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Handball

DHB zieht die Kündigung der Frauen-Bundesliga zurück

Inhaltlich überarbeitet: 14.10.2026

Zwei Personen reichen sich an einem Besprechungstisch vor einer Handballhalle die Hand

Der Deutsche Handballbund (DHB) hat die Kündigung des Grundlagenvertrags mit der Handball Bundesliga Frauen (HBF) zurückgezogen, um mehr Zeit für Gespräche über einen neuen Vertrag zu gewinnen. Für die Liga bedeutet das: Der bestehende Vertrag gilt nun bis zum 30. Juni 2028 weiter. Die Zukunftsfragen sind damit aber noch nicht geklärt.

Warum wurde die Kündigung zurückgenommen?

Das DHB-Präsidium fasste den Beschluss am Samstag, dem 10. Oktober 2026, bei einer Sitzung in Hamburg. Der Verband teilte die Entscheidung am 13. Oktober mit. Die Kündigung, die das Vertragsende zum 30. Juni 2027 vorgesehen hatte, ist zurückgenommen. Zugleich haben DHB und HBF weitere Gesprächsrunden vereinbart, um ein neues Vertragswerk auszuarbeiten.

Der DHB begründet den Schritt damit, gemeinsam mehr Zeit für diese Arbeit zu gewinnen. Vorstandsvorsitzender Mark Schober sagte: „Wir sind vom Potenzial des deutschen Frauenhandballs überzeugt. Um dieses aktivieren zu können, bedarf es eines Weges, den wir gemeinsam konkretisieren werden.“ Er bezeichnete die Aufgabe außerdem als gemeinsame Kraftanstrengung.

Wer die Grundbegriffe des Handballs erst einmal kennenlernen möchte, findet sie in unserer Handball-Einführung.

Die Rücknahme ist also zunächst eine Entscheidung für mehr Zeit und weitere Verhandlungen. Sie belegt nicht, dass DHB und HBF sich bereits über die Inhalte eines neuen Vertrags geeinigt haben. Die DHB-Mitteilung vom 13. Oktober nennt weder fertige Vertragsdetails noch konkrete Gesprächstermine.

Worum geht es bei der Professionalisierung?

Der Grundlagenvertrag bildet den Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen Verband und Liga. Im Mittelpunkt der längerfristigen Debatte steht, wie sich der Frauenhandball sportlich und wirtschaftlich weiterentwickeln soll.

Laut einer älteren DHB-Mitteilung vom 30. Juni 2025 beschlossen die HBF-Vereine 2020 eine Strategie zur Professionalisierung. Der DHB-Bundestag bestätigte sie 2021; auch im Grundlagenvertrag wurde sie verankert. Zu den genannten Zielen gehören eine Liga mit zwölf Teams, Play-offs um die Meisterschaft, Mindestbudgets für Bundesligisten, die Weiterentwicklung des Jugendzertifikats und Mindeststandards für Hallen.

Eine SPORT1-Berichterstattung vom 13. Oktober ordnet die frühere Kündigung als Versuch ein, gemeinsam die nächsten Schritte zur Professionalisierung festzulegen. Der Bericht verweist auch auf Schobers Aussage gegenüber dem Spiegel, der DHB sei mit der Weiterentwicklung der HBF nicht einverstanden gewesen. Das ist die Einordnung der Berichterstattung; die aktuelle DHB-Mitteilung erklärt die Rücknahme mit dem zusätzlichen Zeitbedarf und den vereinbarten Gesprächen.

Was bedeuten die Hallenauflagen für die Liga?

Die Hallenstandards zeigen, dass die Weiterentwicklung konkrete Folgen für die Vereine hat. Die HBF-Hallenstandards für 2026/27 verlangen in der 1. Bundesliga grundsätzlich mindestens 1.500 Zuschauerplätze, davon 1.125 Sitzplätze, und zwei Längstribünen mit jeweils mindestens fünf Reihen. Eine gegenüber der Hauptkamera platzierte LED-Bande ist bereits seit 2025/26 vorgeschrieben.

Für die Kapazität und die Tribünen gibt es eine Übergangsregelung bis zum Ende der Spielzeit 2028/29. In dieser Zeit reicht unter den festgelegten Zusatzbedingungen eines der beiden Kernkriterien; mindestens 1.200 Zuschauerplätze, davon 900 Sitzplätze, bleiben erforderlich. Fehlt die zweite Längstribüne, müssen die beiden Livestream-Kameras unter anderem mittig stehen, in Richtung der vorhandenen Längstribüne filmen und sämtliche Feldlinien erfassen können. In den Saisons 2027/28 und 2028/29 sind jeweils mindestens ein Hauptrundenspiel pro Verein sowie die Halbfinal- und Finalserien um die Deutsche Meisterschaft von dieser Ausnahme ausgenommen. Für Vereine, deren Halle nur eine Kernanforderung erfüllt, sind Ausgleichszahlungen an Vereine mit vollständig regelkonformen Hallen vorgesehen. Ab 2029/30 müssen alle Partien in Hallen stattfinden, die sämtliche Anforderungen erfüllen.

Was ist für Fans und die Einordnung der Liga wichtig?

Der Vertrag läuft nun bis Mitte 2028 weiter. Das schafft Zeit, um die Zusammenarbeit und die nächsten Schritte zu verhandeln. Es bedeutet aber nicht automatisch, dass alle Vereine die anstehenden Standards bereits erfüllen oder dass die offenen Fragen gelöst sind.

Für die sportliche Einordnung sind Ligagröße, Spielmodus und Hallenbedingungen wichtig: Sie prägen, welche Saison- und Spielformate es gibt und unter welchen Rahmenbedingungen die Teams antreten. Auch für eine sachliche Betrachtung von Wettmärkten ist dieser Kontext relevant; daraus folgt jedoch keine sichere Aussage über einzelne Spiele. Wenn du Handball-Zahlen vergleichst, achte darauf, was genau gemessen wurde und für welchen Zeitraum. Mehr dazu findest du in unserem Beitrag zum Einordnen von Zahlen.

Offen bleiben der genaue Inhalt des neuen Vertragswerks, die Termine der weiteren Gespräche und finanzielle Einzelheiten. Die Rücknahme der Kündigung hält den bisherigen Rahmen vorerst aufrecht. Wie die Liga danach weiterentwickelt wird, hängt von den Ergebnissen der Gespräche ab.

Neu auf der Seite? Unser Lernweg zeigt, wie du Angebote, Quoten und Zahlen Schritt für Schritt liest.

Quellen & Datenstand

Geprüft am 14.10.2026. Das Beschlussdatum ist der 10.10.2026; die DHB-Mitteilung dazu erschien am 13.10.2026. Grundlage sind die DHB-Mitteilung zum neuen Grundlagenvertrag, die DHB-Mitteilung zur Professionalisierungsstrategie und Hallenregelung sowie die als Berichterstattung gekennzeichnete SPORT1-Meldung vom 13.10.2026.

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