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25 Sekunden zwischen zwei Punkten, 120 Sekunden in der Satzpause

Inhaltlich überarbeitet: 12.10.2026

Zwei Tennisspielerinnen im Ballwechsel auf einem Hartplatz, eine Spielerin im Vordergrund am Schlag

Die Grundregeln der ITF unterscheiden drei Zeitfenster: Zwischen zwei Punkten sind höchstens 25 Sekunden erlaubt. Beim Seitenwechsel nach einem Spiel sind es normalerweise 90 Sekunden. Nach einem Satz beträgt die Pause höchstens 120 Sekunden. Wichtig ist: Die Satzpause ist nicht doppelt so lang wie ein Seitenwechsel, sondern 30 Sekunden länger. Und nach dem ersten Spiel eines Satzes wechseln die Spieler zwar die Seiten, machen aber keine Ruhepause.

Wann beginnt die Uhr zu laufen?

Die Zeit wird nicht erst gemessen, wenn ein Spieler seine Bank erreicht. Laut Regel 29 der ITF beginnt das Zeitfenster, sobald ein Punkt entschieden ist. Es endet, wenn der erste Aufschlag für den nächsten Punkt geschlagen wird.

Gezählt wird also nicht die Erholung, sondern der Abstand bis zum nächsten Aufschlag. Für eine Zehnerfolge solcher Zeitfenster lässt sich die Obergrenze so veranschaulichen: 10 × 25 Sekunden = 250 Sekunden, also 4 Minuten und 10 Sekunden. Das ist eine reine Beispielrechnung, keine typische oder garantierte Dauer eines Spiels.

120 Sekunden sind ein Drittel mehr als 90

Ein Seitenwechsel und eine Satzpause sind unterschiedliche Unterbrechungen. Am Ende eines gewöhnlichen Spiels dürfen die Spieler bis zu 90 Sekunden pausieren, wenn sie die Seiten wechseln. Nach einem Satz sind es bis zu 120 Sekunden.

Der Vergleich macht den Unterschied klar: 120 − 90 = 30 Sekunden. Das sind 120 ÷ 90 = 1,33 – die Satzpause ist also rund ein Drittel länger, nicht doppelt so lang. Regel 29 legt diese verschiedenen Höchstzeiten fest, erklärt aber nicht ausdrücklich, warum der Abstand genau 30 Sekunden beträgt.

Auch die Ausnahme nach dem ersten Spiel folgt einer eigenen Regel: Nach dem ersten Spiel jedes Satzes müssen die Spieler die Seiten wechseln, ohne eine Ruhepause einzulegen. Das ist keine verkürzte 90-Sekunden-Pause, sondern ein Seitenwechsel ohne Pause.

Fiktives Beispiel: vier Pausen in einem Satz mit zehn Spielen

Die ITF-Regeln sehen den Seitenwechsel am Ende des ersten, dritten und jedes weiteren ungeraden Spiels vor. In einem fiktiven Satz mit zehn Spielen wechseln die Seiten daher nach Spiel 1, 3, 5, 7 und 9.

Nach Spiel 1 entfällt die Pause. Für die vier übrigen Wechsel innerhalb dieses Satzes ergibt sich die Rechnung: 4 × 90 Sekunden = 360 Sekunden, also 6 Minuten mit jeweils maximaler Pausenlänge. Das ist die Summe der möglichen Seitenwechsel-Pausen – nicht die tatsächliche Dauer eines konkreten Satzes. Die Satzpause nach dem Ende des Satzes ist darin nicht enthalten.

Eine zusätzliche Feinheit steht in Regel 10: Endet ein Satz mit einer geraden Zahl von Spielen, wechseln die Spieler die Seiten erst am Ende des ersten Spiels des nächsten Satzes. Auch dort gibt es nach dem ersten Spiel keine Ruhepause. Seitenwechsel und Pausenlänge sind also nicht dasselbe.

Im Tie-Break wird nach Punkten gewechselt

Bei einem Satzstand von 6:6 folgt im üblichen Tie-Break-Satz ein Tie-Break-Spiel. Es zählt im Spielstand als ein Spiel; endet es zum Beispiel 7:5, ergibt das insgesamt 13 Spiele in diesem Satz. Während des Tie-Breaks wechseln die Spieler nach jeweils sechs Punkten die Seiten.

Dieser Wechsel ist jedoch kein regulärer Seitenwechsel mit 90 Sekunden Pause. Regel 29 verlangt auch während des Tie-Break-Spiels kontinuierliches Spiel: Die Seiten werden ohne Ruhepause gewechselt.

Was gilt bei Sonderpausen?

Die 25, 90 und 120 Sekunden sind die regulären Höchstzeiten, keine allgemeine Erlaubnis für zusätzliche Erholung. Eine Erholungspause ist nicht einfach nach Bedarf vorgesehen. Die ITF-Regeln nennen aber klar abgegrenzte Ausnahmen: Muss Kleidung, Schuhwerk oder notwendige Ausrüstung – außer dem Schläger – aus Gründen außerhalb des Einflusses des Spielers ersetzt oder repariert werden, kann angemessene zusätzliche Zeit gewährt werden. Bei einer behandelbaren medizinischen Beschwerde kann eine dreiminütige medizinische Auszeit erlaubt sein.

Veranstalter können außerdem eine Pause von höchstens zehn Minuten nach dem dritten Satz eines Matches auf drei Gewinnsätze oder nach dem zweiten Satz eines Matches auf zwei Gewinnsätze zulassen, sofern sie dies vorher ankündigen. Für einzelne Veranstaltungen können genehmigte Abweichungen gelten; die ITF-Regeln nennen dafür etwa mögliche Verlängerungen der 90- und 120-Sekunden-Zeiten nach vorheriger Genehmigung.

Wenn du beim Lesen von Tennisdaten oder Spielständen Begriffe nachschlagen möchtest, findest du weitere Hinweise in unserer Tennisübersicht und im Beitrag Zahlen richtig einordnen. Wie bei uns alles aufgebaut ist, steht im Einstieg für neue Leserinnen und Leser.

Quellen & Datenstand

Geprüft am 12.10.2026: ITF Rules of Tennis 2026, Regeln 10 und 29 sowie die deutsche Fassung der ITF-Tennisregeln beim DTB. Die Rechenbeispiele im Text sind ausdrücklich fiktiv.

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