche Mannschaft erhält mehr Karten?“ findest. Das Fehlen dieses Marktes ist kein technischer Fehler und keine zufällige Entscheidung des einzelnen Anbieters.

Was ist eine gelbe Karte rechtlich gesehen?

Eine gelbe Karte ist im Fußball keine normale Spielaktion wie ein Tor, ein Eckball oder ein Einwurf. Sie ist eine Sanktion. Der Schiedsrichter zeigt sie, weil er ein Foul oder ein anderes regelwidriges beziehungsweise vermeintlich regelwidriges Verhalten festgestellt hat.

Genau hier setzt § 21 Absatz 1a Satz 5 des Glücksspielstaatsvertrags 2021 an. Die Vorschrift lautet:

„Sportwetten auf den Eintritt eines regelwidrigen Verhaltens oder die Sanktionierung eines regelwidrigen oder vermeintlich regelwidrigen Verhaltens sind unzulässig.“

Eine Wette auf eine gelbe Karte fällt in diese Regel. Sie bezieht sich entweder direkt auf die Sanktion oder indirekt auf ein Verhalten, das zu dieser Sanktion führen soll.

Das gilt zum Beispiel für folgende Märkte:

  • ein bestimmter Spieler erhält eine gelbe Karte,
  • eine Mannschaft bekommt mehr Verwarnungen als die andere,
  • im Spiel werden mindestens oder höchstens eine bestimmte Anzahl an Karten gezeigt,
  • der erste verwarnte Spieler wird gesucht,
  • Karten werden mit anderen Ereignissen kombiniert.

Auch eine rote Karte oder ein Platzverweis stehen in diesem Zusammenhang. Sie sind ebenfalls Sanktionen für ein regelwidriges oder vermeintlich regelwidriges Verhalten.

Warum sind Kartenwetten besonders manipulationsanfällig?

§ 21 Absatz 1a Satz 4 schließt außerdem Sportwetten aus, die in erheblichem Maße manipulationsanfällig sind oder die Integrität des Wettbewerbs gefährden. Das betrifft insbesondere Geschehnisse, die ein Teilnehmer selbst willkürlich herbeiführen kann. Die bloße Möglichkeit, ein Spielereignis zu beeinflussen, reicht dafür nicht aus.

Ein Tor ist normalerweise das Ergebnis vieler Faktoren. Es hängt zum Beispiel von Spielverlauf, Abwehr, Torwart und Abschluss ab. Eine Verwarnung kann dagegen durch eine einzelne Handlung ausgelöst werden. Ein Spieler könnte theoretisch ein Foul begehen, eine Diskussion provozieren oder eine andere Regelverletzung begehen.

Damit wird die Karte zu einem Ereignis, das näher am Verhalten einer einzelnen Person liegt. Das erhöht das Risiko, dass ein Wettmarkt den sportlichen Wettbewerb beeinflusst. Der Gesetzgeber schützt deshalb die Integrität des Spiels und schließt solche Wettgegenstände aus.

Das bedeutet nicht, dass jede gelbe Karte manipuliert ist. Die Regel bewertet vielmehr das Risiko der Einflussnahme. Für ein gesetzliches Verbot muss kein einzelner Manipulationsfall nachgewiesen werden.

Warum reicht eine behördliche Erlaubnis nicht aus?

Bei Sportwetten gilt in Deutschland ein zweistufiges System. Erstens muss der Wettgegenstand gesetzlich zulässig sein. Zweitens muss die konkrete Wette nach Art und Zuschnitt behördlich erlaubt worden sein.

§ 21 Absatz 1 des Glücksspielstaatsvertrags unterscheidet dabei zwischen Ergebniswetten und Ereigniswetten. Eine Ergebniswette bezieht sich auf den Ausgang eines Sportereignisses. Eine Ereigniswette bezieht sich auf einzelne Vorgänge während des Spiels.

Diese Einteilung bedeutet aber nicht, dass jeder denkbare Vorgang automatisch angeboten werden darf. Nach § 21 Absatz 5 dürfen Sportwetten nur angeboten werden, wenn sie nach Art und Zuschnitt erlaubt sind. Für bereits gelistete Wetten kann diese Erlaubnis auch nach Anzeige des geplanten Angebots gelten, wenn die Behörde nicht innerhalb von zwei Wochen widerspricht.

Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder veröffentlicht dafür Listen erlaubter Wettmärkte. Die Liste „Wettmärkte Fußball“ vom 12. November 2024 führt verschiedene Bereiche auf, darunter Spielausgang, Spielergebnis, Toranzahl, Torschützen, Kombinationen sowie Liga-, Cup- und Turnierwetten.

In diesen Abschnitten findet sich kein Wettmarkt zu:

  • gelben Karten,
  • roten Karten,
  • Verwarnungen,
  • Platzverweisen,
  • einer bestimmten Kartenanzahl,
  • Karten einzelner Spieler oder Mannschaften.

