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Bankroll-Management

Wettbudget berechnen: Fester Betrag, Prozentanteil und Bilanz

Inhaltlich überarbeitet: 25.09.2026

Wenn in Artikeln über Bankroll-Management von „zwei Prozent“ oder „sieben Prozent Rendite“ die Rede ist, fehlt häufig die entscheidende Angabe: zwei oder sieben Prozent wovon? Dieser Beitrag trennt Guthaben, Einsatzsumme und Ergebnis. Die Zahlen sind fiktive Lernbeispiele, keine Empfehlungen für Einsatzhöhen oder erwartbare Gewinne.

Vier Größen, die nicht verwechselt werden sollten

  • Guthaben: der zu einem Zeitpunkt vorhandene Betrag auf dem Konto.
  • Einsatzsumme: alle eingesetzten Beträge im betrachteten Zeitraum zusammen.
  • Wettergebnis: Auszahlungen aus abgerechneten Wetten abzüglich ihrer Einsätze, unter Berücksichtigung der tatsächlich berechneten Abzüge.
  • Ein- und Auszahlungen: Geldbewegungen zwischen dir und dem Konto. Sie sind für sich genommen kein Wetterfolg.

Ein Betrag kann nach einer Auszahlung aus einer gewonnenen Wette erneut eingesetzt werden. Deshalb kann die Einsatzsumme wesentlich höher ausfallen als das Anfangsguthaben. Bei einer Auswertung müssen offene Wetten getrennt von bereits abgerechneten Wetten erfasst werden.

Fester Betrag und Anteil am aktuellen Guthaben

Im Beispiel beginnen zwei rein rechnerische Verläufe bei 100 Einheiten. In Verlauf A werden bei jedem Schritt zwei Einheiten abgezogen. In Verlauf B werden jeweils zwei Prozent des noch vorhandenen Guthabens abgezogen. Jeder Schritt ist ein vollständiger Verlust des jeweiligen Betrags; Gewinne, Gebühren und Mindestbeträge bleiben außen vor.

Fiktive Verlustfolge: verbleibendes Guthaben, auf zwei Dezimalstellen gerundet
Verluste in FolgeJeweils 2 EinheitenJeweils 2 % des Restbetrags
198,0098,00
590,0090,39
1080,0081,71
2060,0066,76
500,0036,42

Für den festen Betrag lautet die Rechnung 100 − 2 × Anzahl der Verluste, solange ausreichend Guthaben vorhanden ist. Beim prozentualen Verlauf gilt 100 × 0,98n, wobei n die Anzahl der Verluste ist. Das zweite Guthaben nähert sich in diesem vereinfachten Modell null an, ohne nach genau 50 Schritten null zu erreichen. In der Praxis können Rundungen und Mindestbeträge die Fortsetzung früher verhindern.

Der langsamere Rückgang ist kein Nachweis einer gewinnbringenden Methode. Beide Verläufe verlieren Geld. Eine veränderte Berechnung des Betrags verbessert weder die zugrunde gelegte Sportprognose noch den Erwartungswert pro eingesetzter Einheit.

Ein Verlust und ein gleich großer Prozentgewinn heben sich nicht auf

Aus 100 Einheiten werden nach einem Verlust von 20 Prozent zunächst 80. Ein anschließender Zuwachs von 20 Prozent auf diese 80 ergibt 96, nicht 100. Für die Rückkehr von 80 auf 100 wären 25 Prozent erforderlich. Die Prozentzahlen beziehen sich auf unterschiedliche Ausgangsbeträge.

Die Rechnung erklärt einen häufigen Darstellungsfehler. Sie ist kein Anlass, nach einem Verlust höhere Einsätze zu wählen. Verlorenes Geld durch weitere Wetten zurückholen zu wollen, kann zu zusätzlichen Verlusten führen.

Was bedeutet eine Bilanz von sieben Prozent?

Bei einer Auswertung bezogen auf die Einsatzsumme wird häufig von „Yield“ gesprochen; manche Angebote verwenden dafür auch „ROI“. Entscheidend ist die ausdrücklich genannte Formel:

Ergebnisquote auf Einsätze = Nettoergebnis ÷ gesamte Einsatzsumme × 100.

300 fiktive Wetten mit je 20 Euro ergeben eine Einsatzsumme von 6.000 Euro. Ein Nettoergebnis von plus 420 Euro entspräche sieben Prozent dieser Einsatzsumme. Ein Ergebnis von plus 70 Euro entspräche dagegen rund 1,17 Prozent. 70 Euro wären zwar sieben Prozent eines Anfangsbetrags von 1.000 Euro, aber das ist eine andere Bezugsgröße. Die frühere Fassung dieses Artikels hatte diese Größen vermischt.

Keine der Zahlen ist eine Prognose oder ein sinnvolles Renditeziel. Ein positiver Rückblick beweist auch bei vollständiger Dokumentation nicht, dass zukünftige Ergebnisse ebenfalls positiv sein werden.

Eine Bilanz, die sich nachrechnen lässt

Halte den Zeitraum und die verwendete Bezugsgröße fest. Trenne abgerechnete Wetten von offenen Positionen. Erfasse Einsatz, tatsächliche Auszahlung und etwaige Abzüge pro Vorgang. Ein- und Auszahlungen auf das Konto gehören in eine eigene Spalte, damit sie nicht als Gewinn oder Verlust aus Wetten erscheinen. Bei einer Korrektur oder Stornierung muss die Abrechnung entsprechend nachvollziehbar bleiben.

Eine kleine Stichprobe schwankt stark. Die Aussage „nach 100 Wetten ist eine Strategie bewiesen“ ist deshalb nicht belastbar. Für die Beurteilung statistischer Unsicherheit zählen unter anderem die Quoten, die Auswahl der Ereignisse, Abhängigkeiten und die Frage, ob eine Methode erst nach Sichtung der Ergebnisse ausgewählt wurde.

Geldverwaltung ersetzt keinen Schutz vor Glücksspielproblemen

Ein Rechenmodell beantwortet nicht, welcher Verlust für einen Menschen tragbar ist. Es gibt keinen pauschalen Einsatzprozentsatz, der Sicherheit herstellt. Informationen zu Ausgaben- und Zeitgrenzen sowie zum Hinterherjagen von Verlusten bietet GambleAware. In Deutschland informiert und berät Check dein Spiel.

Die mathematischen Beispiele stammen von Sportwetten FUN. Sie lassen sich ohne Geld im Quotenrechner und im Kombi-Risiko-Modell um weitere Annahmen ergänzen. Für typische Missverständnisse lies auch zehn Denkfehler beim Umgang mit Wettgeld.

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