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ATP & WTA Analysen

Ab 2027 zahlen kombinierte WTA-1000-Turniere Frauen und Männern gleiches Preisgeld

Inhaltlich überarbeitet: 08.10.2026

Tennisspielerin im Rückhandschlag auf einem Hartplatz, dahinter ein Spieler in Bereitschaft vor vollen Rängen

Ab 2027 erhalten Frauen und Männer bei allen kombinierten WTA-1000-Turnieren gleich hohe Preisgelder. Kombiniert bedeutet hier, dass eine Veranstaltung ein Frauen- und ein Männerturnier umfasst. Beide müssen nicht am selben Ort stattfinden: Das National Bank Open wird in Montreal und Toronto ausgetragen. Gleichzeitig reduziert die WTA für Top-50-Spielerinnen im Einzel die Zahl der verpflichtenden WTA-500-Turniere von sechs auf vier. Beide Änderungen gehören zum neuen Kalender, sind aber getrennte Regeln.

Die WTA hat die Neuerungen am 1. Oktober 2026 vorgestellt. Als Ein-Jahres-Pilot für 2027 sind die Änderungen an Spielverpflichtungen und Ranglistenberechnung vorgesehen. Die Preisgeldangleichung ist ein eigener Meilenstein.

Was beim Preisgeld ab 2027 neu ist

Gleiches Preisgeld bedeutet hier die Gleichstellung von Frauen und Männern bei der jeweiligen kombinierten Veranstaltung. Daraus folgt nicht, dass alle WTA-1000-Turniere dieselbe Gesamtsumme ausschütten. Detaillierte Ausschüttungstabellen enthält die Mitteilung nicht.

Diesen Schritt gehen ab 2027 erstmals alle kombinierten WTA-1000-Veranstaltungen. Neu hinzu kommen drei Turniere:

  • die Internazionali BNL d’Italia in Rom,
  • das National Bank Open in Montreal beziehungsweise Toronto,
  • die Cincinnati Open.

Sie schließen sich Indian Wells, Miami, Madrid und den China Open in Peking an. Auch der United Cup und die vier Grand-Slam-Turniere zahlen bereits gleiches Preisgeld für Frauen und Männer.

Konkrete Geldbeträge nennt die WTA in ihrer Mitteilung nicht. Deshalb lässt sich aus der Ankündigung nicht ablesen, wie hoch das Preisgeld bei den einzelnen Turnieren 2027 sein wird. Für konkrete Summen bleiben die jeweiligen Turnierangaben maßgeblich.

WTA-Chair Valerie Camillo bezeichnete das gleiche Preisgeld bei allen kombinierten WTA-1000-Turnieren als „a major milestone for tennis“. Die Aussage steht im Zusammenhang mit dem langfristigen Ziel der WTA, die wirtschaftliche Gleichstellung im Tennissport weiter auszubauen.

Warum weniger Pflicht-Turniere eine andere Änderung ist

Die zweite Neuerung betrifft nicht das Geld, sondern den Kalender der Spielerinnen. Top-50-Spielerinnen im Einzel müssen 2027 nur noch vier statt sechs WTA-500-Turniere spielen.

Die Rechnung ist einfach:

Sechs verpflichtende WTA-500-Turniere − vier Turniere = zwei Turniere weniger.

Zusammen mit den übrigen Vorgaben ergibt sich laut WTA eine Grundverpflichtung von 14 WTA-Turnieren plus den vier Grand Slams. Das sind rechnerisch 18 Turniere.

Diese Zahl gilt ausdrücklich für Top-50-Spielerinnen im Einzel. Sie ist keine allgemeine Pflicht für alle Spielerinnen der Tour. Außerdem beschreibt sie die Grundverpflichtung. Sie sagt nicht, dass jede Spielerin genau 18 Turniere bestreiten wird oder darf.

Jessica Pegula, Vorsitzende des Tour Architecture Council, sagte dazu: „having more flexibility in our schedules and commitments makes a real difference“. Die WTA will Spielerinnen damit mehr Spielraum bei der persönlichen Saisonplanung geben.

Zusätzlich darf eine Spielerin ein anrechenbares WTA-1000-Ergebnis in der Rangliste durch ein stärkeres Ergebnis bei einem WTA-500- oder WTA-250-Turnier ersetzen. Das betrifft die Zusammensetzung der Rangliste. Es verändert nicht automatisch die Preisgeldregel eines Turniers.

Wenn du Ranglisten und Ergebnisse besser auseinanderhalten möchtest, hilft der interne Überblick Zahlen verstehen. Eine weitere Einordnung zur rollierenden Ranglistenlogik findest du unter Ein Turniersieg zählt 52 Wochen in der Tennis-Weltrangliste.

Was sich im Kalender 2027 außerdem verändert

Der WTA-Kalender umfasst 2027 insgesamt 55 Turniere in 26 Ländern und Gebieten. Neu ist unter anderem ein WTA-250-Turnier in Manila auf den Philippinen.

Auch die WTA Finals bekommen einen neuen Austragungsort. Das Saisonfinale findet 2027 erstmals in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina statt. Gespielt wird im Spectrum Center. Charlotte ist zunächst für die Jahre 2027 bis 2029 als Gastgeber vorgesehen. 2026 finden die Finals noch in Indian Wells statt.

Die WTA sieht den neuen Kalender als Ergebnis von Gesprächen zwischen Spielerinnen, Turnieren und der Tour-Führung. Diese Gespräche liefen über den Tour Architecture Council, der von Jessica Pegula geleitet wird. Der WTA-Vorstand genehmigte die Änderungen anschließend.

Außerdem kündigte die WTA einen Tournament Investment Fund an. Damit sollen ausgewählte Turnierstandorte gezielt finanziell unterstützt werden. Die Mitteilung nennt jedoch keine einzelnen Förderbeträge oder konkreten Empfänger.

Welche Änderungen zunächst nur 2027 erprobt werden

Die WTA erprobt die reduzierten WTA-500-Verpflichtungen und den Austausch eines Ranglistenergebnisses als Ein-Jahres-Pilot für 2027. Die Auswertung soll die Entscheidungen für 2028 und spätere Jahre vorbereiten.

Dieser Pilot betrifft die Spielverpflichtungen und die Ranglistenregel. Die Preisgeldangleichung bei kombinierten WTA-1000-Turnieren ist dagegen ein eigener Meilenstein des langfristigen WTA-Plans und wird in der Mitteilung nicht auf ein Jahr befristet. Auch Charlottes Gastgeberzusage für 2027 bis 2029 ist davon getrennt.

Mehr zu den Grundlagen des Sports findest du in Tennis verständlich erklärt. Dort werden unter anderem Punkte, Sätze und die Bedeutung der Platzoberfläche eingeordnet.

Quellen & Datenstand

Grundlage sind die am 08.10.2026 gelesenen Veröffentlichungen:

Die genannten Rechnungen lauten: sechs minus vier WTA-500-Turniere ergibt zwei Turniere weniger; 14 WTA-Turniere plus vier Grand Slams ergibt 18 Turniere als Grundverpflichtung; der Kalender umfasst 55 Turniere in 26 Ländern und Gebieten.

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