CS2 Wettanalysen
Das Map-Veto bestimmt die Karten einer CS2-Serie in der ESL Pro Tour
Inhaltlich überarbeitet: 29.09.2026

Das Map-Veto legt in einer CS2-Serie fest, welche Karten gespielt werden. Es zeigt außerdem, welche Karten ein Team vermeiden möchte und welche es selbst auswählt. Eine sichere Vorhersage des Serienausgangs ist daraus aber nicht möglich.
Der folgende Standardablauf gilt für ESL-Pro-Tour-Events nach dem Regelwerk vom 7. Juli 2026. Turnierspezifische Ergänzungen können Vorrang haben. Andere Veranstalter können eigene Handbücher und Verfahren verwenden.
Was beim Map-Veto entschieden wird
Ein Veto ist die Auswahlphase vor dem Match. Die Teams entfernen Karten oder wählen sie aus. Das Entfernen heißt Ban. Ein Pick ist die gezielte Auswahl einer Map.
Im aktuellen ESL-Regelwerk besteht der Map-Pool, also die zugelassene Kartengruppe, aus sieben Maps:
- Cache
- Inferno
- Mirage
- Nuke
- Dust2
- Ancient
- Anubis
Mit dem Update vom 07.07.2026 wurde Overpass aus dem Pool entfernt und durch Cache ersetzt. Maßgeblich sind der ESL-Changelog und das vollständige ESL-Pro-Tour-Regelwerk 2026.
Im hier beschriebenen Standard-Bo1 und Bo3 entscheidet das besser gesetzte Team, der better seed, ob es im Veto Team A oder Team B sein möchte. Das ist keine allgemeine Regel für jede Sonderform: Bei einem Bo5 mit Map-Vorsprung entscheidet laut Abschnitt 7.3.7 das Team aus dem Lower Bracket.
Best-of-one: Eine Map bleibt übrig
In einem Best-of-one, kurz Bo1, wird nur eine Map gespielt. Nach dem ESL-Ablauf:
- Team A bannt eine Map.
- Team B bannt zwei Maps.
- Team A bannt zwei Maps.
- Team B bannt eine Map.
- Die letzte verbleibende Map wird gespielt.
Bei sieben Maps werden also sechs Karten entfernt. Die siebte Map ist die gesamte Partie. Die Startseiten werden durch eine Messerrunde bestimmt. Eine Ausnahme gilt in der ESL Challenger League bei zwei aufeinanderfolgenden Bo1-Partien: Für die zweite Partie wird die zuvor gespielte Karte automatisch ausgeschlossen; anschließend bannt B zwei, A zwei und B eine Karte (Abschnitt 7.3.8).
Das Veto kann hier besonders deutlich machen, welche Karten beide Teams nicht spielen wollen. Es verrät aber nicht automatisch, welches Team auf der verbleibenden Map besser sein wird.
Best-of-three: Picks und Decider trennen die Serie
Im Best-of-three, kurz Bo3, gewinnt das Team, das zuerst zwei Maps holt. Der ESL-Ablauf umfasst sieben Entscheidungen:
- Team A bannt eine Map.
- Team B bannt eine Map.
- Team A pickt eine Map.
- Team B pickt eine Map.
- Team A bannt eine Map.
- Team B bannt eine Map.
- Die übrige Map wird als Decider gespielt, falls sie gebraucht wird.
Der Decider ist die entscheidende dritte Map. Auf der jeweils vom Gegner gewählten Map bestimmt das andere Team die Startseite. Auf der letzten Map entscheidet wieder die Messerrunde.
Fiktives Rechenbeispiel: Von sieben Maps im Map-Pool entfernen vier Bans vier Karten, zwei Picks legen zwei Serienkarten fest, eine Map bleibt als möglicher Decider übrig. Rechnung: 7 − 4 Bans = 3 verbleibende Karten, davon 2 gepickte Karten, 1 Map bleibt als Decider.
Das Beispiel zeigt: Ein Pick ist nicht dasselbe wie ein später gespielter Decider. In einem Bo3 entstehen normalerweise zwei ausgewählte Karten und eine mögliche dritte Karte.
Was die Auswahl über den Verlauf aussagt
Ein Pick zeigt, dass ein Team diese Map in die Serie bringen wollte. Ein Ban kann auf eine unerwünschte Karte oder auf Respekt vor der Stärke des Gegners hindeuten. Der Decider zeigt dagegen, welche Map nach den Prioritäten beider Seiten übrig bleibt.
Daraus lassen sich Fragen für die Analyse ableiten:
- Welche Karten wurden sofort entfernt?
- Welche Map hat jedes Team selbst gewählt?
- Welche Karte blieb als Decider bestehen?
- Welche Startseite erhält ein Team auf der gegnerischen Auswahl?
- Muss die Serie auf einer Map entschieden werden, die keines der Teams zuerst gewählt hat?
Das sind Hinweise auf die geplante Struktur der Serie. Sie ersetzen jedoch keine Daten zu Spielstil, aktueller Besetzung, Vorbereitung oder tatsächlicher Leistung. Eine Map-Auswahl ist ein taktisches Signal, keine Gewinnzusage. Den Unterschied zwischen Map und Serie erklärt unser Beitrag E-Sports: Spiel, Map und Serie unterscheiden. Die eigene Definition von Map im Sportwetten-Lexikon hilft beim Nachschlagen.
Runden, Verlängerung und Grenzen der Aussage
Nach dem ESL-Stand besteht eine Map aus maximal 24 regulären Runden. Ein 13. Rundensieg entscheidet die Map innerhalb der regulären Runden. Bei 12:12 folgt eine Verlängerung im Format „best out of 6“ mit 12.500 Dollar Startgeld. Zu Beginn jeder Verlängerung bleiben die Teams auf ihrer zuletzt gespielten Seite; nach drei Runden wechseln sie. Für den Sieg in diesem Zusatzblock sind vier Runden nötig. Bei erneutem Gleichstand folgen weitere Verlängerungen, bis ein Sieger feststeht.
Diese konkreten Einstellungen gelten hier ausschließlich für den ESL-Stand. Andere Veranstalter können andere Verlängerungsregeln nutzen. In Rundenturnieren wird eine gewonnene Verlängerung für die Rangliste außerdem als 13:12 gewertet; die tatsächlichen Verlängerungsrunden werden erst bei späteren Gleichstandsregeln berücksichtigt.
Das Map-Veto erklärt also, welche Serie vor der ersten Runde vorbereitet wurde. Es legt den Weg fest, aber nicht das Ergebnis.
Quellen & Datenstand
Geprüft wurden der ESL-Pro-Tour-Changelog vom 07.07.2026 und das dort verlinkte Regelwerk 2026, insbesondere die Abschnitte 2.16.1, 7.3.1 bis 7.3.7, 7.4.1 und 7.10.7. Für CS2 gibt es bei sportwetten.fun derzeit keinen automatischen Turnier- oder Live-Feed. Dieser Beitrag erklärt daher das ESL-Format anhand des offiziellen Regelwerks und ersetzt nicht die Prüfung des Handbuchs eines konkreten Turniers. Weitere Hinweise zu unseren Daten und Grenzen findest du in der Analyse-Methode.