Die Liste enthält außerdem den Hinweis, dass zusätzliche Sportwetten beantragt werden müssen. Das ändert aber nichts am gesetzlichen Verbot aus § 21 Absatz 1a Satz 5. Ein Markt, der bereits wegen seines Gegenstands unzulässig ist, kann nicht allein durch einen Antrag erlaubt werden.

Die Liste ist eine wichtige Orientierung, aber laut GGL nicht abschließend. Dass ein Wettmarkt dort fehlt, beweist für sich allein noch kein gesetzliches Verbot. Bei Kartenwetten ist der entscheidende Grund das ausdrückliche Verbot von Wetten auf Sanktionen in § 21 Absatz 1a Satz 5.

Gilt das auch für Einwürfe und Schiedsrichterentscheidungen?

Der gleiche Grundgedanke betrifft weitere Ereignisse, die besonders stark von einzelnen Handlungen oder Entscheidungen abhängen können.

Dazu können beispielsweise Wetten auf eine bestimmte Anzahl von Einwürfen oder auf einzelne Entscheidungen des Schiedsrichters gehören. Auch wenn solche Ereignisse auf den ersten Blick wie neutrale Statistik wirken, können sie durch Spielweise, Verhalten oder bewusste Einflussnahme verändert werden.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, ob ein Ereignis statistisch erfasst werden kann. Wichtig ist auch, wie leicht ein Beteiligter es selbst herbeiführen oder beeinflussen kann und ob dadurch die Integrität des Wettbewerbs gefährdet wird.

Wenn du Begriffe wie Ergebniswette, Ereigniswette oder Livewette nachschlagen möchtest, findest du weitere Erklärungen im Sportwetten-Lexikon.

Warum sehe ich Kartenwetten manchmal im Internet?

Im Internet können Angebote auftauchen, die nicht zum deutschen regulierten Markt gehören. Das allein sagt nichts darüber aus, ob sie in Deutschland erlaubt sind.

Für die rechtliche Einordnung kommt es darauf an, ob ein Angebot über die erforderliche deutsche Erlaubnis verfügt und ob der konkrete Wettmarkt mit dem Glücksspielrecht vereinbar ist. Die GGL erklärt in ihrer FAQ zu Sportwetten und Wettanbietern, woran sich erlaubte Angebote und die amtliche Whitelist orientieren.

Ausländische Internetseiten oder nicht zugelassene Angebote sind daher kein Beleg dafür, dass Kartenwetten in Deutschland legal angeboten werden dürfen. Dieser Artikel trifft keine Aussage über die Rechtslage in anderen Ländern. Er beschreibt den deutschen Erlaubnisrahmen für Angebote, die in Deutschland zugänglich gemacht werden.

Warum gibt es auch keinen Cashout?

Ein weiterer Punkt führt bei vielen Nutzern zu Verwirrung: die Funktion „Cashout“. Damit kann ein Wettschein bei manchen internationalen Angeboten vor dem Ende des Spiels vorzeitig abgerechnet werden.

Für Deutschland weist die veröffentlichte GGL-Wettmärkte-Liste ausdrücklich darauf hin: Die Option Cashout ist bei sämtlichen Sportwetten nicht zulässig.

Cashout macht aus einem nicht erlaubten Wettmarkt keinen erlaubten Markt. Eine Wette auf gelbe Karten bleibt also unzulässig, unabhängig davon, ob eine vorzeitige Abrechnung angeboten wird oder nicht. Außerdem ändert Cashout nichts am eigentlichen Gegenstand der Wette.

Die Funktion ist deshalb getrennt von der Frage zu betrachten, ob ein Wettmarkt überhaupt angeboten werden darf. In Deutschland gilt für beide Punkte ein enger gesetzlicher Rahmen.

Was bedeutet das für deine Suche?

Wenn du bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis keine Wette auf gelbe Karten findest, ist das die erwartbare Folge der geltenden Regeln. Der Markt fehlt nicht wegen einer unvollständigen App und wird normalerweise auch nicht erst kurz vor dem Spiel freigeschaltet.

Die entscheidenden Gründe sind:

  1. Eine gelbe Karte ist die Sanktion eines regelwidrigen oder vermeintlich regelwidrigen Verhaltens.
  2. Wetten auf solche Sanktionen sind nach § 21 Absatz 1a Satz 5 GlüStV 2021 unzulässig.
  3. Anbieter dürfen zusätzlich nur Wettmärkte anbieten, die nach Art und Zuschnitt behördlich erlaubt wurden.
  4. Die GGL-Liste der Fußball-Wettmärkte enthält keine Kartenmärkte.
  5. Cashout ist im deutschen Sportwettenangebot bei keiner Sportwette zulässig.

Wenn du merkst, dass dich die Suche nach immer spezielleren Märkten oder Live-Funktionen stark beschäftigt, findest du auf unserer Seite Risiken und Hilfe unabhängige Informationen zu möglichen Belastungen durch Glücksspiel.

Quellen & Datenstand

Datenstand: 08.10.2026.

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