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Drei inszenierte Kinder-Casinos sollen Eltern aufrütteln
Inhaltlich überarbeitet: 28.10.2026

Symbolbild einer Schaufenster-Inszenierung; keine Aufnahme der dänischen Kampagnenorte.
Drei bunte Casino-Fassaden sollen Eltern in Dänemark zum Hinschauen bringen. Die Glücksspielaufsicht Spillemyndigheden hat am 26. Oktober 2026 die Kampagne „Kasino på børneværelset“ gestartet, sinngemäß „Casino im Kinderzimmer“. Thema sind glücksspielähnliche Mechanismen in digitalen Spielen. Echte Casinos für Kinder haben dabei nicht eröffnet.
Was sich hinter „Casino Kids“ verbirgt
Für die Aktion wurden drei Ladenfronten in Aarhus, Odense und Kopenhagen als „Casino Kids“ dekoriert. Hinter den auffälligen Fassaden stehen laut Ministeriumsmitteilung vom 26. Oktober leere Räume. Zur Kampagne gehört außerdem ein Film, in dem sich ein Kinderzimmer in ein Casino verwandelt.
Die Aufsicht beschreibt die Aktion als Anlass, nicht allein über Bildschirmzeit zu sprechen, sondern auch über Spielinhalte. Eltern und Fachkräfte sollen genauer verstehen, welchen Mechanismen Kinder beim Spielen begegnen. Eine belegte Wirkung der neuen Kampagne lässt sich aus ihrer Ankündigung noch nicht ableiten.
Zwei Erhebungen beantworten verschiedene Fragen
Das Ministerium nennt rund 24.500 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren mit einem gewissen Ausmaß an Geldspielproblemen, darunter etwa 2.600 mit schweren Problemen. Diese Schätzung stammt ausdrücklich aus einer Erhebung von 2021. Sie ist keine aktuelle Zählung für 2026 und belegt keine Ursache durch ein bestimmtes Videospiel.
Eine andere Frage untersucht die Medienrat-Erhebung zu digitalen Spielgewohnheiten 2026: Nach ihrer Zusammenfassung haben 98 Prozent der 6- bis 15-Jährigen digitale Spiele ausprobiert. Epinion führte die Untersuchung im März und April 2026 durch; insgesamt lagen Antworten von 1.142 Befragten vor. Diese Gesamtstichprobe ist nicht mit der einzelnen Altersgruppe gleichzusetzen.
Die 98 Prozent beschreiben Spielerfahrung, nicht Glücksspielprobleme oder Kontakt mit Loot-Boxen. Die beiden Erhebungen lassen sich deshalb weder zu einer gemeinsamen Quote verrechnen noch als Entwicklung von 2021 bis 2026 lesen.
Was Eltern jetzt konkret nachsehen können
Die Kampagne verweist auf das dänischsprachige Behördenportal StyrPåSpillet.dk. Es erklärt unter anderem Loot-Boxen, virtuelle Währungen und andere Spielmechanismen und bietet Gesprächsmaterial für Eltern. Eine Loot-Box ist ein digitales Paket mit einem zufällig bestimmten Inhalt; virtuelle Währungen werden innerhalb eines Spiels verwendet. Daraus folgt für sich allein noch keine rechtliche Einordnung als Glücksspiel.
Ein praktischer Gesprächseinstieg ist, sich einen konkreten Kauf gemeinsam zeigen zu lassen: Was kostet er in Euro oder Kronen? Steht vor dem Kauf fest, was man bekommt? Kann direkt noch einmal gekauft werden? So wird aus der allgemeinen Frage nach der Bildschirmzeit eine verständliche Frage nach Kosten und Zufall. Eine einzelne Antwort ist keine Diagnose.
Für deutschsprachige Hinweise zu Risiken und unabhängigen Anlaufstellen gibt es unsere Seite Risiken und Hilfe.
Quellen und Stand
Stand: 28. Oktober 2026. Kampagnenstart und beide Behördenmitteilungen: 26. Oktober 2026. Die Zahlen zu Geldspielproblemen beziehen sich auf 2021; die getrennte Befragung zu digitalen Spielgewohnheiten auf März/April 2026. Die verlinkten Primärquellen dienen unterschiedlichen Fragen; eine Wirkung der Kampagne oder ein ursächlicher Zusammenhang wurde hier nicht nachgewiesen.