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Britische Glücksspielzahlen: Fußball führt bei Fernwetten
Inhaltlich überarbeitet: 20.09.2026

Die britische Glücksspielaufsicht Gambling Commission hat am 17.09.2026 ihre offiziellen Industrie-Statistiken für das Geschäftsjahr April 2025 bis März 2026 veröffentlicht. Der regulierte Glücksspielmarkt in Großbritannien erreichte danach einen Bruttospielertrag von 17,5 Milliarden Pfund. Das entspricht einem Anstieg von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Wie viel davon entfällt auf Sportwetten?
Die Statistik fasst Casino, Wetten und Bingo über Fernkommunikation als RCBB zusammen. Dazu gehören etwa Angebote über Internet und Telefon. Dieser Bereich kam auf 8,3 Milliarden Pfund Bruttospielertrag, 6,9 Prozent mehr als im vorherigen Geschäftsjahr. „Fernwetten“ bezeichnet also den Vertriebsweg, nicht eine bestimmte Wettregel.
Auf Fernwetten entfielen 2,4 Milliarden Pfund. Fußball war dabei mit 1,2 Milliarden Pfund die größte der in der Statistik ausgewiesenen Wettarten nach Sport. Pferderennen folgten mit 769,3 Millionen Pfund.
Zum Vergleich: Online-Casinospiele erzielten 5,7 Milliarden Pfund. Davon entfielen 4,8 Milliarden Pfund auf Automatenspiele, sogenannte Slots. Fernbingo kam auf 147,8 Millionen Pfund. Die Zahlen zeigen deshalb auch, warum „größte Wettart“ genau eingeordnet werden muss: Fußball lag innerhalb der Fernwetten vorn. Der gesamte Online-Casinobereich war jedoch größer.
Weniger Wettbüros – aber nicht nur Erträge aus Wetten
Für den landbasierten Wettsektor meldet die Aufsicht 2,4 Milliarden Pfund Bruttospielertrag, 3,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Diese Kategorie enthält auch Glücksspielautomaten: Auf sie entfielen 49,4 Prozent des Sektorertrags. Die 2,4 Milliarden sind daher keine reine Sportwetten-Kennzahl und nicht unmittelbar mit den 2,4 Milliarden aus Fernwetten vergleichbar.
Die Zahl der Wettbüros sank um 3,6 Prozent auf 5.617 – laut Bericht der zwölfte Rückgang in aufeinanderfolgenden Berichtsperioden. Insgesamt nennt die Statistik 8.081 lizenzierte Glücksspielstandorte, 2,0 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Was bedeutet Bruttospielertrag – und was nicht?
Der Bruttospielertrag, im Bericht Gross Gambling Yield (GGY), ist eine Ertragskennzahl. Vereinfacht gerechnet ergibt er sich aus den Einsätzen und sonstigen Erlösen abzüglich der ausgezahlten Gewinne. Die Definition der Gambling Commission steht im offiziellen Glossar.
GGY ist deshalb nicht dasselbe wie der gesamte Einsatzbetrag. Es ist auch nicht automatisch die Summe der Verluste aller Kundinnen und Kunden. Freiwetten und Boni werden nur berücksichtigt, wenn die Kundschaft stattdessen einen entsprechenden Geldbetrag hätte wählen können. Treueprogramme wie Cashback zählen nicht mit.
GGY ist zudem kein Unternehmensgewinn nach Kosten. Fiktives Beispiel: Bei 1.000 Pfund Einsätzen und 800 Pfund ausgezahlten Gewinnen blieben ohne weitere Erlöse 200 Pfund GGY. Personal- und Betriebskosten sind damit noch nicht abgezogen.
Ohne Lotterien lag der GGY des britischen Marktes bei 13,2 Milliarden Pfund. Das war ein Plus von 4,7 Prozent. Die Gambling Commission erfasst dabei den regulierten, kundenorientierten Markt und nicht den gesamten möglichen Glücksspielmarkt.
Was zeigt der letzte Berichtszeitraum?
Der Vierteljahresbericht für Januar bis März 2026 weist einen Gesamt-GGY von 4,4 Milliarden Pfund inklusive Lotterien aus. Der Bereich Fernglücksspiel kam in diesem Quartal auf 2,2 Milliarden Pfund. Davon entfielen 1,5 Milliarden Pfund auf Ferncasino. Das entsprach 68,3 Prozent des RCBB-Bereichs.
Für das gesamte Geschäftsjahr meldet die Jahresstatistik 32,4 Millionen neue RCBB-Kontoregistrierungen, 3,0 Prozent weniger als zuvor. Für das letzte Berichtsquartal nennt sie 25,7 Millionen aktive Konten. „Aktiv“ bedeutet hier, dass ein Konto im Berichtszeitraum zum Glücksspiel genutzt wurde; es ist keine Momentaufnahme gleichzeitig eingeloggter Nutzer. Konten sind nicht mit einzelnen Menschen gleichzusetzen: Eine Person kann mehrere Konten haben. Die Ende des Quartals auf Kundenkonten gehaltenen Gelder betrugen 886,6 Millionen Pfund, 13,9 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum. Auch dieses Guthaben ist weder GGY noch ein Verlustbetrag.
Warum sind die Zahlen kein Wert für Deutschland?
Die Statistik beschreibt ausschließlich den regulierten Markt in Großbritannien. Sie lässt sich nicht direkt auf Deutschland übertragen. Auch die britischen Kategorien und Meldewege müssen nicht mit deutschen Statistiken übereinstimmen.
Die Daten stammen aus Meldungen der lizenzierten Betreiber an die Gambling Commission. Im Juli 2024 wurde die Erhebungsweise geändert. Unter anderem wurden die Berichtszeiträume vereinheitlicht. Vergleiche über längere Zeiträume müssen deshalb vorsichtig gelesen werden. Aus einem einzelnen britischen Geschäftsjahr lässt sich außerdem keine Entwicklung einzelner Anbieter oder Sportarten in Deutschland ableiten.
Die Gambling Commission kündigt die nächste Jahresstatistik für den Herbst 2027 an. Sie soll den Zeitraum April 2026 bis März 2027 abdecken. Weitere Hinweise zum Umgang mit Kennzahlen findest du bei Zahlen verstehen und in unserer Analyse-Methode. Wenn du neu auf sportwetten.fun bist, gibt dir Neu hier? einen Überblick.
Quellen und Stand
Geprüft am 20.09.2026. Veröffentlichung der Statistik: 17.09.2026. Jahreszeitraum: April 2025 bis März 2026; Quartalszeitraum: Januar bis März 2026. Geldbeträge sind gerundet und dürfen nicht als Live-Marktdaten gelesen werden.
- Gambling Commission: Commission releases gambling industry statistics for 2025 to 2026, 17.09.2026
- Gambling Commission: Industry Statistics – Annual report, April 2025 bis März 2026, 17.09.2026
- Gambling Commission: Quarterly report, Quarter 4, Januar bis März 2026, 17.09.2026
- Gambling Commission: Definitions of terms – Gross Gambling Yield