Dota 2 Prognosen
Fünf Siege aus sechs Maps beweisen noch keine Mannschaftsstärke
Inhaltlich überarbeitet: 13.10.2026

Eine kleine Zahl gewonnener Maps allein reicht nicht aus, um Mannschaftsstärke verlässlich zu beurteilen. In unserer Auswertung haben wir 54 Dota-2-Maps mit vollständigen Teamnamen betrachtet. Die meisten Teams kommen darin nur ein- oder zweimal vor. Die wenigen Beobachtungen und die unterschiedlichen Spielbedingungen reichen für eine allgemeine Rangfolge der Mannschaftsstärke nicht aus.
Eine Stichprobe ist die Auswahl von Beobachtungen, die in eine Auswertung eingeht. Hier stammt sie aus den jüngsten 100 von OpenDota gelieferten Turnier-Maps. In 54 Datensätzen waren die Namen beider Teams vorhanden; in 46 fehlte mindestens ein Name. Das waren 18 Fälle mit fehlenden Namen auf beiden Seiten und 28 mit einem fehlenden Namen.
55,6 Prozent für Radiant sind kein Beleg für einen Vorteil
In den 54 auswertbaren Maps gewann die Radiant-Seite 30-mal. Das entspricht 55,6 Prozent. Unter einem vereinfachten Binomialmodell reicht das 95-Prozent-Wilson-Intervall von 42,4 bis 68,0 Prozent. Alle hier berechneten Wilson-Bereiche setzen innerhalb der jeweiligen Gruppe unabhängige Maps mit derselben Siegchance voraus; auch die folgende Münzrechnung verwendet unabhängige Versuche. Diese Voraussetzungen sind für unsere Auswahl nicht geprüft. Maps derselben Serie können zusammenhängen. Die Bereiche sind daher keine validierten 95-Prozent-Fehlergrenzen für Seitenvorteile oder Mannschaftsstärke und keine Vorhersage für ein nächstes Spiel.
Als fiktive Modellrechnung: Würde eine faire Münze bei 54 Versuchen jeweils mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,5 „Erfolg“ liefern, läge die Chance auf mindestens 30 Erfolge bei rund 24,8 Prozent. Das ist eine Gegenprobe, keine Messung der Spielbedingungen. Sie macht deutlich: Ein Ergebnis von 30 Siegen aus 54 Maps kann auch ohne echten Seitenvorteil entstehen. In allen 100 gelieferten Datensätzen gewann Radiant 64-mal; diese Zahl umfasst auch Maps ohne vollständige Teamnamen.
Fünf Siege aus sechs Maps bleiben eine kleine Serie
In den 54 Maps tauchen 52 verschiedene Teams auf. 25 Teams hatten genau eine ausgewertete Map, 15 genau zwei und 12 mindestens drei. Selbst Teams mit mehr Beobachtungen sind nur begrenzt vergleichbar.
Team Yandex gewann fünf von sechs Maps. Das sind 83,3 Prozent, doch das Wilson-Intervall reicht von 43,6 bis 97,0 Prozent. Team Spirit gewann drei von neun Maps, also 33,3 Prozent; das Intervall reicht von 12,1 bis 64,6 Prozent. Beide Bereiche überlappen deutlich. Die Überlappung allein ist kein statistischer Test des Unterschieds. Die wenigen Maps gegen unterschiedliche Gegner erlauben hier keine allgemeine Rangfolge der Mannschaftsstärke.
Auch drei Siege aus drei Maps wären kein sicherer Beleg für Stärke: Für Hokori reicht das Intervall von 43,9 bis 100 Prozent. Die Tabelle zeigt eine Auswahl von vier der zwölf ausgewerteten Teams mit mindestens drei Maps; die Werte beschreiben nur diese Beobachtungen.
| Team | Maps | Siege und Anteil |
|---|---|---|
| Team Spirit | 9 | 3 Siege, 33,3 Prozent |
| Team Yandex | 6 | 5 Siege, 83,3 Prozent |
| NEW GROWTH | 5 | 3 Siege, 60,0 Prozent |
| PARIVISION | 5 | 3 Siege, 60,0 Prozent |
Mehr Maps verkleinern die Unsicherheit
Ein fiktiver Vergleich zeigt den Einfluss der Datenmenge: Bei einem Anteil von 33,3 Prozent liegt das Wilson-Intervall bei neun Maps zwischen 12,1 und 64,6 Prozent. Bei 36 Maps mit demselben Anteil wäre es enger: 20,2 bis 49,7 Prozent. Auch das beseitigt andere Verzerrungen nicht, macht den Anteil aber weniger empfindlich für einzelne Ergebnisse.
Bei einem angenommenen Anteil von 55,6 Prozent läge die halbe Breite des Wilson-Intervalls in einer fiktiven Planungsrechnung bei 100 Maps bei etwa 9,6 Prozentpunkten, bei 400 Maps bei etwa 4,8. Unter denselben vereinfachten Modellannahmen verkleinert eine größere Zahl von Beobachtungen den rechnerischen Bereich. Sie ersetzt aber nicht den Blick auf Gegner, Kader und Spielversion.
Maps und Serien zählen nicht dasselbe
Eine Map ist hier eine einzelne Dota-2-Partie. Eine Serie fasst mehrere Maps zwischen denselben Teams zusammen. Die 54 Maps gehören zu 37 Serien; 24 dieser Serien sind im betrachteten Fenster nur mit einer Map vertreten. Wer eine Map-Siegquote mit einer Serienbilanz gleichsetzt, vermischt unterschiedliche Zähleinheiten. Mehr zum Unterschied zwischen Map und Serie erklärt der Lexikonartikel zu Best-of-Formaten.
Was diese Auswertung nicht zeigen kann
Der Abruf erfolgte am 12.10.2026 um 09:47 Uhr Berliner Zeit (07:47 UTC). Die 100 gelieferten Maps reichen zeitlich vom 09.10.2026 um 20:27 Uhr bis zum 12.10.2026 um 08:05 Uhr Berliner Zeit – etwa zweieinhalb Tage. Der konkrete Abruf von proMatches erfolgte ohne Zeitparameter und lieferte 100 Datensätze. Das ist kein vollständiger Datensatz der letzten 30 Tage, sondern das tatsächlich gelieferte kurze Beobachtungsfenster. Die ausgewerteten Maps verteilen sich auf DreamLeague Season 30 Qualifiers (38), BLAST SLAM VIII (13), NEXUS SERIES II (2) und Party To Play league (1).
Das ist kein vollständiger Überblick über alle Teams oder Turniere, kein Live-Ticker und kein Echtzeitwert. Es ist ein Datenstand zu einem bestimmten Abrufzeitpunkt. Dazu kommen fehlende Teamnamen und der kurze Zeitraum. Auch können Gegnerstärke, Kaderwechsel und Spielversion die Teamleistung beeinflussen. Die Auswertung belegt daher weder eine vollständige Rangliste noch, wie stark ein Team grundsätzlich ist.
Quellen & Datenstand
Eigene Auswertung der von OpenDota gelieferten Turnier-Maps über die Schnittstelle proMatches. Abruf: 12.10.2026, 09:47 Uhr Berliner Zeit (07:47 UTC). Die Auswahl umfasst höchstens 100 gelieferte Datensätze; der Zeitraum der enthaltenen Maps reicht vom 09.10.2026, 20:27 Uhr bis zum 12.10.2026, 08:05 Uhr Berliner Zeit. Die Grenzen unserer Datengrundlage erläutert auch unsere Analysemethode.