Zum Inhalt
SPORTWETTENFUN
SPORTWETTEN. ANALYSEN. WISSEN.Unsere Quellen & Daten

Sportwetten-News

Brasiliens Erlaubnisse für Festquoten-Wetten enden heute

Inhaltlich überarbeitet: 25.10.2026

Blick auf den brasilianischen Nationalkongress in Brasília zwischen modernen Gebäuden, mit wehender brasilianischer Flagge.

Heute, am 25. Oktober 2026, läuft in Brasilien die gesetzliche 30-Tage-Frist der Medida Provisória 1.394 ab. Nach Artikel 4 erlöschen die betroffenen Erlaubnisse mit Ablauf dieser Frist. Das ist kein neues Verbot: Das Betreiben von Festquoten-Wetten war dort bereits seit dem 25. September untersagt. Zahlungssperren und Anbietersperren gelten weiter. Aufsicht und Datenpflichten enden ebenfalls nicht einfach mit den Erlaubnissen.

Was ist heute in Brasilien der konkrete Schritt?

Artikel 1 der Medida Provisória 1.394 untersagt die Ausübung von Festquoten-Wetten und erfasst ausdrücklich auch Angebote aus dem Ausland, die sich an Menschen in Brasilien richten. Artikel 2 betrifft Konzessionen auf Ebene der Bundesstaaten und des Bundesdistrikts. Artikel 4 legt fest, dass die betroffenen Erlaubnisse zum Ende der 30-Tage-Frist erlöschen. Die Regel betrifft Festquoten-Wetten nach Lei 14.790/2023.

Die brasilianische Aufsichtsbehörde SPA bestätigte gegenüber Estadão, dass die Erlaubnisse nach Ablauf der Frist enden, berichtet Carta Circular. Die Nachricht erschien dort am 24. Oktober; die zitierte Bestätigung der Behörde stammt vom 23. Oktober.

Was bedeutet das Erlöschen für Betreiber und Kunden?

Artikel 4 begründet das Erlöschen mit öffentlichem Interesse und sieht weder eine vollständige oder teilweise Rückzahlung der gezahlten Outorga noch eine Entschädigung vor. Outorga bezeichnet hier die Gebühr, die ein Betreiber für die Erlaubnis gezahlt hat. Es geht dabei um eine Betreibergebühr, nicht um Kundenguthaben: Das Erlöschen der Erlaubnis ist nicht dasselbe wie das Ende der Aufsicht oder der Pflichten.

Damit bleibt der Unterschied wichtig, den auch ein früherer Beitrag behandelt hat: Kundenguthaben und offene Wetten waren dort das Thema, als die Maßnahme verhängt wurde. Heute endet dagegen die Betriebsgrundlage der Betreiber. Mehr zur Einordnung von Zahlen findest du unter Zahlen verstehen.

Welche Pflichten laufen weiter?

Die Aufsicht der SPA über Vorgänge während der Erlaubniszeit bleibt laut Artikel 5 bestehen. Artikel 11 verlangt weiterhin Datenmeldungen an Sigap, das staatliche System zur Verwaltung von Wettinformationen, bis zum Ende der Betriebszeit. Bei Verstößen können nach Artikel 12 Sanktionen aus der Lei 14.790/2023 greifen. Artikel 10 ergänzt, dass Betreiber Unterlagen für fünf Jahre aufbewahren müssen.

Auch die Portaria 3.005/2026 regelt noch offene Schritte. Das Ministerium erläuterte sie am 5. Oktober in einer Mitteilung. Danach bleiben finanzielle und regulatorische Pflichten aus dem Betrieb und dem Übergang bestehen; die Mitteilung nennt für einzelne Schritte eigene Fristen, unter Vorbehalt spezieller Regelungen. Die Rückgabe von Guthaben war zuvor bereits mit eigenen Fristen geregelt: Websites und Apps sollten zehn Tage nach Veröffentlichung der MP gesperrt werden. Betreiber übermitteln Informationen nach Artikel 8 binnen zwei Tagen nach der Abschaltung; Finanzinstitute zahlen Guthaben nach Artikel 9 binnen sieben Tagen nach Erhalt dieser Informationen zurück.

Was passiert im Kongress und am Gericht?

Der amtliche Kongress-Eintrag zur MP 1.394 (MPV 175871) weist als erste Frist den 23. November aus; eine Verlängerung um 60 Tage ist möglich, aber nicht beschlossen. Ab dem 9. November ist laut Kongress-Eintrag das Dringlichkeitsverfahren vorgesehen, solange die MP nicht behandelt ist.

Vor dem Obersten Bundesgericht STF sind mehrere Verfahren gegen die MP anhängig. Die amtlichen Akten ADI 8024, ADI 8027 und ADI 8028 führen Luiz Fux als Berichterstatter; die STF-Mitteilung fasst die Fragestellungen zusammen. Bei einer Prüfung der amtlichen Akten zu diesem Datenstand zeigt sich keine Entscheidung zu diesen Verfahren. Das gilt einzeln je Akte; über andere Verfahren ist damit nichts gesagt.

Was zeigt die Zeitleiste?

Zeitleiste der MP 1.394 bis zum 25. Oktober 2026
Datum Ereignis
25.09.2026 MP 1.394 veröffentlicht; die 30-Tage-Frist beginnt.
05.10.2026 Das Ministerium erläutert die Portaria 3.005/2026.
05.10.2026 Stichtag 23:59 Uhr für die zu meldenden Kontostände.
25.10.2026 Ende der 30-Tage-Frist; die betroffenen Erlaubnisse erlöschen, keine Rückzahlung der Outorga vorgesehen.
09.11.2026 Laut Kongress-Eintrag ist das Dringlichkeitsverfahren vorgesehen.
23.11.2026 Erste Frist für die Kongressabstimmung; Verlängerung um 60 Tage möglich.
Weitere Frist und offener Verfahrensstand
Datum Ereignis
15.12.2026 Von der Mitteilung vom 5. Oktober genannte Frist für einzelne Pflichten, unter Vorbehalt spezieller Regelungen.
Offen Entscheidung des STF zu ADI 8024, 8027 und 8028.

Welche Grenzen hat diese Einordnung?

Die Regeln und der Verfahrensstand erlauben keine sichere Prognose darüber, was als Nächstes passiert. Ebenso lässt sich aus den brasilianischen Regeln nicht ableiten, welche Websites aus Deutschland erreichbar sind oder wie einzelne deutsche Anbieter betroffen wären. Wenn du neu im Themenfeld bist, bietet Neu hier? einen Einstieg.

Quellen & Datenstand

Datenstand: 25. Oktober 2026. Rechtsgrundlage: Medida Provisória 1.394, veröffentlicht am 25. September 2026 (Originaltext der Câmara). Weitere amtliche Quellen: Kongress-Eintrag MPV 175871; STF: Mitteilung und Akten ADI 8024, ADI 8027, ADI 8028. Weitere Quellen: Carta Circular, 24. Oktober 2026, Bericht zum Fristende; iGamingBusiness Brazil, 24. Oktober 2026, Bericht zu den Erlaubnissen; SPA/MF, 5. Oktober 2026, Mitteilung zu fortlaufenden Pflichten.

Artikel teilen

Wissen weitergeben. Gemeinsam mehr verstehen.

Artikellink anzeigen
Öffnet in einem neuen Tab.